Panther und Monarchs suchen nach Revanche

Königlichen Besuch erwarten die Düsseldorf Panther zum ersten Heimspiel der Saison 2012 in der German Football League. Mit den Dresden Monarchs stellt sich am Samstag (Kick-off: 18 Uhr) der letztjährige Fünfte der Nordgruppe vor, der für sein Gastspiel am Rhein Revanchegelüste für die beiden Niederlagen 2011 hegt.

Der sechsmalige Meister Düsseldorf will sich seinerseits gegen die Monarchs für den verpatzten Saisonstart mit dem 21:49 bei den Kiel Baltic Hurricanes schadlos halten – Brisanz ist garantiert. Wobei  die Aussichten auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aussehen für die Sachsen: Schließlich gewannen sie ihr Auftaktspiel bei den Lübeck Cougars mit 23:13, während die Panther-Premiere danebenging.

 

Dazu haben die Panther mit personellen Problemen zu kämpfen. Wegen eines Anrisses der Bizepssehne in der Schulter muss Linebacker Tommy Fraser unters Messer, für den 24-jährigen Neu-Panther aus South Carolina ist die Saison damit beendet, bevor sie richtig angefangen hat. Zudem sind mit Torsten Roderig (früher Assindia Cardinals) und Simon Gavanda (Ex-Stuttgart Scorpions) zwei Defenseliner noch nicht spielberechtigt. Und in der Offense fehlten beim Training in dieser Woche mit Linienspieler Raphael Llanos-Farfan und Passempfänger und ‚Touchdown-Maker‘ Niklas Römer aus beruflichen Gründen zwei Nationalspieler.

 

Die Monarchs, die eine Woche nach ihrem Trip nach Düsseldorf mit einem Freundschaftsspiel gegen den japanischen Meister Obic Seagulls ihr 20-jähriges Bestehen feiern wollen, geben sich (zumindest auf ihrer Webseite) ausgesprochen aggressiv-kämpferisch: „Nach zwei bitteren Niederlagen im vergangenen Jahr soll Düsseldorf endlich fallen“, heißt es da. Und auch Cheftrainer Gary Spielbuehler fordert von seiner royalen Truppe einen Sieg im Panther-Gehege unter Verweis auf den 28:14-Sieg der Raubkatzen in Benrath in der Vorsaison, der Dresden endgültig aus den Play-offs katapultierte: „In Düsseldorf platzte, nach 2007, zum zweiten Mal seit unserem GFL-Aufstieg im Jahre 2002, dieser Traum. 2012 wollen wir eine derartige Enttäuschung nicht ein weiteres Mal erleben.“

 

Dafür setzen die Monarchs einerseits auf das bewährte Laufspiel mit Larry Croom. Der Ex-Profi der Pittsburgh Steelers, Hamburg Sea Devils und Amsterdam Admirals war schon beim Sieg in Lübeck mit 122 erlaufenen Yards erneut der spielbestimmende Akteur. Daneben scheint aber auch das ‚königliche‘ Passspiel besser als im vergangenen Jahr zu funktionieren, als Tyler Graunke, der damalige US-Quarterback der Monarchen, mehr durch (des öfteren alkohol-unterstützte)  Eskapaden in seiner Freizeit als durch sportliche Leistungen auffiel. Mit Quarterback Nick Hardesty und Passempfänger Chris Evering wurde ein bereits zu Collegezeiten bei der Henderson State University erfolgreiches Duo nach Dresden geholt, das beim 23:13 in Lübeck gleich im Zusammenspiel einen Touchdown erzielte. Der schnelle Evering scorte zudem bei einem Kickreturn, die Sachsen scheinen diesmal ein glücklicheres Händchen beim ‚Spieler-Einkauf‘ gehabt zu haben als 2011.

 

Das alles soll für die Panther aber kein Grund für Pessimismus sein. „Im eigenen Stadion gibt es keine Kompromisse, da wollen wir zeigen, was wir können“, sagt Vorstandssprecher Marcel Friedrich, „wir wollen unsere Fans nicht nur mit erfolgreichem, sondern auch mit schönem Spiel begeistern.“ Cheftrainer James Jenkins und seine Schützlinge haben die Pleite in Kiel gründlich analysiert und gezielt an den dort zutage getretenen Schwachstellen gearbeitet. „Das Talent in der Mannschaft haben wir, aber Talent alleine reicht nicht“, unterstreicht Ex-Profi Jenkins seine Einstellung. Die wird geteilt von Runningback David McCants, der gleich nach der (bitteren) Rückkehr vom Gastspiel an der Förde appellierte: „So etwas (wie die 21:49-Niederlage) darf nicht noch einmal vorkommen“ und seine Mitspieler daran erinnerte, dass sich „harte Arbeit immer gegen Talent durchsetzt.“ Den Beweis dafür wollen McCants & Co. am Samstag antreten . . .