Land unter in Mannheim – Farmers verlieren gegen Bandits

Es sollte wohl ein entsprechendes Omen gewesen sein. Kaum hatten die Fighting Farmers aus Montabaur ihr Reiseziel Mannheim erreicht und sich bereit gemacht, um auf dem Rasen des MTG Stadions ihre Spielvorbereitungen einzuleiten, da öffnete der pechschwarze Himmel seine Schleusen. Innerhalb weniger Minuten stand das gesamte Spielfeld knöcheltief unter Wasser. Lange Zeit stand der Anpfiff des Spieles auf der Kippe. Schlussendlich erklärte der Platzwart das Geläuf allerdings für bespielbar, und der heiße Tanz in fast subtropischen Bedingungen konnte beginnen.

Trotz Touchdown von Farmers WR Jannik Frings reichte es nicht zum Sieg in Mannheim. (Foto: Norbert Schneider)

Und die Farmers begannen recht vielversprechend. Die ersten beiden Angriffsserien führten die Kreisstädter in langen, Zeit raubenden Drives über das gesamte Spielfeld. Genau im Sinne des Gameplans von Head-Coach Oliver Kuhn, der den hochexplosiven Angriff der Bandits möglichst lange vom Spielfeld halten wollte. Allerdings hatten die Farmers eines vergessen: Nämlich das Punkten. Beide Serien endeten jeweils vor der Goal-Line der Bandits, beide Male mussten sich die Kreisstädter mit leeren Händen wieder in ihre Teamzone schleichen. Ganz im Gegensatz zu den Bandits. Nachdem man deren erste Angriffssequenz noch mit einem seltenen „drei und raus“ hatte stoppen können, fackelten die Bandits im zweiten Anlauf nicht lange. Angetrieben durch lange Läufe von Samuel Shannon drangen die Bandits tief in die Spielhälfte der Farmers ein. Schlussendlich war es Shannon Höchstselbst, der seine Farben auf die Anzeigentafel brachte.
Wenig später erhöhten die Gastgeber bereits auf 14-00, nachdem man sich im Farmers Angriff die obligatorische schöpferische Pause gegönnt hatte und eine Serie bereits nach drei Spielzügen mit einem Befreiungsschlag hatte beenden müssen. Der Anschlusstouchdown durch Omer Sabic zum 07-14 ließ im Farmers Lager noch einmal Hoffnung aufkommen; allerdings stellten die Bandits bereits im direkten Anschluss daran wieder den alten Abstand her. Mit 07-21 ging man in die lang ersehnte Pause.
Wer nach der Halbzeit ein anderes Bild erwartet hatte, sah sich leidlich getäuscht. Die Bandits, mit Ballrecht in den zweiten Spielabschnitt gestartet, legten wieder los wie die Feuerwehr und erhöhten stante pede auf 07-28. Die Vorentscheidung in Mannheim war zu diesem Zeitpunkt fast schon gefallen. Und das trotz der lautstarken und ausdauernden Unterstützung der zahlreichen mitgereisten Farmers-Fans, insbesondere des Juniors-Teams.
Wie in vielen Spielen zuvor geriet der Farmers Angriff nach diesem deutlichen Rückstand in Zugzwang. Das Kurzpassspiel, die Stärke des Montabaur Angriffes, musste nun zu Gunsten der „tiefen Dinger“ aufgegeben werden. Die Rückraumverteidigung der Mannheimer Banditen stand allerdings sicher und abgeklärt, so dass jegliche Comeback-Bemühungen der Westerwälder in der tropischen Sommerhitze im MTG-Stadion zum Erliegen kamen. Zwar konnten die Farmers mit einem sehenswerten Touchdown durch Jannik Frings, der nach verletzungsbedingter Auszeit erstmals wieder auflaufen konnte, noch einmal kurzzeitig Hoffnung schöpfen, schlussendlich reichte es aber mal wieder nicht. Mit 14-34 beim Aufsteiger aus Mannheim musste man einen weiteren herben Rückschlag in der „Mission: Klassenerhalt“ hinnehmen.
„Die Bandits haben heute verdient gewonnen, waren in allen Bereichen das bessere Team“, resümierte Head-Coach Oliver Kuhn nach dem Spiel. „Eine One-Man-Show der Mannheimer habe ich zudem auch nicht erkennen können. Auch nach dem Ausfall von Shannon im zweiten Viertel haben die Bandits kein Jota an Durchschlagskraft verloren und verdeutlicht, dass sie zu Recht in diese Liga gehören“, so Kuhn weiter.
Ob selbiges auch für die Montabaur Fighting Farmers Gültigkeit beansprucht, wird sich schon in Bälde zeigen. Denn bereits am kommenden Samstag, 11. Juli 2009, kommen die Bandits zum Rückspiel in den Westerwald. Für die Farmers nun die allerletzte Chance auf den Klassenerhalt. Nur ein Sieg gegen die Bandits lässt entsprechend berechtigte Hoffnungen auf vorbezeichnetes Saisonziel zu; eine weitere Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten um die Abstiegsplätze würde wohl das frühzeitige Ende so gerichteter Bemühungen bedeuten.  Ab 15 Uhr zählen die Farmers deshalb auf die Unterstützung ihrer treuen Fans im Mons-Tabor Stadion in Montabaur.