Mit links zum Sieg

In beeindruckender Manier bezwangen die Braunschweig Lions am ersten GFL-Spieltag die Stuttgart Scorpions in deren Heimstadion auf der Waldau. Mit 27:9 siegte der Meister über den Vizemeister und besonders für Kicker Steffen Dölger scheint die Schwabenmetropole dabei stets eine Reise wert zu sein.

Steffen Dölger

Denn nachdem der Nationalspieler schon im letztjährigen German Bowl an gleicher Ort und Stelle fehlerfrei agierte, zeigte er auch nun zum Saisonauftakt wieder sein ganzes Können.

Alle seine Kicks trafen ihr Ziel, und damit steuerte die Nummer 11 der Lions neun enorm wichtige Punkte für diesen Richtungsweisenden Auswärtssieg bei.

 

Die drei verwandelten Extrapunkte nach den Touchdowns durch Kelvin Love (2x) und Jabari Johnson kann man dabei sicher noch als vermeintlich normal bezeichnen. Doch die beiden verwandelten Field Goal-Versuche hatten es dann doch schon in sich.

 

Denn in der ersten Halbzeit traf der Linksfuß aus 45 Yards Entfernung, bevor er mit den letzten Punkten der Partie aus 50 Yards noch für den abschließenden Höhepunkt aus Sicht der Löwenstädter sorgte.

Auch für den drittbesten Scorer in der Vereinsgeschichte bei weitem keine Normalität, gleich zwei so lange Feldtore zu verwandeln.

 

„Es ist natürlich schön, dass ich getroffen habe. Dabei habe ich bei beiden Field Goals den Ball gar nicht immer perfekt getroffen. Aber die Kicks waren ja zum Glück drin“, so der Kicker erleichtert.

„Es war schön, der Mannschaft damit helfen zu können, denn dieser Sieg war ungeheuer wichtig für uns. Wir alle wollten uns und dem Rest der Liga zeigen, dass wir noch immer hungrig nach Siegen und Titeln sind. Dafür war Stuttgart unter den Begleitumständen die richtige Bühne, und ich bin glücklich, dass wir gewinnen konnten.“

 

Ob die Perfektion nach einem Spiel ohne Fehler sich auch durch den weiteren Saisonverlauf ziehen wird, lässt der Betroffene allerdings noch offen.

„Na klar wäre es toll, jeden Kickversuch zu treffen. Das ist ja auch mein Ziel bei jedem Versuch. Aber manchmal soll es halt nicht sein. Es muss immer alles perfekt stimmen. Der Snap, der Hold und natürlich mein Kick. Nur im Zusammenspiel sind wir da erfolgreich. Doch ich hätte natürlich nichts dagegen, wenn es weiter so läuft wie in Stuttgart am vergangenen Wochenende.“

 

Und wenn er weiter so erfolgreich trifft, dann nimmt er auch die 700 Punkte-Marke im Lions-Trikot fest ins Visier. Aktuell hat der frühere Wolfsburger genau 629 Zähler auf seinem Punktekonto bei den Braunschweigern. Er verwandelte bisher seit 1995 insgesamt 90 Field Goals für seine Farben und 335 Extrapunkte. Dazu erzielte er auch noch zwölf Conversions.