„Müssen den Weg zu Ende gehen“ - Universe-Receiver David Giron Jansa hängt eine Saison an

David Giron Jansa war erst einige Sekunden im Einsatz, als er gleich in seinem ersten Spiel für Samsung Frankfurt Universe vor zwei Jahren einen Touchdown-Pass von Emmanuel Lewis fing. Entlang der Sideline der Wiesbaden Phantoms trug Jansa den Ball damals vor 3500 begeisterten Universe-Fans im ehemaligen Waldstadion zum 6:0 in die Endzone.

 

Seither ist viel passiert: Nach einer wahren Leistungsexplosion von 2015 in der GFL2 zur GFL-Saison 2016 wird der Guatemalteke bei 78 gefangenen Pässen in 14 Spielen mit 1032 Receiving Yards geführt. 12 Touchdowns und durchschnittlich 73,7 Yards Raumgewinn als Passempfänger machten den Publikumsliebling unter den Universe-Anhängern noch beliebter. Grinsend und strahlend absolvierte Jansa Spiel um Spiel nach dem Schlusspfiff die Ehrenrunde mit den „Men in Purple“.

„Das ist immer etwas ganz Besonderes, wenn man nach einem Spiel Fans direkt ins Gesicht schauen und mit ihnen feiern kann…“, so Jansa, der nun seinen Vertrag mit Samsung Frankfurt Universe verlängerte.
„Mir ist diese Entscheidung wirklich nicht schwer gefallen“, betonte Jansa, dessen Stärke auch in Punt und Kick Returns liegt. 2016 returnierte er 17 Punts für 411 Yards, also 24,2 Yards Raumgewinn pro Versuch. Der längste Return erfolgte über 93 Yards und dreimal erreichte Jansa sogar die Endzone. Sieben Kick Returns brachten ihm weitere 140 Yards Raumgewinn ein.

„Ich werde eine dritte Saison für Universe spielen, weil ich weiterhin der Überzeugung bin, dass dieses Team das beste ist, das man sich wünschen kann. Die Organisation arbeitet sehr professionell und die Fans sind ein Faktor, auf den wohl kein anderes Team in diesem Umfang bauen kann. Zudem hat Universe einen langen Weg  hinter sich und alleine seit meinem ersten Spiel damals gegen Wiesbaden in der GFL2 ist so viel passiert… Wir hatten einfach Pech, in den Play-offs diese Saison zu verlieren und wir hätten gewinnen können. Ich möchte auch daran arbeiten, dass wir nächstes Jahr diese bittere Niederlage vergessen machen können!“

Dass eine „Rehabilitation“, wie Jansa es ausdrückt, für das 3:10 nicht sein einziges Ziel mit Universe ist, gibt Jansa offen zu. „Ich will mit Universe den German Bowl gewinnen. Es wird höchstwahrscheinlich meine letzte Saison sein. Ich habe zehn Jahre in den USA und Deutschland gespielt und bisher war es ein fantastischer Ritt! Zwar bin ich bereit, meine Cleats an den Nagel zu hängen, aber dazu brauche ich einen German Bowl.“

Als Spieler habe er sich vorgenommen, weiterhin Teamplayer zu sein. „Was bringt es denn, wenn einer alleine eine Show abzieht“, fragt Jansa rhetorisch. Ein Spieler solle tun, was die Coaches verlangen und sich dort einbringen, wo er benötigt werde. Er kenne seine Stats, kümmere sich aber nicht wirklich darum, winkt der Universe-Publikumsliebling ab. „Ich möchte einfach mit dem Team für die Fans gewinnen. Das kann ich nicht alleine. Also sind meine eigenen Stats nicht wichtig.“

Das Gewinnen mache mit Universe besonderen Spaß. „Den EFL Cup in Händen zu halten, war schon ein besonders toller Moment, aber wir hatten einige fantastische Momente… Es war eine großartige Saison.“
Beim Blick auf die Saison 2016 kann David Giron Jansa ein weinendes Auge nicht verbergen: „Mit Doums und Laurinho verliere ich zwei gute Freunde und Universe zwei tolle Spieler. Das ist mehr als schade. Auch die Niederlage gegen Kiel in einem grauenhaften Spiel bei grauenhaftem Wetter wird mir lange in Erinnerung bleiben. Leider!“

Der nächste Blick gilt jedoch wieder der Zukunft: „Wir müssen nun wieder vorausschauen. Wir müssen uns so gut vorbereiten wie wir können. Und wir müssen den Weg zu Ende gehen…“