Kiel Baltic Hurricanes schlagen die Berlin Adler und ziehen in den German Bowl ein

Das Halbfinal-Spiel der Kiel Baltic Hurricanes gegen die Berlin Adler um den Einzug in den German Bowl, dass Endspiel der German Football League (GFL), dürfte wohl die Erwartungen der 3.486 anwesenden Zuschauer voll erfüllt haben.

Mit einem 17:12 Sieg zogen die Kiel Baltic Hurricanes erstmals in dieses Endspiel der höchsten deutschen Spielklasse ein. Vor dem vielumjubelten Erfolg stand für die Kieler jedoch eine Menge Arbeit an und es wurden starke Nerven gebraucht.

 

Das Spiel begann aus Kieler Sicht wunschgemäß. Bereits den ersten Ballbesitz konnten die Canes in einen zählbaren Erfolg ummünzen. Sieben Spielzüge reichten, um die notwendigen 74 Yards bis in die Berliner Endzone zu überwinden und es blieb Quarterback Adrian Rainbow vorbehalten, diesen Punkteerfolg mit einem Pass über 41 Yards auf Wide Receiver Dominic Hanselmann zu realisieren. (PAT Eck). Nach seinem Passfang überlief Hanselmann die Passverteidiger der Berliner und brachte den Ball, unter dem Jubel des Publikums, in die Berliner Endzone. Der Gast aus Berlin tat sich in der ersten Halbzeit schwer. Die ersten beiden Ballbesitze mussten nach jeweils drei Versuchen mit einem Punt beendet werden. Die Kieler Defense zeigte sich bestens auf die Berliner Offense eingestellt. Chris Rieck, Max Grewe und Zack Stukes sackten gemeinsam Berlins Quarterback Brett Hall und den nächsten Ballbesitz beendete Linebacker Neil Sintim-Aboagye mit einem Tackle for Loss an Hall. Die Canes selbst waren mit ihrem zweiten Ballbesitz erfolgreicher. Zwar reichte es nicht zu einem Touchdown, aber Kicker Matthias Eck verwandelte ein 39 Yard Field Goal zum Zwischenstand von 10:0.

 

Das zweite Quarter begann mit einer Glanztat von Linebacker John Van Look. Kiels Middle Linebacker konnte einen Pass von Berlins Brett Hall tief in der Kieler Hälfte intercepten und somit drohende Gefahr für die Kieler Endzone abwehren. Die Canes konnten mit diesem Geschenk jedoch nichts annehmen. Es zeigte sich in diesem zweiten Quarter, dass hier die besten Defenses der GFL gegeneinander antraten. Insgesamt sechs Mal wechselte der Ballbesitz per Punt, da es keinem Team gelang, substantiellen Raumgewinn zu erzielen. Dies sollte sich erst zum Ende des zweiten Quarters mit einer einzelnen Aktion ändern. Nach einem Punt von Berlins Punter Singendonk kamen die Kieler an ihrer eigenen 32 Yard Line in den Ballbesitz. Bereits mit dem ersten Spielzug fand dann Kiels Quarterback Adrian Rainbow seinen Wide Receiver Brandon Langston und der quirlige US-Boy trug den Ball 68 Yards in die Berliner Endzone (PAT Eck). Den anschließenden Versuch der Berliner, den Spielstand von 17:0 zu ihren Gunsten zu korrigieren, beendete Kiels Defense Back Greg LeFever mit einer Interception. Kurze Zeit später pfiff Referee Axel Trittmacher, dessen Crew eine tadellose Leistung in diesem wichtigen Spiel vollbrachte, zur Halbzeit.

 

Aus der Halbzeit kamen zwei veränderte Mannschaften, was insbesondere die Kieler Fans im Verlauf dieser zweiten Halbzeit durch ein Wechselbad der Gefühle jagen sollte. Den Berlinern war in der Kabine offensichtlich deutlich geworden, dass man mit der Leistung aus Halbzeit eins jede Chance auf die Endspielteilnahme vergeuden würde. Die Canes hingegen wirkten teilweise zögerlich und vor allem darauf bedacht, den Erfolg über die Zeit zu retten. Die Berliner legten dann auch entsprechend los und kamen bereits im ersten Ballbesitz durch einen 60 Yard Pass von Brett Hall auf Sebastian Judis zum Anschluß-Touchdown. Der Extrapunkt konnte nicht verwandelt werden. Die frühen Punkte der Berliner schienen die Canes zu lähmen. Kiels Punter Timo Gross kam im dritten Viertel zwei Mal zum Einsatz und den dritten Ballbesitz der Hausherren beendete Estrus Crayton mit einem Fumble. Das 17:6 hatte bis ins vierte Quarter bestand. Dann schlugen sich die Canes fast selbst, als die Berliner zunächst ein Field Goal verschossen, durch ein Foul eines Kieler Spielers aber weiterhin in Ballbesitz blieben und mit dem nächsten Versuch zum zweiten Touchdown kamen, als Brett Hall Thomas Emslander über 8 Yards anspielte. Der Extrapunkt konnte nicht verwertet werden und somit stand es Anfang des vierten Quarter nur noch 17:12 aus Kieler Sicht. Wer die Aufholjagd der Adler in der zweiten Halbzeit verfolgt hatte, ahnte nun Böses. Die Befürchtungen wurden noch größer, als Kiels Quarterback Adrian Rainbow im nächsten Ballbesitz den Ball verlor und die Berliner an Kiels 41 Yard Line in Ballbesitz kamen. Die Kiele Defense bäumte sich noch einmal gegen die Bemühungen der Gäste, weitere Punkte zu erzielen, auf und beendete durch einen Quarterback Sack von Defense End Robert Flickinger, der den Berliner Spielmacher 20 Yards hinter der Line of Scrimmage zu Fall bringen konnte, deren nächsten Ballbesitz. Im Gegenzug konnte die Canes noch einmal einen langen Drive starten und sich in aussichtsreiche Position bringen. Zwar verschoss Kiels Kicker Matthias Eck ein Field Goal aus 25 Yards, aber der Ballbesitz hatte viel Zeit von der Uhr genommen, so dass die Berliner nun unter Druck kamen, schnellstmöglich zu punkten. Dies sollte ihnen jedoch verwehrt bleiben und bezeichnender Weise war es Kiels Neuzugang Neil Sintim-Aboagye, der vor der Saison aus Hamburg nach Kiel kam und hier bisher eine tolle Saison gespielt hat, der Berlins Quarterback bei einem vierten Versuch mit 18 Yards zu gehen für einen Raumverlust von sieben Yards stoppen konnte.

 

Die Canes ließen die Spieluhr herunterlaufen und danach brach im Kieler Holstein-Stadion großer Jubel aus. Erstmals in der Vereinsgeschichte stehen die Kiel Baltic Hurricanes im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Im großen Finale, dem German Bowl, treffen die Kieler erneut auf die Braunschweig Lions. Diese setzten sich am Sonntag in Marburg gegen die dortigen Mercenaries mit 49:21.

 

Der German Bowl wird am 27. September in der Commerzbank-Arena in Frankfurt ausgetragen. Kick Off ist um 15 Uhr.

 

Die Kiel Baltic Hurricanes bieten ihren Fans die Möglichkeit, mit einem Sonderzug der Deutschen Bahn nach Frankfurt zu reisen. Tickets können wochentags ab Montag, dem 15. September, in der Zeit von 15 bis 18 Uhr im Canes Office im Knooper Weg 4 in Kiel bezogen werden. Das Zugticket kostet 69 €, die Eintrittskarte 25 €. Die Eintrittskarte kann auch separat gekauft werden.