Panther fahren zum Spitzenspiel zu Meister Kiel

Das ist ein echtes Spitzenspiel: Der deutsche Meister und Tabellenführer empfängt den Tabellenzweiten. „Wenn mir das einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir als erster Verfolger in Kiel antreten, hätte ich ihm gesagt: ‚Träum weiter‘“, macht Panther-Cheftrainer Martin Hanselmann vor dem Gastspiel des sechsmaligen deutschen Meisters und Aufsteigers bei den Kiel Baltic Hurricanes am Samstag (Kick-off: 18 Uhr) klar, dass der Höhenflug seines Teams auch für ihn überraschend ist.

Was die Erfolgsserie der Düsseldorfer, die in dieser Saison bisher lediglich beim 10:29 im Hinspiel gegen den amtierenden deutschen Champion den Kürzeren zogen, noch erstaunlicher macht: Alle vier Auswärtsspiele wurden gewonnen. Für die Touren nach Dresden und Berlin (und jetzt nach Kiel) reisten die Raubkatzen jeweils schon Freitagabend an – der sportliche Erfolg rechtfertigt die zusätzliche Belastung des eng gestrickten Etats. „Gleich im Anschluss an eine sechsstündige Busfahrt wären solche Leistungen gar nicht möglich gewesen“, weiß Headcoach Hanselmann.

 

Trotz des über alle Erwartungen guten bisherigen Abschneidens sind die Düsseldorfer im Holstein-Stadion nur krasser Außenseiter. Zu dominant haben die ‚Wirbelwinde‘ ihre bisherigen Saisonspiele gestaltet, auch beim Sieg im Düsseldorfer Paul-Janes-Stadion zauberten Quarterback Jeff.Welsh, Runningback Michael Andrew und ihre Mitstreiter immer dann ein ‚big play‘ auf den Rasen, wenn  es benötigt wurde. „Da hat man gesehen, was sie uns an Erfahrung voraus haben“, stellte Hanselmann fest. Da sich sein Team aber in den vergangenen Wochen immer weiter gefestigt hat, fährt es zumindest nicht völlig chancenlos zum nördlichsten Team in der German Football League.

 

Zudem hat sich die Personalsituation etwas entspannt. Mit David Wallen und Fabian Hahn kehren zwei lange verletzte Linebacker ins Team zurück, dafür fehlt allerdings Dan Dixon, der sich beim 41:28-Triumph in Berlin die Hand gebrochen hat. Ein weiters Plus gegenüber dem Hinspiel gegen die Hurricanes: Durch Steve Coles hat das Laufspiel der Düsseldorfer an Durchschlagskraft gewonnen. Kein Wunder also, dass Kiels Cheftrainer Patrick Esume Respekt vor den Gästen hat: „Die Panther stehen zu Recht so hoch in der Tabelle, sie sind stark. Das wird ein heißer Tanz am Samstag.“

 

Auch er hat einige Verletzte zu beklagen: Die Defensive Backs Chris May (Kreuzband) und Denis Milanovic (Kapselanriss in der Schulter), Wide Receiver Benjamin Mau (Mittelfußbruch) und Mathias Höft (Zerrung) werden auf jeden Fall nur zuschauen. Mit Leroy Kelly haben die Kieler aber nach Mays Verletzung schon einen neuen us-amerikanischen DB verpflichtet. Fraglich ist noch, ob Nationalspieler Julian Dohrendorf, der beim 29:10 in Düsseldorf für 100 Yards und einen Touchdown Pässe gefangen hatte, sich aber am vergangenen Sonntag beim 42:18-Sieg in Essen das Außenband im linken Fuß anriss, mitmischen kann.

 

Mit der Tour nach Kiel ist für die Panther die Zeit der langen Reisen erst einmal vorbei: Zwei Wochen später steht das vorletzte Auswärtsspiel in Mönchengladbach an, erst Anfang September steigt dann nach der Serie von fünf Heimspielen in Folge die letzte Partie im fremden Stadion in Braunschweig.

 

Info:
Kiel Baltic Hurricanes – Düsseldorf Panther
Samstag, 11. Juni, 18 Uhr, Holsteinstadion, Kiel