Den direkten Vergleich gewonnen und die Minimalchance auf Platz Drei in der Tabelle der GFL Nord gewahrt, so fällt das erste Fazit nach dem Gastspiel in der sächsischen Landeshauptstadt aus. Dass es dazu letztendlich noch reichen würde, danach sah es lange Zeit nicht aus. Zuerst machte den Gästen das Passspiel von Quarterback Jeff Welsh auf Wide Receiver Jan Hilgenfeldt zu schaffen, der allein in der ersten Halbzeit Pässe für fast 100 Yards fing und den ersten Touchdown des Spiels erzielte. Anschließend begann dann vor knapp 2000 Zuschauern die Vorstellung von Monarchs-Running Back Trevar Deed, den die Verteidiger der Adler oftmals nicht stoppen konnten. 281 erzielte Laufyards standen am Ende des Spiels für die Nummer Vier der Königlichen in der Statistik.
Auch der Angriff der Adler fand wieder mal nur schwer in das Spiel. Der erste Touchdown für die Schwarz-Gelben war dann auch das Ergebnis der guten Arbeit des Special Teams, das Wide Receiver Conrad Meadows unmittelbar nach dem 0:21 mustergültig den Weg für einen 100-Yards Kickoffreturntouchdown freiblockte. Das war das Startsignal für die Aufholjagd der Mannschaft von Head Coach Wanja Müller, der das Spiel folgendermaßen bilanzierte: „Wir haben bis zum Schluss gekämpft, aber der Rückstand war dann diesmal doch zu groß. Gegen ein in diesem Jahr sehr starkes Dresdner Team darf man sich das nicht erlauben. Wir haben zu langsam ins Spiel gefunden. Dresden hat das Spiel verdient gewonnen, auch wenn das Spiel knapper war, als der Spielstand es hergibt.“
Der Berliner Anhang konnte eigentlich bis kurz vor Ende des Spiels hoffen, dass das Team (wie schon so oft) das Spiel noch drehen könnte, da zwar Trevar Deed den Vorsprung der Gastgeber immer wieder erhöhte, Conrad Meadows diesen nicht minder eindrucksvoll jeweils wieder verkürzte. Beim Stand von 25:35 und einem großartig getretenen Onside-Kick von Benjamin Scharweit hatten die Adler bei verbleibenden vier Spielminuten dazu immer noch alle Möglichkeiten. Woran es gelegen hat, dass die folgenden Pässe von Kevin Ramay die Anspielstationen nicht erreichten und der Gästeangriff nach vier Spielzügen wieder vom Feld musste, wird die Videoauswertung zeigen. Der Running Back der Gastgeber erzielte anschließend seinen fünften Lauftouchdown an diesem Tag, der das Spiel praktisch zugunsten des Tabellenzweiten entschied.
Um im Playoffviertelfinale als Tabellenvierter der Nordgruppe nicht zum Sieger der Südgruppe reisen zu müssen, sind jetzt vier Siege aus den verbleibenden vier Spielen und Schützenhilfe aus Kiel und Braunschweig erforderlich. Im Football ist nichts unmöglich …
