Bezeichnend, dass der einzige Phantoms-Touchdown durch die Defense erzielt wurde: Janosch Wiedemann trug einen von Cowboys-Ballträger Jerome Morris verlorenen Ball über 70 Yards in die Münchner Endzone und brachte sein Team mit 6:0 in Führung. Bezeichnend auch, dass der Extrapunkt geblockt wurde und man zuvor auf der Münchner 9 Yard-Linie stand und nach einer Interception im vierten Versuch ohne Punkte vom Feld ging.
Es war die einzige realistische Chance auf Punkte einer erschreckend schwachen Phantoms-Offense. Weder mit Kevin Brüngel in der ersten Halbzeit, noch mit Marius Markgraf als Spielmacher im zweiten Spielabschnitt brachte man Nennenswertes zustande. Zudem war erneut das wichtige Laufspiel so gut wie nicht existent.
Die Cowboys indes konterten die Phantoms-Führung mit einem guten Drive und ließen Jerome Morris mit einem 5 Yard Lauf seinen Fehler beim vorherigen Ballverlust wieder ausbügeln. Anschließend „vergaßen“ sie aber, den Sack zuzumachen. Denn trotz guter Läufe ihrer Ballträger schafften sie es selbst auch nicht mehr, aus der Nähe zur Wiesbadener Endzone Kapital in Form von Punkten zu schlagen. Mit dem Pausenpfiff vergab Cowboys-Kicker Gabriel einen Field Goal-Versuch aus 45 Yards und die Münchner gingen mit der knappen Ein-Punkte-Führung in die Halbzeit.
Auch das dritte Spielviertel stand im Zeichen beider Defense-Reihen. Wobei die Gastgeber erneut einen „Scoring Drive“ auf den Rasen legten und mit einem 23 Yard Pass von Gary Lautenschlager auf Fabian Gärtner ihren zweiten Touchdown zum 14:6 erzielten. Mitte des dritten Spielviertels war das Endergebnis hergestellt. Bis zum letzten Seitenwechsel schaffte die Wiesbadener Offense kein einziges First Down in der zweiten Halbzeit. Dies gelang dann mit dem ersten Spielzug im letzten Spielviertel. Doch die Münchner Endzone blieb bis Spielende in unerreichbarer Nähe für Markgraf und Co. Entweder gab man das Spielgerät unfreiwillig an die Cowboys ab oder scheiterte im vierten Versuch an dem nötigen zu überbrückenden Raumgewinn.
In Bedrängnis gerieten die Bayern nicht mehr, die sich vorwerfen lassen mussten, aus ihrer zum Teil deutlichen Überlegenheit kein entsprechendes Ergebnis erzielt zu haben. Aus Sicht der Phantoms ein Verdienst der Defense, die neben dem Ballverlust zu eigenen Punkten noch einen Pass von Cowboys-Spielmacher Lautenschlager abfangen konnten (Oliver Gebhardt). Mehr Positives wird Sven Gloss für seine Mannschaft nicht mit nach Hause bringen und in das Heimspiel gegen Tabellennachbar Saarland Hurricanes am kommenden Samstag mitnehmen können.
Es wird eine schwierige Woche für die Phantoms, soviel steht fest. Denn mit einer ähnlichen offensiven Vostellung wie in München wird es auch gegen die Hurricanes schwer, den so wichtigen zweiten Saisonsieg einzufahren.
