Panther enttäuschen in Dresden

Die längste Auswärtstour der Saison war für die Düsseldorf Panther nicht den Aufwand wert. Nach zweimal neun Stunden Fahrt und gut 1.100 Kilometern kehrte der sechsmalige deutsche Meister mit einer unerwarteten und vor allem auch unerwartet hohen 10:34 (7:0, 3:14, 0:7, 0:13)-Klatsche vom Gastspiel bei den Dresden Monarchs zurück. „Wir haben natürlich viel schlechter gespielt, als ich es erwartet hätte. Auch wenn man nicht immer auf so hohem Niveau spielen kann wie wir in den vergangenen Wochen, hatte ich mit mehr von unserer Seite gerechnet“, gestand Headcoach James Jenkins nachher ein, warb aber um Verständnis für seine Schützlinge: „Es gibt immer mal solche Tage, an denen nicht viel läuft.“

Und es war wahrlich einer dieser Tage für die Panther, an denen nahezu alles schief geht, was beim Football danebengehen kann. Verpasste Tackles, nicht gemachte Interceptions und sich plötzlich öffnende Löcher in der Defense, fallen gelassene Bälle, schlecht getimte Pässe und schlecht gesetzte Blocks in der Offense, dazu eine Flut von Strafen samt einiger Undiszipliniertheiten – am Ende stand die schwächste Düsseldorfer Saisonleistung in der German Football League und der erste Sieg überhaupt im mit 2.153 Zuschauern besetzten Glücksgas- Stadion für die Dresden Monarchs. Einziges kleines Positivum: Nach dem 40:14 im Hinspiel vor drei Wochen spricht wenigstens der (am Saisonende bei Punktgleichheit entscheidende) direkte Vergleich noch hauchdünn für die Düsseldorfer.

 

Dabei hatte die Gäste  kurz nach Beginn des zweiten Viertels schon 10:0 geführt. Allerdings war es auch bis dahin schon nicht besonders rund gelaufen für die Panther, bei denen anschließend fast gar nichts mehr zusammenlief. David McCants zweimal und Marcel van Eck ließen Bälle fallen, leisteten sich Fumbles, die die Monarchen eroberten. Und Spielmacher Robert Demers, der Estrus Crayton über 37 Yards zum einzigen Panther-Touchdown des Tages bedient hatte, leistete sich zwei Fehlpässe. Macht insgesamt fünf Turnovers – in den vier vorherigen Saisonspielen hatten sich die Düsseldorfer ganze zwei Ballverluste insgesamt erlaubt.

 

Immer, wenn es danach aussah, als ob den Panthern - genau wie ein Jahr zuvor beim 24:23-Erfolg in Dresden – ein erfolgreiches Comeback gelingen könnte, warfen Strafen sie entscheidend zurück. Zu einer ganzen Reihe von Penalties wegen Haltens kamen immer wieder persönliche Fouls für Proteste gegen die Entscheidungen der Unparteiischen. Der traurige Höhepunkt war kurz vor Ende des dritten Viertels, als beim dritten Versuch an der eigenen 12-Yard-Linie 48 Yard zu einem neuen ersten Versuch zu überbrücken gewesen wären! So gelang das Debüt des neuen Monarchs-Quarterbacks Warren Smith, ohne dass die Dresdner eine herausragende Leistung bieten mussten. „Wir haben nicht besonders gut angefangen, aber nachher haben wir sie gut durchgeprügelt“, resümierte Dresdens Cheftrainer Gary Spielbuehler zufrieden und blickte zurück. „Wir haben im Training hart gearbeitet und uns enorm verbessert. Im Hinspiel ist bei uns fast alles schief gegangen, das war einer jener Tage . . .“