Denn dem Field Goal Kick voraus ging eine unnötige „Holding“-Strafe, als Randall Payne auf die 3 Yard-Linie der Gäste trug. Statt der Riesenchance auf einen Sieg in letzter Sekunde dann doch nur das Roulette eines weiten Kicks. Mit glücklicherem Ende für die Hurricanes, die sich mit einem überragendem dritten Spielviertel und einem kaum zu stoppendem US-Passempfänger Lucas McCann den ersten Saisonsieg sicherten.
21 Punkte erzielten die Saarländer im dritten Spielviertel. Null Punkte die Phantoms, die sich durch ein Ihl-Field Goal mit Ablauf der Uhr eine verdiente 29:16 Halbzeitführung sichern konnten und in den zwölf Minuten nach der Pause miterleben mussten, wie die Gäste auf 29:37 davonzogen.
Mitnichten die Entscheidung. Denn die Wiesbadener Offense um Spielmacher Kevin Brüngel stand der punktehungrigen Hurricanes-Offense in nichts nach, produzierte fast 450 Yards Raumgewinn und fand nach dem Durchhänger in Spielviertel 3 wieder zurück ins Spiel. Selbst als Brüngel eine verletzungsbedingte Pause einlegen musste und durch Guido Reuels vertreten wurde, kam das Team nicht aus dem Rhythmus. Im Gegenteil. Denn Reuels nutzte seine Chance, bediente Robin Bräuer, der zuvor schon den Ausgleich besorgte, und das Heimteam lag knapp sieben Minuten vor Ende mit 44:37 wieder in Front. Vorausgegangen war ein Ballverlust der Hurricanes beim Kick Off Return. So kamen die Phantoms binnen einer halben Minute zu zwei Touchdowns.
Es folgte, einmal mehr, der Auftritt von Lucas McCann. Insgesamt fünf Touchdown-Pässe fing der US-Wide Receiver von seinen Landsmännern Dan Selway und Antwan Smith und auch bei der Entscheidung im Spiel hatte McCann die Hände am Ball. Zunächst beim Pass von Smith, der den durch Verletzung ausgeschiedenen Selway in der zweiten Halbzeit mit einer tollen Leistung vertrat, wie auch bei der mutigen und erfolgreichen Conversion für zwei Zusatzpunkte. Die letzten Punkte im Spiel.
„Wir haben noch zu viele kleine Fehler produziert, die sich im Verlauf des Spiels summierten und es uns schwer machten, die Halbzeitführung auszubauen. Angefangen von zwei verschossenen Extrapunkten bis hin zu dem abschließenden Holding-Penalty, der uns eine sehr gute Feldposition wenige Sekunden vor Schluss kostete. Die Jungs kamen zu lethargisch nach der Halbzeit aus der Kabine. Bis wir zurück im Spiel waren, lagen die Hurricanes völlig verdient vorne. Letztlich haben sie vom Ausfall ihres Spielmachers Selway profitiert, den wir wesentlich besser kontrollieren konnten als Antwan Smith, der in der zweiten Halbzeit ein wirklich tolles Spiel gemacht hat. Das Passspiel der Hurricanes war wirklich hervorragend und hat uns gezeigt, woran wir mit unserer jungen Truppe noch arbeiten müssen. Denn all unsere Gegner in dieser Saison vertrauen ihre Offense US-Spielern auf Schlüsselpositionen an. Das ist aber nichts Neues für uns und es liegt an uns Coaches, unsere Spieler von Woche zu Woche besser darauf einzustellen“, so Phantoms Cheftrainer Sven Gloss nach dem Spiel.
Wie es geht, bewies Malte Hennings in der ersten Halbzeit, als er einen Selway-Pass abfing und über 70 Yards in zur zwischenzeitlichen 19:7 Phantoms-Führung die Endzone der Hurricanes zurücktrug. Das zweite Highlight im ersten Abschnitt nach dem spektakulären Kick Off-Return von Patrick Ihl. Unmittelbar nach dem 7:0 der Gäste durch McCann sprintete Patrick über rund 90 Yards zum Anschluss-Touchdown. Unglücklich und das erste Teil der besagten Fehlerkette: Der Extrapunkt ging daneben. Ein am Ende fehlender Punkt.
Kevin Brüngel erlief zudem einen Touchdown seiner Phantoms und bediente Richard Edens für weitere sechs Punkte in der ersten Halbzeit. Für die Hurricanes waren neben McCann auch Nico Lester, der sich zudem als Kick Returner Bestnoten verdiente, und Dustin Wilke mit einem weiten Field Goal erfolgreich.
