Es war alles angerichtet für ein Football-Fest auf dem TuS1-Platz: Strahlender Sonnenschein, eine stimmungsvolle Kulisse und zwei ungeschlagene Teams, die sich im Derby nichts schenkten. Letztendlich mussten sich die Stuttgart Scorpions in einem dramatischen Schlagabtausch den Reutlingen Eagles mit 36:47 geschlagen geben, nachdem ein holpriger Start und ein überragendes Laufspiel der Gäste den Ausschlag gaben. Am Ende machen individuelle Fehler und ein Runningback der Gäste den Unterschied.
Ein Festtag für die Football-Familie
Schon vor dem Kick-off wehte ein besonderer Wind durch Degerloch. Insgesamt 580 Zuschauer verwandelten den TuS1-Platz in eine würdige Heimspielstätte für die Regionalliga-Saison. Ein besonderes Highlight war der Besuch von rund 75 Mitgliedern des OFC (Fanclub des ehemaligen ELF-Teams Stuttgart Surge). Die Fans empfingen die Gäste standesgemäß mit einem „Tailgating“ und sorgten über die gesamte Spieldauer für eine besondere Atmosphäre. Dass sich viele dieser Fans entschieden haben, die Scorpions in dieser Saison lautstark zu unterstützen, unterstreicht den Zusammenhalt in der Stuttgarter Football-Community.
Spielbericht: Moral bewiesen nach Kaltstart und Verletzungsdrama
Der sportliche Teil des Nachmittags begann für die Stuttgart Scorpions alles andere als nach Plan. Bereits im ersten Drive verloren die Hausherren den Ball. Die Eagles nutzten die Chance konsequent und gingen schnell mit 0:7 in Führung. Ein weiterer Ballverlust direkt nach dem Kick-off sowie individuelle Fehler führten dazu, dass Reutlingen den Vorsprung zügig auf 0:17 (inklusive Field Goal) ausbaute.
Doch die Scorpions bewiesen Moral: Quarterback Da Ronte Smith (#2) bediente Nils Laauser (#14) perfekt zum 7:17-Anschluss. Kurz vor der Halbzeit kam es jedoch zu dramatischen Szenen: Nach einem weiten Pass verletzte sich Wide Receiver Cedric Zwaller (#99) bei einem Tackle kurz vor der Endzone schwer. Das Spiel musste für 20 Minuten unterbrochen werden, während Spieler beider Teams einen Kreis als Sichtschutz bildeten. Zwaller wurde vorsorglich mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Trotz des Schocks blieb Stuttgart konzentriert: Da Ronte Smith verkürzte per Lauf zum 14:19-Halbzeitstand.
Kuriose Szenen und ein Touchdown-Feuerwerk
Die zweite Hälfte begann spektakulär: Ein Field-Goal-Versuch der Scorpions wurde geblockt, der Ball rollte in die Endzone und wurde dort von Smith gesichert. Zur Überraschung vieler gaben die Referees den Punktgewinn jedoch nicht. Reutlingen antwortete abgeklärt und baute die Führung durch physisches Laufspiel auf 14:33 aus.
Was dann folgte, war eine Werbung für den Offensiv-Football. Angeführt vom überragenden Nils Laauser (#14), der einen Touchdown nach dem nächsten markierte, kämpften sich die Scorpions immer wieder heran. Besonders stark: Bei einer 2-Point-Conversion wurde der Quarterback der Scorpions von der gesamten Einheit zum 22:33 über die Linie gedrückt.
In einem wilden vierten Viertel antwortete Reutlingen jedoch auf jeden Stuttgarter Score postwendend. Trotz zweier weiterer Touchdowns durch Laauser und einer erfolgreichen Two-Point-Conversion kurz vor Schluss, reichte es nicht mehr für die Wende. Das Spiel endete in einem echten High-Scoring-Game mit 36:47.
Fazit: Eine Leistung, auf der man aufbauen kann
Zwar blieben die Punkte bei den Gästen, doch die 36 erzielten Punkte und die unbändige Moral lassen die Fans optimistisch in die nächsten Wochen blicken. Die Scorpions haben gezeigt, dass sie auch die großen Teams in der Regionalliga vor massive Probleme stellen können. Daher gehen die Stuttgarter mit viel zuversicht in das nächste Heimspiel am 09. MAi gegen die Holzgerlingen Twister.
Text: Thorsten Meller
Bild: Thorsten Meller

