Beim Gastspiel der Kiel Baltic Hurricanes bei den Düsseldorf Panthern stehen insgesamt 17 Akteure des deutschen Football-Nationalteams auf dem Platz, das in den vergangenen elf Jahren nur ein einziges Spiel (nämlich das EM-Finale 2005 gegen Schweden) gegen einen europäischen Gegner verloren hat – davon träumen die Fußballer . . .
Ohne dass die Panther allzu sehr tiefstapeln wollen – in dieses Spiel gehen die Schützlinge von Cheftrainer James Jenkins als krasse Außenseiter. Das Hinspiel verloren die Panther deutlich mit 21:49, bei den drei Niederlagen im Vorjahr (10:29 vor 3.800 Zuschauern im Flinger Broich, 7:50 im Saisonspiel und 21:45 im Halbfinale in Kiel) war der sechsmalige deutsche Meister so chancenlos wie nie seit seiner Rückkehr in die German Football League. Wobei die Baltic Hurricanes, die als einziges GFL-Team in der Saison 2012 noch ohne Punktverlust sind, nicht nur gegen Düsseldorfer so dominieren: In den vergangenen dreieinhalb Spielzeiten haben sie nur 6 ihrer 52 Spiele verloren, darunter allerdings die beiden Finals um die Germanbowls 2009 und 2010.
Trotzdem demonstrieren die Gastgeber Selbstvertrauen: „Auch wenn es gegen Kiel unglaublich schwer wird: Wir wollen jedes Spiel gewinnen und vor allem jedes Spiel zuhause“, betont Headcoach Jenkins. Wie er sich eine Chance gegen die schier übermächtigen Wirbelwinde ausrechnet? „Wir müssen an unsere Grenzen gehen, vielleicht sogar darüber hinaus, und absolut fehlerfrei spielen, dann können wir die Hurricanes packen.“ Traut er seiner jungen Truppe zu, das zu schaffen? „Ich glaube an meine Spieler. Sie haben hart gearbeitet, um Erfolg zu haben, ich würde mich freuen, wenn sie dafür belohnt würden.“
Sicher ist: Die Football-Fans werden am Samstag für ihr Kommen mit einem Punktefestival belohnt werden. Sowohl die Panther als auch ihre Gäste haben im Schnitt bisher 40 Punkte pro Spiel erzielt. Allerdings verfügt Kiel bislang über die deutlich bessere Deckung, die nur 18 Zähler pro Spiel zuließ (Panther: 30) und die erst am vergangenen Sonntag bei den bis dahin noch ungeschlagenen Adlern in Berlin ihre Extraklasse zeigte. Drei Viertel lang blieb der Angriff der Hauptstädter ohne Punkt, erst nach der 42:7-Führung der ‚Wirbelwinde‘ gestatteten ihre Back-ups, die Reservisten, den Adlern im Schlussabschnitt zwei Touchdowns.
Unter Führung von Spielmacher Robert Demers wollen das die Panther-Nationalmannschafts-Angreifer Hannes Irmer, Patrick Neff, Florian Pawlik, Niklas Römer, Dominic Hanselmann und Raphael Llanos-Farfan natürlich besser machen. Mit Pascal Hohenberg, Thorsten Roderig und Sebastian Schönbroich gehören drei weitere amtierende Europameister zur Düsseldorfer Defense, die den beinahe unstoppbaren Angriff um Hurricanes-Spielmacher Jeff Welsh bremsen will.
Mit Julian Dohrendorf, Oliver Beeck, Falk Horn, Sascha Sauer, Nick Wieland, Lansana Teuber und Ex-Panther Marten Töwe bringen die Gäste zwar ‚nur‘ sieben Nationalspieler mit an den Rhein. Außer Quarterback Welsh vertrauen sie aber im Angriff noch US-Runningback Trevar Deed und seinem Landsmann Aron Love, wobei der Wide Receiver Love, letztes Jahr mit Touchdowns erfolgreichster Hurricanes-Akteur, erst vor zwei Wochen für Jamal Smith wieder eingeflogen wurde. In der Defense geben mit Linebacker Michael Tauiliili, Ex-UFL-Profi aus Sacramento, und Defenseback Jacob Wyatt ebenfalls zwei US-Boys den Ton an.
