Das nächste „Alles oder Nichts“-Spiel steht am Samstag für das Team von Head Coach Wanja Müller auf dem Programm. Nach dem Heimsieg im Playoffviertelfinalspiel gegen den Drittplatzierten der GFL-Gruppe Süd vom vergangenen Samstag wartet nun der Erstplatzierte auf die Hauptstadtfootballer. Und mit diesem hat der Zweite der GFL-Gruppe Nord noch eine Rechnung offen.
Ganze drei Mal verloren die Adler bei den Einhörnern im vergangenen Jahr, die letzte Niederlage war die heftigste von allen: Noch nie in der Geschichte der neu gegründeten GFL hatten die Adler über 50 Gegenpunkte kassiert. An diesem Tag waren es derer 53. Das Defensive Backfield fand zu keinem Zeitpunkt des Spiels ein brauchbares Mittel gegen das Passgewitter der grün/weißen Gastgeber.
Aber das war gestern. Richtet man den Blick auf die Gegenwart, zeigt sich, wie sehr sich die Defense gegenüber 2011 verbessert hat. Sie ist zwar noch nicht ganz so stark, wie zu den berühmten „Mauerzeiten“, aber nahe dran. Entscheidend dabei war gar nicht mal so sehr, wie viele Punkte zugelassen worden sind, sondern die Art und Weise, mit der kritische Spielsituationen überwunden wurden.
Auch die Offense der Adler hatte in dieser Saison viele kritische Situationen zu überstehen. Am vergangenen Samstag stand der vierte verschiedene Center auf dem Spielfeld und machte seine Sache hervorragend. Mit ein Grund für die erzielten 35 Punkte in diesem Playoffviertelfinale. Es ist immer wieder begeisternd, was Aktive für Leistungen auch auf nicht angestammten Positionen abrufen können.
Wie man den Ball auch noch erobern kann, zeigten die schwarz/gelben in diesem Jahr besonders eindrucksvoll: Das Erzwingen von Ballverlusten ist wohl gegenwärtig die größte aller Spielstärken des sechsfachen Deutschen Meisters. Dessen „Turnover Margin“ lag nach dem Playoffviertelfinale bei +22. Damit stellt das Team im Vergleich zu seinem nächsten Gegner (-8) das letztjährige Verhältnis der beiden Teams auf den Kopf.
Zwei weitere Faktoren werden den Ausgang des Spiels sicherlich beeinflussen: Die Adler müssen versuchen, die Unicorns am Boden zu halten und ihrerseits ihr eigenes Laufspiel mit eingestreuten Pässen zu etablieren. Wenn dies gelingt, sollte auch der Südmeister zu bezwingen sein.
Nun gilt es, alles Können auf den Punkt genau abzurufen und (vor allem!) in jeder Spielsituation die Disziplin zu wahren. Der Lohn wird der Einzug in den German Bowl XXXIV am 13.Oktober im heimischen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sein – ein Ziel, was sich allemal lohnt.
