„Nach dem bisherigen Verlauf des Vorverkaufs sollten wir mehr Zuschauer begrüßen können als beim Relegationsspiel gegen Berlin im Herbst.“ Da bejubelten immerhin 3.000 Besucher, dass der sechsmalige deutsche Meister die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse schaffte.
Nicht ganz so zuversichtlich wie sein Vorstand in puncto Fan-Zuspruch ist Cheftrainer Martin Hanselmann bezüglich der sportlichen Aussichten des Aufsteigers und derzeitigen Tabellenführers vom Rhein gegen den amtierenden deutschen Meister von der Förde. „Es ist eine Riesenherausforderung, die ich meinen Spielern und den Fans gönne“, sagt Headcoach Martin Hanselmann. „Das wird ein ganz anders Spiel als zuletzt gegen Wiesbaden. Kiel hat eine Klasse-Mannschaft: Eine ungeheuer starke Offenseline und mit Michael Andrews den vielleicht besten Runningback in Europa. Der ist überhaupt nicht ganz auszuschalten“, fürchtet der Panther-Headcoach – ehe er ebenfalls zum Optimismus findet: „Völlig unlösbar ist die Aufgabe aber nicht. Wenn alles gut läuft, kann ich mir ein knappes Spiel vorstellen. Und wenn alles Positive für uns zusammenkommt, haben wir die Chance auf eine Sensation.“
Drei Ausfälle
Ein wenig getrübt werden die Aussichten der Panther durch die personelle Situation. Mit Fabian Hahn (Muskelfaserriss in der Wade) und David Wallen (Daumenverletzung) fehlen weiter zwei Linebacker, zudem muss Hanselmann auf Steve Coles verzichten. Der englische Runningback der Düsseldorfer hat den Muskelfaserriss im Oberschenkel, den er sich beim 17:0 zum Saisonauftakt in Wiesbaden zugezogen hatte, immer noch nicht völlig auskuriert. „Sein Fehlen tut uns weh, aber es ist für unsere langfristigen Planungen wichtiger, dass er ganz gesund wird. Schließlich haben wir noch vier schwere Auswärtsspiele bis zur WM-Pause.“
Da das nächste Heimspiel der Raubkatzen erst nach den Weltmeisterschaften in Österreich Ende Juli stattfindet, haben Marcel Friedrich und seine vielen Helfer in den vergangenen Wochen alle Arbeit auf das Event beim Gastspiel des Meisters konzentriert. „Feurige Atmosphäre“ soll – in Anspielung auf das einstige Düsseldorfer Profi-Team - am Samstagabend am Flinger Broich herrschen. Das ‚normale‘ Rahmenprogramm mit Barbecue, Getränken, Hotdogs, heißen Hits und Quarterback-Challenge für die Kids wird durch Live-Musik von ‚Beverlee‘, Spieler-Interviews, Gewinnspiele und Cheerleader-Auftritte auf einer Partybühne ergänzt. Zudem soll Feuerwerk vor und nach dem Spiel sowie bei Panther-Touchdowns („wenn wir zu selten scoren, kracht es auch bei Kieler Punkten“, droht Friedrich mit viel Ironie) deutlich signalisieren: Das Feuer ist zurück am Rhein.
Ehrengast Hintzsche
Besonderen Dank sagen die Panther der Stadt Düsseldorf für ihre Unterstützung, nicht zuletzt durch Sport-Dezernent Burkhard Hintzsche und das Sportamt. „Sie haben vieles möglich gemacht“, freut sich der Panther-Vorstand. Hintzsche selbst blickt erwartungsvoll dem Kiel-Spiel entgegen, bei dem er als Ehrengast den Münzwurf zur Seitenwahl ausführen wird: „Wir haben gerne geholfen, das Konzept mit den mittelfristigen Zielsetzungen der Panther hat uns überzeugt“, erläutert er.
Nötig wurde der Umzug der Raubkatzen durch das Filmprojekt ‚Unter Frauen‘, für das die Partie komplett von drei Kameras gefilmt wird. Hintzsche: „Wir freuen uns natürlich, dass die Sportstadt Düsseldorf dort ihre guten Seiten zeigen kann.“ Wie die filmische Realität für die Kino-Leinwand entsteht, erläutert Ivo Beck, Produzent der ‚90 Minute Film‘-Gesellschaft. „Einige ausgewählte Spielzüge werden von uns nachträglich noch einmal ‚nachgestellt‘, am Montagabend neu gedreht und nachher am Schneidetisch eingefügt.“
Brodelnde Atmosphäre
Warum wird der Film überhaupt in Düsseldorf und dann mit den Panthern gedreht? „Weil uns von der Stadt jegliche Unterstützung zugesagt worden ist und wir mit offenen Armen empfangen worden sind“, erklärt Beck, „und für unsere Geschichte kam kein andere Sportart in Frage als American Football. Ich hoffe, wir können die prickelnde, brodelnde Atmosphäre gut einfangen und rüberbringen.“
Nur ein – wichtiges – Detail soll beim realen Panther-Spiel anders sein als im Film: „Da verliert unsere Mannschaft“, gibt Beck preis, hofft aber: „Ich drücke aber den Panthern die Daumen, dass das wie eine verkorkste Generalprobe beim Theater ein gutes Omen ist.“
