Königliche Überraschung für die Lions

Eine Überraschung der ganz besonderen Art durften die Verantwortlichen der Braunschweig Lions am vergangenen Dienstag erleben. Denn da erfuhren die Macher der Löwenstädter aus dem Internet vom überraschenden Wechsel Michael Andrews zu den Dresden Monarchs.

Michael Andrews

Der britische Runningback sorgte im vergangenen Jahr in Diensten der Lions in der German Football League für Furore und trug maßgeblich mit dazu bei, dass die Niedersachsen beim German Bowl in Frankfurt ihren siebten Deutschen Meistertitel gewannen.

 

Beim Versuch, den aus London stammenden Runningback auch in diesem Jahr wieder an das Team des Rekordmeisters zu binden, machte dieser nach dem Ende des NFL International Player Programms aber unmissverständlich seine Prioritäten deutlich, zuerst den Sprung in die kanadische Profiliga CFL zu versuchen. Der Weg dorthin sollte ihm durch seinen früheren Trainer in der NFL Europa, Bart Andrus, erleichtert werden, der nun bei den Toronto Argonauts tätig ist.

 

Frühestens im Juni wollte der 23-Jährige die Lions dann informieren, wie sein weiterer Weg aussehen könnte. Ob ihn dieser in die CFL führt oder vielleicht wieder zurück nach Braunschweig, wo sich der Runningback nach eigenen Worten immer sehr wohl gefühlt hat.

 

„Umso überraschter sind wir nun, dass wir über Dritte erfahren müssen, dass Michael jetzt in Dresden spielen wird“, so Lions-Sportdirektor Dirk Miehe.

„Ich bin da ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht, da wir uns mit Michael nach langen Gesprächen auf alle Punkte für eine weitere Zusammenarbeit geeinigt hatten, wenn der Sprung in die CFL nicht geklappt hätte. Dass es nun aber so schnell geht, und er seiner obersten Priorität CFL und dem Traum NFL nun ein anderes GFL-Team vorzieht, verwundert uns doch sehr. Da scheinen ihn wohl letztlich finanzielle Dinge überzeugt zu haben.“

 

Auch der Umstand, dass Michael Andrew bei den Löwen eigentlich im Wort steht, lässt den Sportdirektor ratlos zurück.

„Wir hatten Michael ja nach Ende des NFL Programms sogar angeboten, mit seinem Vertrag gleich ab April zu starten und diesen entsprechend anzupassen. Als dieser dann mit der Änderung vorlag, kam aber die Nachricht, dass jetzt die CFL das große Ziel sei“, erklärt Dirk Miehe weiter.

 

Nach dieser Zeit hat es dann zwischen den Lions und dem Engländer keinen Kontakt mehr gegeben. Die Verantwortlichen der Lions wähnten den Runningback inzwischen in Kanada.

„Als Vertragspartner hätten wir uns ganz einfach gewünscht, dass Michael uns vorher über diesen sich anbahnenden Wechsel informiert hätte. Es macht niemals Sinn, jemanden zwingen zu wollen, für einen Verein zu spielen. Wenn die Monarchs ihm durch Geld und gute Worte bessere Argumente liefern, dann wäre das für uns von vornherein völlig in Ordnung gewesen. Wir haben während der ganzen Off-Season klar dargestellt, dass wir für ihn nicht an unserem internen Gehaltsgefüge schrauben werden. Das wusste Michael auch und hat es akzeptiert.

 

Jetzt haben wir von ihm nach Bekannt werden des Wechsels noch eine E-Mail bekommen, in der er uns alles Gute für die Saison wünscht, und um Verständnis für seine Situation bittet, da wohl in Kanada „nicht alles Gold war, was geglänzt hat“. Dann wünschen wir ihm nunmehr natürlich auch alles Gute in Dresden.“