Knapper geht’s nicht

Das GFL-Team der Berlin Adler gewinnt nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit das Rückspiel bei den Berlin Rebels noch mit 35:34 ...

Es war wieder einmal keine Partie für schwache Nerven oder Herzkranke. Denn auch wenn die Berlin Adler das Lokalderby gegen die Berlin Rebels mit 35:34 für sich entscheiden konnten, so sahen die Schwarz-Gelben zumindest in der ersten Halbzeit wie der sichere Verlierer aus.

Während man sich im Lager der Rebels freut, zumindest den direkten Vergleich mit dem Rivalen für sich entschieden zu haben, schauen die Verantwortlichen im Adlerhorst weiter nach vorne. Denn im Hinblick auf das Erreichen der Playoffs wollte Head Coach Wanja Müller in den Schlussminuten der Partie nicht mehr alles auf eine Karte setzen und gab sich mit dem knappen Erfolg zufrieden. Doch lange Zeit hatte es gar nicht nach einem Erfolg im Mommsen-Stadionen ausgesehen.

„Wenn wir heute zwei Halbzeiten Football gespielt hätten, dann hätten wir es nicht so spannend gemacht. Nichts desto trotz waren uns die Rebels in der ersten Halbzeit eindeutig überlegen und sind verdient hoch in Führung gegangen. Wir haben uns glücklicherweise kurz vor der Halbzeit ein wenig zusammengrappelt und dann die Pause genutzt, um den nächsten Schritt zu machen“, zog Wanja Müller, Head Coach der Berlin Adler, nach der Partie Bilanz.

Die Offense um QB Kevin Ramay wirkte ideenlos, leistete sich zu viele Strafen, zeigte hier und da Konzentrationsmängel. Die Defense sorgte zwar dafür, dass Rebels-RB Anthony Elzie längst nicht mehr der Faktor war, der er noch im Hinspiel war. Mit WR Anthony Dablé hatten die Hausherren allerdings einen Spieler auf dem Feld, der nie wirklich zu bremsen war. Mit 21 Punkten lagen die Hausherren bereits im zweiten Viertel in Front, als die Adler beschlossen, doch wieder mit Footballspielen anzufangen. Bis zum Anschluss-Touchdown durch WR Danilo Naranjo Gonzalez hatten die Hausherren schon drei Touchdowns erzielt und es hatte den Anschein, dass die Partie ähnlich verlaufen würde wie schon das Hinspiel. Denn immer wieder fehlte es auch an der nötigen Abstimmung, so dass die Rebels die Lücken in der Verteidigung immer wieder konsequent ausnutzen konnten.

Dass Football in erster Linie ein Teamsport ist und keine One-Man-Show zeigten die Adler immer wieder im Verlauf der Partie. Unterstützt von der mehr als soliden Arbeit in der O-Line konnte der Angriff der Hauptstadtfootballer immer mehr sein variables Spiel entfalten. Ein wesentlicher Faktor waren dabei auch die Läufe von Veteran Oliver Schmeling, der nach einer Pause wieder ins Team zurück kehrte und in der Partie gegen Rebels als Running Back eingesetzt wurde. „Wir haben die Kurve noch mal bekommen. Wir haben das gezeigt, was Football ausmacht: Zurück liegen, kämpfen, sich aufraffen, den Gegner in den Boden stampfen“, freute sich Schmeling nach dem Spiel sehr emotional. „Ich hatte heute auch eine perfekte Offenseline“, sagte Schmeling und brachte damit auf den Punkt, warum es in der zweiten Halbzeit wesentlich besser lief.

Auch die Defense der Gäste aus dem Wedding wuchs in der zweiten Halbzeit über sich hinaus. DL/LB Florian Emslander brachte QB Darius Outlaw mit einem Sack zu Boden. Dieser verlor bei der Aktion prompt den Ball, der dann geistesgegenwärtig von LB Mario Nowak gesichert wurde. „Man hat ja oft die Situation, dass man von der Backside angelaufen kommt und der Quarterback steht vor einem und wirft den Ball dann noch weg. Aber er stand und stand und stand, hat mich vorher vielleicht noch kurz kommen sehen, aber da war es dann zu spät“, beschreibt der Verteidiger die Situation beim QB-Sack.  Als TE Florian Pawlik mit seinem Touchdown zum 28:31 verkürzte, schien das Spiel endgültig gekippt zu sein. „Es war eine gute Aktion, die wir gebraucht haben, um das Spiel noch zu drehen. Wir sind bis dahin immer zehn Punkten hinter her gerannt. Solche Plays muss man machen, besonders in so knappen Partien“, sagte Emslander nach dem Spiel.

Das Spiel der Gastgeber wurde immer nervöser, nun fielen auch einige Entscheidungen der Rebels Coaches zugunsten der Gäste aus. Nur einmal vertrauten die Hausherren im letzten Viertel noch einmal auf die Fähigkeiten ihres US-Kickers. Doch sein Field Goal im letzten Spielabschnitt zum Endstand von 34:35 war zu wenig.