Panther-Pässe knacken Eurobowl-Champion

Langsam wird der Aufsteiger der Konkurrenz in der Liga unheimlich: Mit dem 41:28 (7:0, 21:14, 0:14, 13:0) bei den Berlin Adlern haben die Düsseldorf Panther im vierten Auswärtsspiel in der German Football League ihren vierten Sieg gefeiert.

Durch den Triumph beim Vizemeister und amtierenden Eurobowl-Champion, der gerade erst eine Woche zuvor erneut das Finale um die europäische Football-Krone erreicht hatte, behauptet der sechsmalige deutsche Meister Platz zwei – und seinen Status als ‚Überraschungs-Mannschaft der Stunde‘.

 

„So einen Erfolg bei der vielleicht besten Mannschaft Europas kann man nicht erwarten, davon kann man höchstens träumen“, analysierte Panther-Cheftrainer Martin Hanselmann sehr sachlich, nach dem der erste Jubelsturm über den Sensationssieg vorbei war. „Es ist einfach schön zu sehen, zu welchen Leistungen unsere Mischung aus vielen jungen Spielern und einigen erfahrenen Veteranen fähig ist.“

 

Im Duell der Comeback-Künstler – beide Teams hatten in der Vorwoche einen Drei-Touchdown-Rückstand aufgeholt – erwischten die Gäste den besseren Start. Immer wieder enthüllte Panther-Spielmacher Robert Demers im Zusammenspiel mit seinen Passempfängern die Anfälligkeit des Berliner Backfields. Nur folgerichtig standen am Ende für den Düsseldorfer Quarterback fünf Touchdown-Pässe zu Buche und der sechste und letzte (in der Reihenfolge: der zweite) Touchdown wurde von Tightend/Fullback Alexej Mittendorf erlaufen, nachdem Demers sein Team bis an die Ein-Yard-Linie der Gastgeber geführt hatte.

 

Sonderlob für Demers und Dixon

„Robert hat heute sein bestes Spiel der Saison gemacht“, lobte sein Headcoach den jungen Spielmacher. Dabei hatte Demers ja auch in seinen bisherigen Partien schon tolle Vorstellungen geboten. „Er hat auch im dritten Viertel, als die Berliner nach Umstellungen zur Pause stärker wurden, stets die Ruhe bewahrt und nie seine Linie verloren, das war schon Klasse.“ Außer seinem Quarterback lobte Hanselmann vor allem Dan Dixon. „Der war heute überall, das war unfassbar, wo der überall an Tackeln beteiligt war“, schwärmte der Chef-Panther von seinem amerikanischen Linebacker.

 

Trotzdem hatte die Düsseldorfer Deckung vor allem mit Tory Cooper gehörige Schwierigkeiten: Der 25-jährige US-Adler erzielt drei der vier Berliner Scores. Aus der Panther-Defense, die nach zwischenzeitlichen Problemen allerdings in der entscheidenden Phase zu Topform auflief, ragte einmal mehr Peter Mayer heraus. Der 24-jährige Defenseliner, schon beim 24:23 in Dresden einer der auffälligsten Abwehrakteure, jagte auch diesmal mit Erfolg die Adler und eroberte u.a. zwei Fumbles (fallengelassene Bälle) für die Raubkatzen. Trotzdem – und trotz der schnellen 14:0-Führung – war die Partie bis in die Schlussphase offen.

 

Drei Touchdowns in 30 Sekunden

Erst einmal boten beide Teams in der letzten halben Minute vor der Pause ein Offense-Feuerwerk, das die nur 878 Fans im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg von den Sitzen riss. Niklas Römer und Dominic Hanselmann für die Gäste sowie Cooper für die Adler zauberten binnen 30 Sekunden drei big plays samt 21 Punkten auf den Rasen, mit denen die Raubkatzen aus dem zwischenzeitlichen 14:7 eine 28:14-Pausenführung machten.

 

Nach der Halbzeit fanden die Bundeshauptstädter besser zu ihrem Spiel, zeigten ihre Comeback-Fähigkeiten und kamen gar nicht einmal unverdient zum 28:28-Ausgleich. Doch auch die Düsseldorfer, die nun auch besser mit ihrem Laufspiel den Ball kontrollierten, schlugen noch einmal zurück: Mit seinem zweiten Touchdown des Tages brachte ‚Oldie, but Goldie‘ Estrus Crayton die Gäste zum 35:28 erneut nach vorne. Doch das war immer noch nicht die Entscheidung: Drei Minuten vor Schluss standen die Berliner sieben Yards vor der Panther-Endzone und damit vor dem möglichen Ausgleich. Doch die Defense hielt und eine Holding-Strafe gegen Berlin und einen nicht kompletten Pass später bekamen die Gäste in extrem ungünstiger Feldposition noch einmal den Ball.

 

Mit Läufen von Steve Coles und einem Pass zum First Down auf Niklas Römer verschafften sich Demers und Co. zunächst ein wenig Luft – ehe Nationalspieler, Europameister und Touchdown-Garant Römer  noch einmal zuschlug. 50 Sekunden vor dem Ende brauchten die Gäste beim 3. Und 7 noch einen neuen ersten Versuch, um danach die Zeit auslaufen lassen zu können. Der überragende Demers erkannte, dass die Pass-Verteidigung aufgerückt war, bediente seinen Mitspieler mit der Nummer 3 und der sprintete über 68 Yards zum 41:28: Sein zweiter ‚Sechser‘ des Tages, der bereits 9. in dieser GFL-Saison bedeutete die endgültige Entscheidung – der Rest war Düsseldorfer Jubel.