Die Anspannung war entsprechend groß, hatte man doch das Hinspiel im Lenscare Season Opener in Kiel gegen die Söldner verloren und musste nun ohne Heimvorteil beim aktuellen Tabellenführer der GFL Süd bestehen. Keine leichte Aufgabe, denn die Marburger konnten zudem, im Gegensatz zum Hinspiel, in Bestbesetzung auflaufen. Mit Danny Washington und Brandon Langston warteten zwei der gefährlichsten Angriffswaffen der GFL auf die Kieler und eine der stärksten Laufverteidigungen der gesamten Liga war von Head Coach Joe Roman gut eingestellt worden, um das so wichtige Laufspiel der Kieler zu unterbinden. Für beide Mannschaften war ein Sieg von großer Bedeutung. Beide Mannschaften konnten durch einen zwei Punkte Erfolg bereits vorzeitig das Heimrecht für das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft sichern.
Entsprechend motiviert gingen beide Mannschaften in die Partie. Bei sommerlichen Temperaturen im Georg-Gassmann-Stadion legten zunächst die Marburger richtig los und hielten die Kieler fast gänzlich in Schach. Die frühe 7:0 Führung durch Bastian Nau sorgte zunächst für Verunsicherung. Die Offense der Hurricanes wirkte überfordert. Immer wieder wurde das Laufspiel um Simon Sommerfeld und Jermaine Allen im Keim erstickt und Quarterback Jeff Welsh fand, trotz ausreichender Zeit, keine freien Anspielstationen. Erst ein gelungener 40 Yard Lauf des Kieler Quarterbacks zum Ende des ersten Viertels schien die Mannschaft von Head Coach Patrick Esume aufzuwecken und sorgte für frischen Wind im Kieler Angriff. Nur zwei Spielzüge später bediente Welsh seinen US-Receiver Damien Linson mustergültig mit einem 26 Yard Pass in die äußerste Ecke der Endzone und sorgte so für den 7:7 Ausgleich (PAT Dohrendorf).
Doch es reichte für die Hurricanes nicht zum Durchatmen. Im direkt folgenden Drive agierte Marburgs Offense fast mühelos und trieb die Kieler Defense mit 6 Plays in zwei Minuten über den gesamten Platz. Quarterback Joachim Ullrich bediente dann seinen völlig ungedeckten Tight-End Florian Bambuch über 20 Yards zur erneuten Führung der Marburger. Da der PAT von den Kielern geblockt wurde, erhöhten die Gastgeber so nur auf 13:7. Headcoach Patrick Esume konnte die Offensive der Hurricanes jetzt besser auf Kurs bringen. Einige kleine Umstellungen im System beflügelten die Kieler Offense, so dass diese jetzt ebenfalls fast nach Belieben agieren konnte. Folgerichtig fand Quarterback Jeff Welsh Canes-Veteran Timo Gross, der für 14:13 Halbzeitführung der Kieler sorgte.
Nach der Pause zeigten die Kieler dann eine dominante Leistung. Die Marburger schienen überrascht von den Adjustments die die Kieler Coaches Crew durchgeführt hatten und fanden zunächst überhaupt nicht in die Partie zurück. Erneut fand Quarterback Jeff Welsh Damien Linson über 15 Yards in der Marburger Endzone und erhöhte auf 21:13. Auch der Anschluss Touchdown der Marburger zum 19:21 wurde vom Kieler Angriff postwendend beantwortet. Timo Gross fing einen 20 Yard Pass von Welsh und trug diesen mitten durch das Herz der Marburger Passverteidigung 59 Yards in die Endzone. Mit der Führung von 28:19 ging es dann in das letzte Spielviertel. Jetzt ließen die Canes endgültig nichts mehr anbrennen. Die Kieler Verteidigung setzte die Marburger zunehmend unter Druck und zwang diese immer wieder zu kapitalen Fehlern. Besonders die Defensive Line um Christopher Rieck, Frantzy Dorlean, Tim Egdmann und Max Robin Grewe ließen Marburgs Quarterback Joachim Ullrich keine ruhige Sekunde mehr. Cornerback Leonard Greene konnte mit einer Interception alle Bemühungen der Marburger den Anschluss zu finden verhindern und die Offense der Kieler verwaltete fachmännisch die verbleibende Spielzeit.
Am Ende hatten die knapp 1.400 Zuschauer im Georg-Gassmann-Stadion ein hart umkämpftes Spitzenspiel erlebt dem die Kieler besonders in der zweiten Halbzeit ihren Stempel aufgedrückt hatten. Headcoach Patrick Esume war zufrieden mit der Leistung seines Teams Wir sind heute enger als Team zusammen gerückt, haben einen Rückstand aufgeholt und ein Spiel auf sehr hohem Niveau zu unseren Gunsten gedreht. Gerade im Hinblick auf die Play-offs wird es wichtig sein, diese Teamleistung stets abrufen zu können. Das macht den Unterschied in Topspielen aus.
Die Baltic Hurricanes konnten sich mit dem Sieg in Marburg vorzeitig das Heimrecht für das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft sichern. Manager Gunnar Peter erklärte nach dem Spiel: Wir werden schon in Kürze den genauen Termin bekannt geben und mit dem Kartenvorverkauf beginnen. Natürlich erhalten alle Dauerkartenbesitzer wieder ein Vorkaufsrecht auf ihre Stammplätze. Aber erst einmal freuen wir uns am 28. August unsere Fans nach endlos langer Pause, endlich wieder zu einem Heimspiel im Holsteinstadion begrüßen zu dürfen!
Alle Informationen über den Kartenvorverkauf, gibt es noch diese Woche auf der Homepage der Baltic Hurricanes.
