Die Partie der Dresdner gegen den japanischen Meister war im übrigen das wichtigste Vorbereitungsvideo für die Düsseldorfer Defense – obwohl die Panther ja vor gerade einmal drei Wochen selbst gegen die Monarchs gespielt und 40:14 gewonnen haben. Doch nach der Partie, in der der Abwehr angeführt von den Nationalspielern Sebastian Schönbroich und Pascal Hohenberg das seltene Kunststück gelang, gleich sechs Pässe der Quarterbacks Nick Hardesty und Eric Seidel abzufangen, wurde US-Boy Hardesty gleich nach Hause geschickt. Als Ersatz wurde mit Warren Smith ein neuer US-Quarterback eingeflogen, der gegen die Seagulls nach nur drei Trainingseinheiten mit dem Team eine passable Leistung bot. „Er macht einen guten Eindruck“, urteilt Panther-Cheftrainer James Jenkins über den neuen Monarchs-Spielmacher, „vielleicht ist es ganz gut, dass wir schon jetzt gegen ihn spielen, wo er das Dresdner Angriffssystem noch nicht ganz perfekt beherrscht.“
Als wichtigsten Aspekt für seine Abwehr sieht Jenkins sowieso, dass „der herausragende Runningback Larry Croom gestoppt“ werden muss. Der Ex-Profi der Pittsburgh Steelers, der zudem für die NFL Europe-Teams der Hamburg Sea Devils und Amsterdam Admirals Raumgewinn und Touchdowns erlief, erkämpfte sich in Düsseldorf bei 15 Läufen immerhin 97 Yards. Fehlen wird der Deckung der Rheinländer auf jeden Fall Lucas Müller. Der mit 2.07 Meter Länge größte Panther, der beim 40:14 eine überragende Vorstellung in der Defense Line bot, muss wegen einer Schulterverletzung operiert werden: „Für mich ist die Saison schon vorbei“, teilte der 21-Jährige todtraurig mit, der zweite dauerhafte Ausfall der Panther-Abwehr nach US-Boy Tommy Fraser (ebenfalls Schulteroperation).
Trotzdem sagt Headcoach Jenkins, dass sein Team sich „von Woche zu Woche verbessert – auch wenn wir noch lange nicht da sind, wo wir hinwollen“. Grund für den Optimismus des 44-jährigen ehemaligen Superbowl-Gewinners: In Dresden darf mit Thorsten Roderig ein anderer ‚Brocken‘ endlich sein Debüt geben. Der 25-jährige Essener hatte in seinem letzten Spiel für die Assindia Cardinals 2011 nach einem Platzverweis eine Sperre erhalten, die er jetzt endlich ‚abgebrummt‘ hat. „Wenn in zwei Wochen auch noch Simon Gavanda und Denis Kühn spielberechtigt sind, werden wir einen weiteren Schritt nach vorne machen“, glaubt der Cheftrainer und Defense Coordinator der Panther.
Für den Angriff des sechsmaligen deutschen Meisters wird es an der Elbe sicherlich bedeutend schwerer als zuletzt bei den beiden Neun-Touchdown-Spielen gegen die Hamburg Blue Devils. „Die Dresdener Defenseline hat ein ganz anderes Kaliber“, weiß Düsseldorfs Offenseliner Raphael Llanos-Farfan. „Die Abwehr der Monarchs ist exzellent und stellt eine Riesen-Herausforderung für unsere Jungs dar“, glaubt auch Jenkins, der betont, dass seine Offense bisher „ganz ordentlich“ spielt: „Aber es ist noch viel Raum für Verbesserungen.“ Er setzt auf die bewährten Kräfte: „Robert (Demers) schlägt sich sehr gut bisher und wird sich von Woche zu Woche weiter verbessern. Die Wide Receiver laufen gute Routen, so dass er gute Ziele (für seine Pässe) hat. Und David (McCants) und Soichiro (Tsukuda) sind großartige Verstärkungen für unser Laufspiel.“ Trotzdem bleibt er in seiner Prognose vorsichtig: „Wir müssen auf jeden Fall besser spielen als im ersten Aufeinandertreffen, um zu gewinnen.“
Zur Motivation können die Düsseldorfer sich noch einmal das Schlussviertel vom Dresden-Gastspiel 2011 anschauen: Da drehten Demers und Co. eine schon verloren geglaubte Partie noch vom 3:23 in einen 24:23-Sieg um. „Schön wäre es, erneut zu gewinnen, dann ist es auch egal wie“, sagt Jenkins.
