Nur einen einzigen Schönheitsfehler hatte der Auftritt der Schwäbisch Hall Unicorns im Derby gegen die Franken Knights: Quarterback Jake Spitzlberger ließ sich im vierten Viertel an der 1-Yard-Linie den Ball aus der Hand schlagen – freier Ball, den Rothenburg erobern konnte. Dies war der einzige Angriff der Unicorns, den sie nicht mit einem Touchdown abschließen konnten. Ansonsten war für den Deutschen Meister alles wie am Schnürchen gelaufen: Pro Quarter gelangen den TSG-Footballern zwei Touchdowns. Trotz immer noch vieler verletzter Spieler waren die Haller damit sehr nahe am Optimum.
Denn Head Coach Siegfried Gehrke hatte Recht behalten: Viel würde davon abhängen, ob Knights-Quarterback Cedric Townsend nach seiner Knieverletzung wieder einsatzfähig sein würde. Doch man suchte am Samstag vergebens nach dem schlaksigen und wendigen Spielmacher – zumindest auf dem Spielfeld. Er konnte seinen Kollegen nur von der Außenlinie Tipps geben. Und das obwohl er sich, vielleicht um den Gegner zu verunsichern, mit seinen Knights aufgewärmt hatte. Ersatzmann Jojo Joyner, eigentlich Rothenburgs bester Receiver, zeigte trotz allem eine durchaus beeindruckende Leistung auf Townsends Position: Er sammelte mit seinen Läufen und schön ausgeguckten Pässen viele Yards. Doch der Unicorns-Defense war der Franken-Angriff im Gesamten nicht gewachsen.
Das bewiesen die Haller gleich im ersten Angriffszug der Gastgeber: Nachdem die Defensive um Geburtstagskind Thomas Rauch der Knights-Offense einiges an Raumgewinn zugestanden hatte, konnte sie die Rothenburger im vierten Versuch stoppen. Die Offense dankte es schnell mit dem ersten Touchdown des Tages, den Quarterback Jake Spitzlberger per Lauf selbst erzielte. Meist marschierten die Unicorns so schnell über das Feld, dass die grüne Gegentribüne, die mit über 600 mitgereisten Fans gefüllt war, von einem Jubel in den nächsten überging. Und auch beim zweiten Drive war der Haller Jubel groß: Wieder ein Lauf in die Endzone, wieder Spitzlberger selbst. Das einzige, was man noch beanstanden konnte, waren wieder einmal zwei nicht verwandelte Extrapunkt-Versuche. In engen Partien, die die Unicorns vielleicht in den Play-Offs erwarten, können diese von extremer Wichtigkeit sein.
Doch an diesem Tage schlugen zwei Punkte weniger nicht ins Gewicht. Julian Mauch besorgte den dritten Touchdown und die ungefährdete 19:0-Führung für die favorisierten Gäste, bevor auch dem Aufsteiger der Ehren-Touchdown durch Timothy Knüttel gelang. Danach sollten sich nur noch Unicorns-Spieler auf die Punkteliste eintragen. So auch Felix Brenner, der nach einem 54-Yards-Pass von Spitzlberger die 26:7-Halbzeitführung herstellte.
Auch in der zweiten Hälfte änderte sich nichts an den Kräfteverhältnissen. Es ging rasend schnell und schon hatten die Unicorns durch zwei Touchdowns von Fritz Waldvogel ihre Führung auf 40:7 geschraubt. Den Schlusspunkt setzte Felix Brenner mit seinem zweiten Touchdown und Gerhard Jäger in der Defense mit einer Interception.
Siegfried Gehrke zollte den Gastgebern nach dem Spiel Tribut: „Sie können zufrieden mit ihrer Leistung sein.“ Auch er zeigte sich höchst zufrieden mit seinem Team, das in den Play-Offs das Heimrecht bereits sicher hat: Der zweite Platz ist den Unicorns nicht mehr zu nehmen. Am kommenden Samstag haben sie in Mannheim gegen die Rhein-Neckar Bandits die Chance, die Südmeisterschaft erneut nach Hall zu holen.
