Nacita wurde am 25. November 1993 im kalifornischen Bakersfield geboren, ist 1,80 Meter groß und wiegt 91 Kilogramm. Von 2012 und 2013 spielt er an der Cornell University und wechselte für die Spielzeiten 2014 und 2015 zu Baylor. 2016 folgte eine GFL-Saison im Jersey der Marburg Mercenaries.
Mit dem noch 23-Jährigen verlieren die Söldner einen Leistungsträger, der diese Bezeichnung zu Recht verdient:
1718 Yards überbrückte Silas Nacita in 229 Läufen am Boden, erzielte dabei 21 Touchdowns und kam auf einen Spieldurchschnitt von 112,9 Yards. Als Receiver fing er 43 Pässe, schaffte damit 492 Yards Raumgewinn und erreichte zweimal die Endzone.
Doch damit nicht genug: Fünfmal returnierte Nacita Punts des Gegners für insgesamt 47 Yards, bestach mit durchschnittlich 28,5 Yards Raumgewinn pro Kick return, durch die er 911 Yards und einen Touchdown über 91 Yards erzielte, und trug zudem einen Fumble über 45 Yards in die gegnerische Endzone.
Doch damit noch immer nicht genug: Als Quarterback (!) brachte er 53 von 117 Pässen an den Mann, erzielte 515 Yards Raumgewinn und fand fünfmal einen Abnehmer für Touchdownpässe.
152 Punkte kamen so in 14 GFL-Spielen zustande; 3031 Yards insgesamt und damit 216,5 Yards pro Spiel.
Doch wer nun dachte, das sei „schon“ alles, irrt… Nacita wurde von den Mercenaries auch als Punter und Kicker bei Kick-offs eingesetzt: 45 Mal puntete er den Ball für 1890 Yards – durchschnittlich 42 Yards und im Maximum 80 (!) Yards – und sorgte für fünf Kick-offs von insgesamt 195 Yards Länge.
Ein wahres Multitalent also, das 2017 das lila Jersey von Samsung Frankfurt Universe überstreifen wird.
Die Frage, warum er sich nach einer für ihn persönlich dermaßen erfolgreichen Saison nun Universe anschließt, beantwortet der US-Amerikaner mit einem Lächeln: „Ich war schon beim Spiel in Frankfurt absolut fasziniert von diesem pulsierenden Club. Frankfurt hat das Potenzial, eine Macht in der GFL zu werden und ich denke, wir haben 2017 schon die Chance, um den German Bowl zu spielen.“ Fanbase, Nachwuchsarbeit und das Umfeld mit optimalem Stadion, zahlreichen Helfern, starken Partnern und Sponsoren machten es eventuell sogar möglich, die Nummer eins in Europa zu werden.
Die Saison 2016 habe gezeigt, dass Deutschland in Sachen Football weiterhin auf dem Vormarsch sei. Auf und neben dem Feld. „Die Unterstützung durch die Fans ist fantastisch – vor allem natürlich in Frankfurt – und die Verantwortlichen leisten hervorragende Arbeit. Zudem hat Deutschland zahllose Talente, wenn man sich überlegt, dass Football noch eine Randsportart ist.“
Mit Blick auf 2017 nennt Nacita nur zwei Ziele: „Erstens: der German Bowl! Zweitens: Ich möchte, wenn ich Universe verlasse, sicher sein, dass die Spieler und das Programm auch dank mir noch besser wurden!“
Auf die Tatsache, keine Starallüren zu haben, legt der neue „Man in Purple“ großen Wert, weiß aber auch um seine Fähigkeiten und Stärken. „Ich habe die Fähigkeit, in vielen Bereichen des Spiels Plays für das Team zu machen, finde es aber wichtiger, dabei zu helfen, die deutschen Spieler auf das Niveau zu bringen, um mit ihnen diese Plays durchführen zu können. Immerhin gewinnen nicht wir Imports Titel, sondern das gesamte Team.“ Seine Intension sei es daher, während seiner Zeit in Deutschland auf Wunsch auch als Ansprechpartner für deutsche Spieler zu fungieren.
Verpflichtet wurde Nacita als Runningback. Eine faszinierende Position, wie er unterstreicht. „Ich habe keine Ahnung, warum ich gerade Runningback wurde“, überlegt er. „Zumal es die Position sein dürfte, die mit den meisten Schmerzen verbunden ist.“
Doch sie sei in der Tat faszinierend. „Jemand drückt Dir einen Ball in die Hand und elf andere versuchen plötzlich Dich umzubringen…“ Das Zusammenspiel mit der O-Line ermögliche jedoch das „Überleben“ und die Möglichkeit, auf die Bewegungen des Gegners reagieren zu können. „Es ist eine große Herausforderung, der ich mich immer wieder gerne stelle.“
Die Saison 2017 kann für Nacita wie für viele andere Spieler nicht früh genug beginnen. „Ich freue mich vor allem über die neuen Menschen, die ich in Frankfurt kennenlernen werde. Das hat mir schon in Marburg sehr viel Spaß gemacht. Ich möchte da vor allem Anja Schäfer, ihre Familie und Carsten Dalkowski nennen. Sie haben mich mit offenen Armen empfangen… Von Frankfurt habe ich ähnliches gehört und freue mich daher sehr darauf. Besonders, weil mir sowohl in Frankfurt als auch in Marburg bei beiden Spielen zwischen Universe und den Mercenaries viele Universe-Fans sagte, sie hätten es sehr genossen, mir beim Spielen zuzuschauen.“
Dem Wiedersehen mit den Mercenaries blickt Silas Nacita entsprechend freudig entgegen. „Ich liebe die Jungs in diesem Team. Tolle Menschen, klasse Spieler. Sie wieder zu treffen, wird sehr viel Spaß machen.“ Er sei noch nie von einem Mercenary getacklet worden, grinst er. „Und habe auch nicht vor, es zu werden.“
2017 dürfte eine ausgeglichenere GFL-Saison werden als 2016, überlegt Nacita abschließend. Die zurückliegende Spielzeit habe doch ein immenses Leistungsgefälle offenbart. Ein Faktor, der dabei für Universe gesprochen haben und sicherlich erneut spreche, seien die Fans. „Ich weiß… das wird immer gesagt! Aber es ist nun mal so. Es ist die Hölle, dort als Gegner zu spielen. Unfassbar laut! Ich hoffe, 2017 kommen noch mehr Fans und machen Lärm für uns!“
