Panther Favoriten im Duell der Raubkatzen

Nach zwei spielfreien Wochenenden beginnt für die Düsseldorf Panther am kommenden Samstag der sechswöchige Saisonendspurt in der German Football League – der natürlich vorzugsweise noch durch die Play-offs verlängert werden soll. Zum Duell der Raubkatzen empfängt der sechsmalige deutsche Meister (Kick-off: 18 Uhr) die Lübeck Cougars im Benrather Stadion an der Karl-Hohmann-Straße, ehe vier Auswärtsspiele in Folge folgen.

Der Papierform nach ist die Auseinandersetzung vor den heimischen Fans gegen die ‚Pumas‘ die leichteste der noch ausstehenden Aufgaben. „Was im Umkehrschluss heißt, dass es die schwerste Partie ist“, behauptet Panther-Cheftrainer James Jenkins, „wir dürfen Lübeck auf keinen Fall unterschätzen oder auf die leichte Schulter nehmen. Jegliche Nachlässigkeit, jedes Nachlassen wird bestraft, nur mit vollem Einsatz können wir unser Ziel doch noch erreichen.“ Für diesen Traum, den von Platz zwei samt damit verbundenem Heimrecht im Viertelfinale, dürfen sich die Panther nach dem 30:31 gegen die Berlin Adler (die am Sonntag zum Topspiel bei Spitzenreiter Kiel Baltic Hurricanes antreten) keinen weiteren Fehltritt mehr erlauben.

 

Entscheidend wird im Spiel des letztjährigen Aufsteigers gegen den diesjährigen Emporkömmling sein, ob die Düsseldorfer Defense sich besser präsentiert als in den jeweils ersten drei Vierteln der (gewonnenen) Heimspiele gegen Hamburg und Kiel oder im Schlussabschnitt gegen die Adler. „Da waren wir jeweils nicht diszipliniert genug“, weiß Nationalmannschafts-Verteidiger Pascal Hohenberg, „wenn von elf Abwehrspielern nur neun ihre Aufgaben erfüllen, können wir die Gegner trotz bester Vorbereitung auf deren Spielzüge nicht stoppen.“ In dieser Hinsicht sieht es – zumindest auf den berühmten ersten Blick hin – gut aus für die Hausherren im Panther-Gehege. Am Samstag haben D-Liner Hohenberg und seine Mitstreiter es mit dem bisher schlechtesten Angriff der Liga zu tun, der bei den bisherigen sechs Niederlagen und dem einzigen Sieg gegen Braunschweig im Schnitt nur zwei Touchdowns pro Spiel erzielt hat.

 

Dabei sind die ‚Pumas‘, die erst im Winter nach wochenlanger Bedenkzeit als dritter Aufsteiger in die höchste deutsche Liga nachgerückt waren, nachdem die Mönchengladbach Mavericks keine Lizenz mehr erhalten hatten, durchaus mit starken Offensespielern gespickt. Mit dem überaus mobilen US-Sunnyboy Andrew Hill, den Düsseldorfer Fans noch aus seiner Zeit als Spielmacher des damaligen Zweitliga-Lokalrivalen Langenfeld Longhorns in der Saison 2010 bestens bekannt, und Ole Wulf wechseln sich zwei erfahrene Quarterbacks ab. Zur Unterstützung haben sie ein internationales Ensemble von Angreifern: Runningback Mike Davis ist US-Amerikaner, Receiver Mike  Kresowaty ist ein Kanadier, der auch schon in Irland für die Dublin Rebels spielte, und Locklan Gilbert ist der australische Passempfänger, der der deutschen Nationalmannschaft beim 30:20-Sieg gegen die  bei der WM im vorigen Sommer zwei Touchdowns einschenkte.

 

Die Defensive der Cougars ist in den vergangenen Wochen von Verletzungen geplagt: Der einzige US-Import für die Deckung, der aus Marburg geholte Defense Back Ryan Bass, fehlt seit Woche 5 verletzungsbedingt. Seit der überdeutlichen 17:51-Niederlage in Braunschweig vor vier Wochen laboriert mit Nationalspieler und Ex-Hamburg Sea Devils-Profi Philip Stursberg auch noch der wohl beste Linebacker der ‚Pumas‘ an einer Handverletzung. Ob die Düsseldorfer, das drittbeste Angriffsteam der gesamten GFL, das nutzen können, bleibt abzuwarten. Nach einwöchiger Trainingspause muss Headcoach Jenkins sehen, wie die Mannschaft wieder ihren Spielrhythmus findet.

 

Auch da zeigt die Statistik ein ‚eigentlich‘ klares Bild: Alleine Panther-Runningback David McCants hat mit 853 Yards beinahe so viele Raumgewinn erlaufen wie die Lübecker insgesamt (875) und sogar mit 14 (13 erlaufenen und einem gefangenen) Touchdowns mehr Punkte gesammelt als der Cougars-Angriff insgesamt (13 TDs). Ähnlich sieht es im Pass-Angriff aus: Panther-Quarterback Robert Demers hat mehr als doppelt so viel Yards (1811) und Touchdowns (17) erworfen als seine beiden Cougars-Kollegen Hill und Wulf (857 und 7). Aber auch da gilt: „Gewonnen wird ein Spiel nicht in der Statistik, sondern auf dem Feld“, weiß der oberste Panther-Bändiger Jenkins: „Und da zählen keine vorherigen Erfolge, sondern nur dass, was wir im Training geleistet haben und Samstag auf dem Platz zeigen.“