McCants hofft in Lübeck auf einen Panther-Sieg und zwei Meilensteine

Revanche ist das Motto der Woche bei den Düsseldorf Panthern. Schon sieben Tage nach dem für die Rheinländer enttäuschenden, aber für die Gäste hoch verdienten 29:29 gegen die Lübeck Cougars steht an der Ostsee die zweite Partie des sechsmaligen deutschen Meisters gegen den Aufsteiger auf dem (ausgesprochen seltsamen) Spielplan der German Football League. Und da das erst in der Endphase erkämpfte Unentschieden gegen den Neuling für die vorher hoch favorisierten Panther eine ‚gefühlte‘ Niederlage war, wollen die Düsseldorfer sich unbedingt rehabilitieren.

„Wir müssen unter Beweis stellen, dass wir mehr drauf haben“, hat Linebacker Denis Letkemann stellvertretend für seine Mitstreiter das Ziel für die Partie am Samstag im Stadion Buniamshof (Kick-off: 17.30 Uhr) vorgegeben. „Mir persönlich war das peinlich, so vom Platz zu gehen!“ Letkemanns schonungslose Ansage: „Wenn wir als Team keine Lehre aus diesem Spiel ziehen, verdienen wir‘s nicht, in die Playoffs zu kommen!“

 

Besonders auffällig: Satte 354 Yards Raumgewinn erliefen die beiden Runningbacks Michael Davis und Franz Teuber sowie Spielmacher Andrew Hill gegen die desolate Düsseldorfer Defense. Was selbst Cougars-Headcoach Mark Holtze als „für eine Abwehrreihe wie die der Panther eine Katastrophe“ bezeichnete. „Sie haben uns unterschätzt, das werden sie aber sicher nicht wieder tun", vermutet er. Trotzdem sieht Holtze für sein Team „im Rückspiel sicher wieder eine Chance, denn auch wir werden uns auf sie auch noch besser einstellen“, und glaubt mit Blick auf fünf bei vergebenen Fieldgoals und Extrapunkten ‚liegengelassene‘ Punkte: „Wenn wir in den Special Teams besser spielen, haben wir auch im Rückspiel eine Außenseiter-Chance."

 

Auch Panther-Passempfänger Niklas Römer bekennt sich „ohne die gute Leistung der Cougars schmälern zu wollen“ dazu, dass beim zweiten Aufeinandertreffen der beiden Raubkatzen-Teams „das, was am Samstag passiert ist, nicht noch mal“ vorkommen soll: „Dazu ist unser Spielerpotenzial eigentlich viel zu groß“. Bei seinem Fernsehauftritt bei ‚Center TV‘ gab Nationalspieler Römer zu, dass die Panther beim 29:29 in allen Aspekten und allen Bereichen der Mannschaft eine unerklärlich schwache Vorstellung geboten hätten.

 

Mit seiner Bekräftigung, trotz des Angebots als Assistenztrainer an das Waldorf College in die USA zu wechseln die Saison bei den Panthern zu Ende zu spielen, hat Estrus Crayton seinerseits ein Zeichen gesetzt. „Natürlich glaube ich an unsere Mannschaft“, sagt der mit 40 Jahren älteste Düsseldorfer Akteur, „wir haben von unseren Möglichkeiten zuletzt nur einen Teil genutzt, deshalb haben wir gegen Berlin verloren und gegen Lübeck so enttäuscht. Ich bin sicher, dass wir auf den Erfolgsweg zurückfinden und will meinen Teil dazu beitragen.“
Andererseits ist allen Panthern auch klar: Bei einem ähnlich schlechten Auftritt am ‚Buni‘, wie die Lübecker ihr Stadion nennen, würde der letztjährige Germanbowl-Halbfinalist nicht nur das immer noch existente Saisonziel Gruppenplatz zwei, sondern sogar den Einzug in die Play-offs überhaupt in Gefahr bringen.

 

Genau wie Römer, der im ersten Viertel kurz vor der Endzone fumblete, ließ auch David McCants in Benrath bei einem scheinbar sicheren Touchdown in aussichtsreicher Position den Ball fallen. „Jeder kann mal einen schlechten Tag haben, da bi ich keine Ausnahme“, sagte der Panther-Runningback dazu nur knapp, „aber entscheidend ist, dass man aus seinen Fehlern lernt, sich noch mehr konzentriert, noch härter arbeitet und stärker zurückkehrt.“ Der Mann aus Alabama hofft, dass er am Samstagabend außer der angestrebten Revanche zwei weitere Gründe hat, um zu feiern. Genau 22 Yards fehlen David noch an der magischen 1000-Yards-Marke, 2 Punkte, um 100 Zähler zu erreichen: 978 Yards Raumgewinn hat er in den bisherigen 9 Spielen erlaufen und 98 Punkte für die Rheinländer erzielt. „Individuelle Erfolge sind natürlich schön, aber wichtiger ist, dass wir als Team zusammen stehen und gemeinsam gewinnen“, sagt McCants dazu.