Mit Salto zum Sieg

Sieben Punkte hinten, neun Punkte voraus, elf Punkte zurück: Die Unicorns haben die heiße Berg-und-Tal-Fahrt bei den Marburg Mercenaries am Sonntag mit 48:37 für sich entscheiden können.

„Wer kann die Hitze besser vertragen“, fragt der Marburger Moderator das Publikum im Georg-Gassmann-Stadion mit Beginn der zweiten Hälfte. Und da scheinen die Antwort auf diese Frage die Mercenaries zu sein. Denn sie stoppen nicht nur den sonst so starken und verlässlichen Haller Angriff, sondern können infolgedessen auch noch ihre Führung auf 37:26 ausbauen. National-Quarterback Joachim Ullrich zeigte sich in guter Form und gut abgestimmt mit seinen Passempfängern.

 

Schon in der ersten Halbzeit beweisen die gastgebenden Mercenaries, dass sie weiterhin zu den Top-Teams in der GFL zählen wollen. Die beiden Mannschaften liefern sich bis zum 14:14 einen ausgeglichenen Kampf. Zweimal geht Marburg in Führung, zweimal kann Schwäbisch Hall in Person von Felix Brenner, der seine Ellbogen-Verletzung auskuriert hatte, und Topscorer Fritz Waldvogel ausgleichen.

 

Dann scheint es so, als könnte sich der Favorit aus Schwäbisch Hall von den Marburgern absetzen: Den Unicorns gelingt ein Onside-Kick, sodass die Haller Offense nach ihrem zweiten Touchdown sofort wieder auf das Feld eilen muss. Diesmal ist es Quarterback Jake Spitzlberger selbst, der den Ball in die Endzone trägt – die Unicorns gehen erstmals in Führung und können diese mit einem weiteren Waldvogel-Touchdow auf 26:17 ausbauen.

 

Doch die Marburger geben sich nicht auf und kämpfen sich mit drei Touchdowns in Folge zurück ins Spiel. Plötzlich ist der Deutsche Meister mit elf Punkten in Rückstand und es kommen langsam Zweifel, ob all die Verletzungs- und Urlaubsausfälle nicht mehr kompensiert werden können. Vor allem die Offensive Line ist am Sonntag die wunde Stelle der Unicorns: Mit Pascal Hellwig und Sven Schönemann müssen zwei gelernte Defense-Spieler wegen der vielen Ausfälle im Angriff aushelfen. Dann fällt zum Ende der ersten Halbzeit auch noch Jan Flachs aus, der nur mit kräftiger Unterstützung vom Feld humpeln kann. So muss mit Daniel Browne auch noch ein dritter Defensive-Line-Spieler in die Presche springen. Und sie machen ihre Arbeit gut. Denn mit ihrer Hilfe kommen die Schwäbisch Hall Unicorns zurück ins Spiel. Und vor allem ihr Quarterback Jake Spitzlberger. Man merkt ihm an, dass er das Spiel unbedingt noch herumreißen will. Nacheinander erläuft er mit einem immensen Durchsetzungsvermöfen zwei Touchdowns. Und besonders eindrucksvoll: Sein Salto in die Endzone brachte bei der Conversion nach dem Touchdown noch zwei weitere Punkte auf das Punkte-Konto der Unicorns. „Jake ist ein Fighter“, ist auch Head Coach Siegfried Gehrke nach dem Spiel begeistert von Spitzlbergers Qualitäten.

 

Nach dieser Spitzlberger-Show lässt Hall nichts mehr anbrennen. Die Defense findet mit zunehmender Spielzeit immer besser zu sich und kann die Marburger Offensive zu einem Fumble zwingen. Hannes Dierolf gelingt es zudem, einen Pass von Joachim Ullrich abzufangen. Und zu guter Letzt gelingt nach dem Quarterback auch Fritz Waldvogel sein dritter Touchdown im Spiel zum 37:48-Endstand.

 

Marburg hatte eine Chance, dem Tabellenführer zwei weitere Punkte zu stehlen, doch dazu machten die Mercenaries zu viele Fehler, die Schwäbisch Hall auszunutzen wusste. Technisch gesehen war es sicher nicht die schönste Partie der TSG-Footballer, doch Gehrke sieht es so: „In puncto Charakterstärke haben wir unser bestes Spiel der Saison gemacht.“