Panther wollen über Berlin in Richtung Play-offs

Und wieder sitzen die Düsseldorf Panther im Bus. Mit dem Traditionsduell bei den Berlin Adlern, das am Samstag um 18 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion am Prenzlauer Berg angepfiffen wird, endet für die Raubkatzen aus dem Rheinland der schier endlose August. Gleich vier Auswärtspartien in Folge, bei denen die Panther fast 4.000 Kilometer im Bus zurückgelegt haben, hatte der Spielplan der German Football League den Düsseldorfer beschert.

„Wenn das endlich vorbei ist und jetzt noch ein Auswärtssieg rausspringt, sind wir mehr als zufrieden“, sagt Raphael Llanos-Farfan. Der 2.02 Meter große Nationalspieler und seine kaum weniger großen Kollegen aus Offense – und Defenseline hatten bei den schier endlosen Bustouren am meisten zu leiden. „Die Fahrten schlauchen körperlich fast genauso wie die Spiele“, resümiert der 143-Kilo-Koloss.

 

Allein der Blick zurück zum Hinspiel, das die Adler in Benrath am Ende glücklich, aber nicht unverdient mit 31:30 gewannen, zeigt, dass es am Samstag wohl eine Auseinandersetzung zweier gleichwertiger Teams geben wird. „Beide Mannschaften haben eine Menge talentierter Spieler und erfahrene Coaches, die ihre Teams gut vorbereiten“, weiß Panther-Cheftrainer James Jenkins. „Da wird es wohl davon abhängen, wie gut die Vorgaben umgesetzt werden.“ Was sich in Englisch so anhört: „Execution is the key.“

 

Seit dem letzten Aufeinandertreffen, das erst mit dem von Sven Missbach vergebenen Fieldgoal Sekunden vor Schluss gegen die Panther entschieden wurde, haben die Berliner personell noch einmal nachgelegt. Mit Mike ‚Jimmy Lee‘ Malone wurde noch ein US-amerikanischer Runningback verpflichtet, der in der vergangenen Saison bei den Assindia Cardinals in Essen bereits GFL-Luft geschnuppert hat. „Mit ihm und Allrounder Conrad Meadows haben wir ein ideales Gespann gefunden“, sagt Adler-Headcoach Wanja Müller. Der auch als Receiver eingesetzte Meadows ist eher der Typ ‚kleiner Flitzer‘, während Malone mehr den ‚Power-Back‘ verkörpert. Noch vor diesem Duo muss die Düsseldorfer Defense ein wachsames Auge auf Alex Good haben. Der Quarterback hat nicht nur Pässe für 1.644 Yards und zehn Touchdowns an seine Receiver gebracht, sondern ist mit mehr als 1.000 erlaufenen Yards und 19 Touchdowns auch gefährlichster Rusher. Alleine beim Gastspiel in Düsseldorf gelangen Good 137 Yards Raumgewinn und im Schlussviertel die beiden siegbringenden Touchdowns.

 

Wie die Panther-Verteidiger dem Adler-Spielmacher, der Montag 26 Jahre alt wird, seinen Geburtstag vorzeitig verderben wollen? „Wir haben in den letzten Wochen stetig daran gearbeitet, unsere Schwächen zu minimieren“, sagt Defenseliner Pascal Hohenberg, der auch darauf verweist, dass die Deckung der Rheinländer „aber zeitgleich einige schwere Verluste hinnehmen“ musste: „Das hat uns ein wenig aus der Spur gebracht.“ Die Prognose des Nationalspielers: „Deshalb wird es ein harter Schlagabtausch, bei dem wir zeigen müssen, dass wir trotz allem konzentriert und diszipliniert spielen. Wenn wir dies schaffen, denke ich, können wir dieses Spiel zu unseren Gunsten entscheiden.“ Bei den Siegen gegen Nordmeister Kiel und zuletzt bei den Lions hatte die Defense sich jeweils rechtzeitig gesteigert, um die knappen Erfolge zu sichern.

 

Wobei das Panther-Backfield mit dem Comeback von Jonas Kronenberg an Stabilität gewonnen hat, allerdings weiterhin Linebacker Mangelware sind. So werden erneut Rookie Sven Jacobs und wohl auch Frederik Nimander aus dem Prospect-Team in der GFL-Truppe aushelfen. Der 26-jährige Schwede Nimander, der derzeit als Trainee in Düsseldorf arbeitet und lediglich die Erfahrung von zwei Footballspielen („einen Test und einmal in der Meisterschaft“) aus seiner Heimat mitgebracht hat, beeindruckte beim 52:45-Sieg in Braunschweig durch seine enorme Schnelligkeit.

 

Sicher ist: Eine Entscheidung über den Play-off-Einzug wird es Samstag in dem Stadion, in dem am 13. Oktober 2012 das Endspiel um Germanbowl XXXIV steigt, noch  nicht geben. Selbst im Falle eines Sieges bei den Adlern wären die Panther für einen sicheren Platz unter den ersten Vier der GFL Nord darauf angewiesen, dass am Sonntag die Dresden Monarchs bei den Berlin Rebels gewinnen. Bei einem Erfolg der ‚Rebellen‘ – und bei einer Niederlage gegen die Adler sowieso – würde das letzte Düsseldorfer Heimspiel der Saison, am 1. September gegen den Aufsteiger aus Berlin zum direkten ‚Endspiel‘ gegen die Rebels um das Erreichen der Play-offs. Aber Spannung pur ist bei den Panther 2012 ja sowieso garantiert . . .