Hoffentlich auch weiterhin sachlich. Denn Fakt ist: Dieser Transfer eines der besten GFL-Spieler der vergangenen Jahre war kein leichter. Bereits seit Ende vergangener Saison verhandelten die Dresden Monarchs intensiv mit dem bulligen Runningback aus Großbritannien. Auch wenn sich Michael Andrew am Ende aus persönlichen Gründen für Graz entschied, gaben die Verantwortlichen der Monarchs nicht auf. Wir sind am Ball geblieben und konnten Michael schließlich für unsere Mannschaft gewinnen. Natürlich war ihm sowie allen Verantwortlichen bei den Monarchs klar, dass er nach seiner Spielzeit in Österreich eine Sperre von fünf Spielen würde absitzen müssen. Ein großes Risiko, dass wir aber gern eingegangen sind. Nun freuen wir uns, dass Michael Andrew uns pünktlich zu den Playoffs zur Verfügung steht und werden alles geben, um mit seiner Hilfe in Schwäbisch Hall zu bestehen, so Monarchs-Trainer Gary Spielbuehler.
Noch nie haben die Dresden Monarchs zu einem so späten Zeitpunkt einen Spieler verpflichtet. Doch spricht man mit Trainern, Geschäftsführer und Präsident, wird die getroffene Entscheidung nicht nur schnell klar, sie zeigt auch das professionelle Auftreten des gesamten Vereins. Wir spielen hier nicht auf einem Dorffest oder um die goldene Himbeere. Es geht um die Deutsche Meisterschaft. Wir haben einen jungen, äußerst talentierten Kader. Jeder einzelne Spieler, ist wichtig für uns. Jedes einzelne Talent wollen wir natürlich bei den Monarchs halten, um unsere Arbeit kontinuierlich für die kommenden Jahre fortsetzen zu können. Dazu bedarf es selbstverständlich auch eines Statements des Vereins. Wir wollen den Jungs und unserem Trainer in jedem Jahr die Möglichkeit eröffnen, um die Meisterschaft mitzuspielen. Nur so verhindern wir auf Dauer, dass wir wichtige Spieler an vermeintlich größere Konkurrenten verlieren, berichtet Geschäftsführer Jörg Dreßler. So bemühen sich die Dresden Monarchs auch derzeit um ihren aktuellen Kader. Ob junge Talente wie Daniel Vöhringer, Jan Hilgenfeld, Burkhard Vogt und Marcus Donner oder erfahrene Schlüsselspieler wie Jared Dumm, Dominick Goodman und Tim Hunt, sie alle sollen, wenn möglich, auch im kommenden Jahr für Dresden spielen. Allen voran: Dresdens großartige Neuentdeckung Jake Christensen.
Die Athleten der GFL sind ehrgeizig. Sie wollen gewinnen. Hinter uns liegt ein spannendes und teils dramatisches Jahr. Wir hatten mit Verletzungssorgen und Formschwächen zu kämpfen. Aber wir haben uns als Mannschaft gefangen und trotz zahlreicher Unkenrufe die Playoffs erreicht. Vier potentielle K.O.-Spiele konnten gewonnen werden. Nur ein Fehler, und der Plan Michael Andrew zu holen, wäre gescheitert, die Saison wäre vorüber gewesen. Der Mannschaft gebührt demnach schon jetzt riesiger Respekt, erklärt Gary Spielbuehler nicht ohne Stolz. Ob die Verpflichtung des 1,76 Meter großen Laufwunders sich auszahlen wird, bleibt vorerst abzuwarten. Erst im Spiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns wird sich zeigen, ob die größere Tiefe des Kaders, das Wechselspiel zwischen Jeff Wollin, Michael Andrew und Lukas Wetzel die Einhörner vor Probleme stellt. Mehr Raum für Widereceiver bei gleichzeitig großem Stress für Gegners Defense-Line und Linebacker will Gary Spielbuehler erzwingen. Ein kühner Plan, der ab Montag in die Tat umgesetzt wird. Denn dann ist er zurück in Reihen der Dresden Monarchs Das Laufwunder der GFL, Michael Andrew.
