Begonnen mit einer Verspätung von 30 Minuten – die Gäste standen auf der Anfahrt längere Zeit im Stau – entwickelte sich ein faires und in gewisser Weise entspanntes Spiel, bei dem die Rollen von Beginn an klar verteilt waren: auf der einen Seite die Gastgeber, welche ihren Anspruch untermauerten, auch in diesem Jahr an der Spitze der GFL-Süd vertreten zu sein, und auf der anderen der tapfere Underdog, der zwar hoffnungslos unterlegen, jedoch nie gewillt war, sich hängen zu lassen.
Angeführt von Quarterback Tom Schneider legten die Skorpione los wie die Feuerwehr und erspielten sich bereits bis Mitte des zweiten Quarters einen sicheren 34:0 Vorsprung. Für die Punkte sorgten dabei je zweimal Lasse Ahlgrimm nach Pass von Schneider und Schneider selbst per Lauf, ebenfalls zweimal (alle PAT des Tages: Pascal Flöser). Für das zwischenzeitliche 14:0 sorgte die Defense in Person von Neuzugang Drew Fisher, der eine Interception über rund 30 yards hin zum Touchdown returnieren konnte. Kurz vor der Halbzeit schafften dann auch die Wildcats – bei denen mit Frank Roser als Offense Coordinator ein Bekannter mit Scorpions-Vergangenheit an der Seitenlinie stand – ihre ersten Punkte des Tages: Quarterback Keith Hilson verkürzte per Lauf auf 34:07.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Head Coach Jemil Hamiko bereits damit begonnen, munter durch zu rotieren, so übernahm zum Beispiel Steffen Haenelt die Quarterback-Position von Schneider, ehe später auch der älteste Spieler der GFL, Günther “Doc” Michel, die Bälle verteilte. Überhaupt kamen alle an diesem Tag verfügbaren Spieler im roten Jersey zum Einsatz und konnten so den Lohn für den Trainingseifer in der Vorbereitung ernten.
Ab dem dritten Quarter schalteten die Hausherren dann einen Gang zurück und auch die Wildcats begannen, nach und nach ihre Backups ins Rennen zu schicken. Als Resultat wurde es sowohl auf dem Spielfeld als auch den Rängen ein wenig ruhiger und es häuften sich Leichtsinnsfehler und kleinere Strafen wegen Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten. Kurz vor dem letzten Seitenwechsel erhöhte Steffen Haenelt per Lauf auf 41:7 und beendete damit die Punktejagd der Offense. Denn für die letzten Punkte auf Scorpionsseite sorgte im letzten Quarter ein Special Team: Nachdem die Wildcats gezwungen waren, sich per Punt aus der eigenen Endzone vom Ballbesitz zu trennen, gelang es Thomas Frach, diesen Versuch zu blocken, was einen Safety für zwei Punkte bedeutete. Acht Minuten vor Ende der Partie stellten die Wildcats mit dem 43:13 nach Pass von Tom Schmidtke auf einen seiner Receiver dann denn Endstand her und beide Seiten brachten das Spiel – wie es sich für ein Freundschaftsspiel auch gehört – eher gemächlich zu Ende.
Zufrieden zeigte sich im Nachhinein Jemil Hamiko: “Es ist so schön wieder zurück sein zu dürfen; das war heute mein erstes Spiel als Head Coach der Scorpions im GAZI-Stadion und ich danke allen Fans, die auch uns so famos unterstützt haben. Ebenfalls danke ich den Wildcats für die weite Anreise und den fairen Spielverlauf und zu guter letzte allen Helfern, die diese Events überhaupt erst möglich machen. Zu guter Letzt bin ich natürlich stolz auf meine Mannschaft, die eine hervorragende Vorbereitung absolviert hat und freue mich nun sehr auf den Start der GFL-Saison am kommenden Samstag in München”.
Als Fazit bleibt: Die Scorpions sind zurück in ihrem Wohnzimmer und es ist, als wären sie nie weg gewesen.



