Sollten die „Men in Purple“ das Hammerspiel gegen die Badalona Dracs gewinnen, würden sie im EFL-Finale stehen und darin auf einen weiteren reizvollen Gegner treffen: Amsterdam!
In der EFL-Gruppe A setzten sich die Amsterdam Crusaders mit zwei Siegen gegen die Kiel Baltic Hurricanes (1:1) und die Hamburg Huskies (0:2) durch. Mit 95:43 Punkten waren die Kreuzritter aus Holland für viele Offense-Punkte gut, ließen in beiden Spielen aber auch einige Zähler zu. Ein hochinteressantes Match würde also auf Universe warten… sollte zuvor die Hürde Barcelona gemeistert werden.
Der 48:0-Erfolg des Frankfurter Teams gegen Thonon les Bains lässt jedoch erahnen, dass die „Men in Purple“ durchaus Chancen haben, ihren spanischen Gegner am 28. Mai im Frankfurter Volksbank Stadion zu schlagen. Zu keiner Phase des Spiels war der Sieg in Gefahr, geschuldet aber auch der Tatsache, dass die Black Panthers am Genfer See bei sommerlichen Temperaturen nur mit 30 Spielern antreten und entsprechend ein nur sehr einseitiges Angriffsspiel aufziehen konnten.
Durch sein Scouting der Franzosen hatte Universe-Head Coach Markus Grahn das Team gemeinsam mit seinen Coordinators Thomas Kösling und Ralf Prosiegel hervorragend auf die Panthers eingestellt: Nur einmal schaffte es die Offense der Gastgeber im Stade Joseph Moynat durch Big plays bis kurz vor die Frankfurter Endzone, wurde dort aber von einer hervorragend agierenden lila Defense gestoppt. „Wir können mit unserer Leistung in der Defense heute sehr zufrieden sein“, betont Defensive Coordinator Thomas Kösling. „Die Jungs hatten unter anderem einen guten Goalline-Stop und haben Thonon fast immer perfekt im Griff gehabt.“
In der Offense präsentierten sich die „Men in Purple“ unterdessen deutlich facettenreicher als ihre Kontrahenten: Angeführt von Quarterback Marcus McDade, der am Ende des Spiels von den Verantwortlichen des Black Panthers zum MVP gewählt wurde, zog Frankfurt ein ums andere Mal über das Feld, führte zur Halbzeit bereits mit 39:0 und gab ab dem dritten Quarter mehr und mehr Back-ups Einsatzzeit.
Der vierte Universe-Spielzug endete bereits mit einem Touchdown: McDade passte weit nach rechts auf David Giron Jansa, der den ersten EFL-Touchdown der „Men in Purple“ markierte. Ersatzkicker Ricardo Rodrigues schoss den Zusatzpunkt jedoch in die Abwehrreihe der Panthers.
Das 12:0 ließ nicht lange auf sich warten, fand McDade doch seinen Receiver Nathaniel Robitaille nach acht Minuten in der Endzone. Rodrigues‘ PAT wurde anschließend erneut geblockt, doch erhöhte Universe direkt im nächsten Drive auf 19:0. Ein missglückter Fake der Panthers im vierten Versuch brachte Samsung Frankfurt Universe an der 20-Yard-Linie der Gastgeber in Ballbesitz, McDade passte auf George Robinson und auch Rodrigues traf, obwohl er seinen Zusatzpunkt aufgrund einer Strafe zweimal ausführen musste.
Höhepunkt aufseiten der Panthers-Offense war der folgende 48-Yard-Kick-off-Return von Vincent Begou, der gemeinsam mit Runningback-Kollege Andréas Betza einige Ausrufezeichen für Thonon setzte. „Wir dachten uns bereits, dass wir heute auf verlorenem Posten stehen würden“, sagte Panthers-Präsident Benoit Sirouet nach dem Spiel ohne Umschweife. „Die Zahl unserer Verletzten ist kaum zu kompensieren und die Klasse und Überlegenheit von Frankfurt muss einfach anerkannt werden.“
Dessen Runningback Ivo Schönberger erhöhte im zweiten Quarter früh auf 25:0, nachdem er über 24 Yards in die Endzone der Panthers getankt war. Auch der Zusatzpunkt saß und nur einige Zeit später ließ Marcus McDade seinen vierten Touchdown-Pass folgen, dieses Mal auf Jessie Lewis, der das 32:0 auf die Anzeigetafel brachte. Rodrigues schoss den PAT links am Tor vorbei, traf aber zum 39:0, nachdem McDade seinen Receiver Robinson ein zweites Mal bedient hatte.
In Halbzeit zwei sahen die 600 Zuschauer – darunter knapp 100 mit Fanbus und privat angereiste Universe-Fans – nur noch einen weiteren Touchdown, da Universe nun Leistungsträger nach und nach vom Feld nahm und dafür Ersatzspieler Erfahrung auf internationaler Ebene sammeln ließ. So erhielt unter anderem Nachwuchs-Runningback David Brockfeld innerhalb eines Drives gleich eine Handvoll Möglichkeiten, Raumgewinn zu erzielen.
Nach sechs Minuten im dritten Quarter fing Nathaniel Robitaille einen 93-Yard-Pass von Marcus McDade zum 45:0 und Ricardo Rodrigues erzielte, nachdem er das mögliche 46:0 rechts am Tor vorbeigeschossen hatte, abschließend sein erstes Field Goal in der EFL: Brockfeld hatte Universe mit einem starken Lauf bis an die 20-Yard-Linie gebracht und Rodrigues verwandelte den Field-Goal-Versuch zum 48:0-Endstand.
„Wir haben heute fast alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, bilanzierte Offensive Coordinator Ralf Prosiegel nach 42 Punkten seiner Spieler. „Ein, zwei Dinge müssen wir noch verbessern und hier und da Abläufe und die Abstimmung untereinander optimieren, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Zu 95 Prozent zumindest.“
Vor dem entscheidenden EFL-Spiel am Samstag, 28. Mai, 19 Uhr, im Frankfurter Volksbank Stadion gegen die Badalona Drags gastiert Samsung Frankfurt Universe am Sonntag, 22. Mai, ab 15 Uhr bei den Stuttgart Scorpions. In Stuttgart wollen die „Men in Purple“ ihrer knappen Niederlage beim amtierenden GFL Süd-Meister Schwäbisch-Hall den ersten GFL-Sieg ihrer noch jungen Geschichte folgen lassen.


