New Yorker Lions verlieren Premiere in Lübeck

Überraschend verlieren die New Yorker Lions ihre Premiere gegen die Lübeck Cougars mit 27:24 (14:10; 0:0; 13:6; 0:8).

Zwar zeigte sich das Team von Headcoach Phil Hickey dieses Mal bis zum Schlusspfiff kämpferisch und gewillt, das Spiel noch für sich zu entscheiden, aber Pech auf Seiten der Löwen und Glück zu Gunsten der Cougars, waren letztendlich spielentscheidend.
Bereits vor der Partie plagten Verletzungssorgen die Mannschaft der Lions. Mit RB
Sven Rosemann, TE Niklas Bewig und DB Lenny Greene waren u.a gleich drei Leistungsträger nicht spielfähig. Damit nicht genug, verletzte sich Routinier und Offenes Line Spieler Lars Lupprian im ersten Quarter so schwer an der Schulter, das er zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

 

Den Kick-Off der Begegnung führte Lions Kicker T. Göbel aus, Cougars Runningback Mike Davis war für den Return zuständig. Von der eigenen 36 Yard Linie aus begannen die Lübecker mit ihrem ersten Offense Drive. Gleich zu Beginn zeigte sich, welche drei Spieler im Angriff der Cougars das weitere Spiel über bestimmend sein sollten. Neben QB Andrew Hill und Receiver Gilbert Locklan, war das vor allem Runningback Mike Davis. Schnell erzielte man den nötigen ersten Raumgewinn zum neuen ersten Versuch durch Läufe von Hill und Davis, dann war aber an der Mittelinie Schluss und die Cougars mussten punten. Ob es an der hochstehenden Sonne lag oder nicht, jedenfalls konnte Sears den Punt nicht sichern und der freie Ball wurde von Lübecks Special Team 13 Yards vor der Endzone der Löwen gesichert.

 

Wenige Spielzüge später fand QB A. Hill seinen australischen Ballfänger G. Locklan über vier Yards zur 7:0 Führung (PAT D. Töllner) in der Endzone der Braunschweiger.
Lübeck versuchte das Momentum zu nutzen und mit einem Onside-Kick erneut wieder in Ballbesitz zu gelangen, dieses misslang aber und die Lions begannen ihren ersten Angriffsdrive an Lübecks 42 Yard Linie. An der 18 Yard Linie der Cougars war dann aber nach Läufen durch J. Johnson und einem Pass von M.Herrick auf W. Ngaoudjio Schluss, so dass aber immerhin der Drive mit einem 32 Yard Fieldgoal zum 7:3 durch T. Göbel beendet werden konnte.

 

Ganze fünf Spielzüge hatten die Lübecker, startend von ihrer eigenen 20 Yard Linie mit u.a. Läufen von M. Davis und einem Pass von A. Hill auf seinen kanadischen Receiver M. Kresowaty, erneut das gesamte Feld überbrückt und mit einem 30 Yard Pass von A. Hill, erneut auf L. Gilbert, zum 14:3 (PAT D. Töllner) erhöht. Zu diesem Zeitpunkt schien es, das die Defense der New Yorker Lions, noch nicht wirklich im Spiel angekommen war.

 

Erneut versuchten die Cougars einen kurzen Kick-Off und hofften darauf so das Angriffsrecht wieder zu erobern, aber wie bereits zuvor war das Special Team der Lions, dieses Mal in Person von C. Bollmann, auf der Hut.

 

In hervorragender Feldposition an der Cougars 30 Yard Linie betrat die Offense der Löwenstädter wieder das Feld. Vor allem J. Johnson und W. Ngaoudjio waren verantwortlich dafür, dass sich die Mannschaft der Lions trotz einer Holding Strafe und starkem Druck der Defense der Lübecker gegen QB M. Herrick, bis 2 Yards vor die Endzone der Travestädter vorarbeiteten. Von dort vollstreckte J. Johnson mit einem kurzen Lauf zum 14:10 (PAT T. Göbel). Mit diesem Spielstand ging es direkt in das zweite Spielviertel.

 

Das zweite Quarter bestimmten vor allem die beiden Abwehrreihen. Sowohl die Defense der Lübeck Cougars, als auch die der New Yorker Lions ließen keine weiteren Punkte bis zur Halbzeit zu. Bemerkenswert auf Seiten der New Yorker Lions war zum einem die erste Interception im Jersey der Braunschweiger von DB J. Wiedemann, der einen abgefälschten Pass von Lübecks QB A. Hill abfangen konnte und zum anderen ein 28 Yard Fielgoalversuch von T. Göbel, der äußerst knapp rechts an den Torstangen vorbeisegelte.

 

So blieb es beim Spielstand von 14:10 aus Sicht der Cougars zur Halbzeit.

 

Den besseren Einstieg nach der Pause hatten die Lions. Beginnend von ihrer eigenen 35 Yard Linie marschierten sie kontinuierlich mit Läufen vom aufopfernd kämpfenden J. Johnson und Pässen von M. Herrick auf N. Steinhagen und J. Schridde bis ein Yard vor die Endzone der Berglöwen. Erneut war es J. Johnson vorbehalten die verbleibende Distanz zu überbrücken und für die erste Führung der Löwen zum 14:16 zu sorgen. Der Extrapunktversuch war nicht gut.

 

Leider währte die Freude über die Führung auf Seiten der Löwenstädter nicht lange, denn bereits den nachfolgenden Kick-Off trug Lübecks bester Angreifer an diesem Tag, M. Davis, bis zur 4 Yard Linie der Braunschweiger zurück. Nur einer hervorragenden Einzelleistung von Lions Spieler B. Krahl war es zu verdanken, das M. Davis nicht direkt Endzone zum Touchdown erreichte. Letztendlich verhindern konnte er aber den erneuten Führungswechsel nicht. Lübeck Cougars RB F. Teuber überbrückte kurze Zeit später die übrige Distanz bis in die Endzone der Löwen zum 20:16 (TPC nicht gut) und brachte die Lübecker damit wieder in Führung. In den jeweils folgenden Angriffsversuchen mussten sich sowohl die Lions, als auch die Cougars nach bereits vier Versuchen per Punt wieder vom Angriffsrecht trennen. Nach Lübecks Punt begannen die Lions an der eigenen 11 Yard Linie und mussten nach einem kurzen Lauf von J. Johnson einen weiteren Tiefschlag einstecken. Im zweiten Versuch verunglückte ein Passversuch von M. Herrick auf N. Steinhagen, so dass der Ball direkt in die Arme eines Verteidigers der Lübeck Cougars landete und dieser dann nur noch, die Interception über die verbleibenden Yards bis in die Endzone zum 27:16 (PAT D. Töllner) zurücktragen musste.

 

Wer erwartete, dass die New Yorker Lions nun, wie gegen Berlin Adler, an sich selbst zweifeln und sich aufgeben würden, sah sich getäuscht. Im anschließenden Drive arbeitete sich man vor allen mit schönen Passspiel auf C. Bollmann, N. Steinhagen und W. Ngaoudjio  bis 12 Yard an die Endzone der Cougars vor. Der folgende Pass von M. Herrick auf den in der Endzone und sich in Doppeldeckung befindenden C. Bollmann geriet aber zur Fehlentscheidung. Nicht nur, das der Pass von Cougars R. Bass abgefangen wurde und somit der Angriff der Lions ohne Punkte den Platz verlassen musste, wurde auch noch QB M. Herrick so hart beim Passversuch getackelt, das er ab sofort angeschlagen von der Seitenlinie den Rest des Spiels verfolgen musste.
Es ging ins vierte und letzte Spielviertel und die Cougars mussten sich erneut nach einer guten Defenseleistung der Löwen per Punt vom Ballbesitz trennen. Als QB für die New Yorker Lions betrat nun M. Friese an der Lions 45 Yard Linie das Feld. Mit Pässen auf C. Bollmann und W. Ngaoudjio, sowie Läufen über J. Johnson kam man schnell bis zur 5 Yard Linie der Cougars nach vorne. Den positiven Abschluss des Angriffsdrive bildete ein 5 Yard Touchdown Pass zum 27:21 von M. Friese auf J. Schridde. Die folgende Two Point Conversion verwandelte J. Johnson und verkürzte nochmalig auf 27:24. Nun war es an der Verteidigung der Löwen, die Chance zum Sieg für die Lions weiter offen zu halten. Die Defense machte ihren Job hervorragend und zwang die Lübecker schnell zum Punt. Erneut lief es zunächst im Angriff der Lions, weiterhin unter der Regie von M. Friese, gut. Schnell kam man bis in die Hälfte der Cougars nach vorne, ehe ein zu langer Snap auf M. Friese den Vorwärtsdrang je beendete. Zwar konnte der QB der Braunschweiger den Ball noch zu fassen bekommen und wegwerfen, aber diese Aktion ahndeten die Schiedsrichter als unerlaubtes Wegwerfen des Spielgerätes und somit mussten die Lions erneut nach guten Beginn punten. Abermals machte die Verteidigung der Löwen ihre Aufgabe perfekt und ließ keinen Raumgewinn für die Lübeck Cougars zu. Somit hatte der Angriff der New Yorker Lions noch einmal die Möglichkeit zum siegbringenden Angriffsdrive. Ein schöner Screen Pass von M. Friese auf W. Ngaoudjio brachte den Angriff der Löwenstädter schnell in die Hälfte der Hansestädter doch dort schlug das Pech für die Lions an diesem Spieltag erneut zu. Beim Versuch seinen Receiver über die Mitte mit einem kurzen Pass zu bedienen, warf M. Friese einen seiner Offense Line Spieler den Ball in den Rücken. Den unkontrolliert in die Luft abprallenden Ball konnte sich ein Defense Line Spieler der Cougars sichern und somit das spielentscheidende Angriffsrecht für seinen Mannschaft zurückerobern. Beginnend an der eigenen 40 Yard Linie, reichten den Berglöwen aus Lübeck Laufspielzüge und ein weiteres First Down aus, um die Überraschung des Tages perfekt zu machen und die New Yorker Lions knapp aber verdient mit 27:24 zu besiegen.

 

Nach dem Spiel sah man durchweg in traurige und betroffene Gesichter von Spielern und Coaches der New Yorker Lions. Trotz Kampf und Siegeswillen hatte man erneut durch unglückliche Aktionen und Pech verloren. Zu allem Überdruss wartet auch noch in der nächsten Woche (3. Juni, Kick-Off 15 Uhr, Holstein Stadion) mit den Kiel Baltic Hurricanes der vermeintlich stärkste Gegner in der GFL-Nord. Aber vielleicht gelingt auch den nun großen Außenseiter aus Braunschweig am nächsten Sonntag in Kiel eine Überraschung, wie es heute den Lübeck Cougars geglückt ist.