Lions erreichen Halbfinale

Mit einem ungefährdeten 32:10 (3:0, 29:0, 0:3, 0:7)-Heimerfolg über die Munich Cowboys sicherten sich die Braunschweig Lions zum 13. Mal in Folge den Einzug in das Play-Off-Halbfinale.

Eigentlich war dabei schon zur Halbzeit alles klar am vergangenen Samstagabend in Braunschweig. Vor 4.050 Zuschauern führte der amtierende Meister aus Braunschweig zu diesem Zeitpunkt mit 32:0 gegen die Münchner. In der zweiten Spielhälfte schalteten die Lions daher in der Defense deutlich zurück und ermöglichten damit den Cowboys eine Art kleines Comeback mit zehn Punkten.

 

Entsprechend äußerte sich Headcoach Javier Cook: „In der ersten Hälfte sind wir als Team so aufgetreten, wie ich mir das gewünscht habe. Damit war ich wirklich zufrieden. In der zweiten Hälfte haben sich in der Offense wieder mentale Schwächen eingeschlichen, die wir uns in den Play-Offs einfach nicht leisten können, wenn wir unseren Titel erfolgreich verteidigen wollen.”

 

Beide Teams begannen die Partie nervös. Mit dem letzten Spielzug des ersten Drives verschafften die Cowboys den Lions eine exzellente Ausgangsposition, denn der Long Snap zum Punt misslang ihnen völlig und die Lions kamen an der gegnerischen 21 Yard-Linie in Ballbesitz. Nach einem Drive ohne Raumgewinn konnten sie aber durch Kicker Steffen Dölger doch noch die ersten Punkte auf das Scoreboard bringen.

 

Danach agierten beide Angriffsreihen deutlich ruhiger, wobei die Cowboys mit der stark aufspielenden Defense der Lions ihre liebe Not hatten. Punkte blieben bei ihnen in der ersten Hälfte Mangelware, was im Wesentlichen auf das variantenarme Offensivspiel der Münchner zurückzuführen war. Läufe von Jerome Morris und Travis Harvey, so gut und gefährlich sie auch im Einzelfall waren, sind in Kombination mit nur zwei vollständigen Pässen bis zur Halbzeit gegen die Lions-Defense zu wenig, um ernsthafte Gefahr zu erzeugen. Hinzu kam, dass Travis Harvey, wie Cowboys Headcoach John Rosenberg nach der Partie erläuterte, im Laufe des Spiels eine leichte Gehirnerschütterung erlitt und daraufhin Spielzüge nicht wie geplant ausführen konnte.

 

Die Lions zeigten das, was beim Auftritt vor einer Woche in Kiel nahezu vollständig gefehlt hatte. Mit einem schönen Drive kämpften sie sich unter Führung von Dennis Zimmermann über das gesamte Feld und bauten schließlich durch Michael Andrew die Führung aus. Den folgenden Kick-Off wollten die Cowboys wohl nicht haben, denn kein Münchner machte ernsthafte Anstalten den freien Ball aufzunehmen. Die Lions sagten in Gestalt von Christian Petersen artig danke und nur sechs Spielzüge später legte Jabari Johnson das Spielgerät in der Münchner Endzone ab.

 

Die Cowboys kamen jetzt zwar in Ballbesitz, mussten sich aber nach einem ‚3 and out‘-Drive schnell wieder davon verabschieden. Die Lions benötigten diesmal nur noch fünf Spielzüge und erneut war es Michael Andrew, der die Führung seiner Farben ausbaute. Der nächste Cowboys-Drive war nach zwei Spielzügen schon wieder zu Ende, denn Sebastian Reilmann fing den Pass von Travis Harvey ab. Kelvin Love besorgte in der Folge den Rest.

 

Danach war die Partie entschieden und die Braunschweiger nahmen nach der Halbzeitpause immer mehr Starter in der Defense vom Feld. Am Ende spielten hier dann nur noch die Backups der Lions. Die Cowboys kamen jetzt logischerweise besser ins Spiel und konnten durch ein Fieldgoal von Ersin Gödel und einen Touchdown von Jerome Morris das Ergebnis noch freundlicher gestalten.

 

Das Halbfinale, in dem die Lions auf die Marburg Mercenaries treffen, wird den ersten echten Beweis dafür liefern, ob sich die Braunschweiger nach den Höhen und Tiefen dieser Saison als Team gefunden haben und ob die Offense des Meisters mit dem Sieg über die Cowboys, trotz der eher schwachen zweiten Hälfte genau zu den Play-Offs den Durchbruch zu konstant guten Leistungen geschafft hat.

 

Genau die werden sicherlich neben der bereits vorhandenen soliden Abwehrleistung nötig sein, wenn die Lions Ende September in Frankfurt "4 in a row" feiern wollen. Möglich ist das allemal.

 

Braunschweig Lions32900 32
Munich Cowboys003710

 

Scoreboard:

3:0 Steffen Dölger 38 Yard-Field Goal

10:0 Michael Andrew 4 Yard-Lauf (PAT Steffen Dölger)

17:0 Jabari Johnson 1 Yard-Lauf (PAT Steffen Dölger)

25:0 Michael Andrew 4 Yard-Lauf (Conversion Yoan Schnee)

32:0 Kelvin Love 16 Yard-Pass von Dennis Zimmermann (PAT Steffen Dölger)

32:3 Ersin Gödel 48 Yard-Field Goal

32:10 Jerome Morris 12 Yard-Lauf (PAT Ersin Gödel)