So wird das Match gegen die Hohenloher zum ersten Homecoming Game ausgerufen, das heißt es wird ein Wiedersehen geben mit vielen Gesichtern, die die Geschicke der Scorpions maßgeblich beeinflusst haben. Höhepunkt wird dabei sicher die Gründung der Scorpions Hall of Fame sein, welche im Vorfeld ab 17.30 Uhr zelebriert wird und in die die ersten zehn Mitglieder aufgenommen werden sollen.
Anschließend wird dann auf dem Feld um Punkte gekämpft und hier sind die Vorzeichen recht eindeutig: Auf der einen Seite die Scorpions, die nach zuletzt zwei Niederlagen und Trainerwechsel auf den fünften Rang zurückfielen und keinen Punkt mehr zu verschenken haben, auf der anderen die Unicorns, welche mit acht Siegen aus acht Spielen souverän die GFL-Süd anführen. Mit entsprechend breit geschwellter Brust werden die Einhörner im GAZi-Stadion auftreten und die Bilanz der letzten Jahre spricht auch nicht unbedingt für die Hausherren: Der letzte Sieg für Stuttgart datiert aus dem Mai 2012, damals behielt man mit 10:06 die Oberhand, in allen weiteren Partien seit 2009 musste man sich geschlagen geben. In jedem dieser Jahre gewannen die Schwäbisch Haller die Südmeisterschaft – nur unterbrochen von den Marburg Mercenaries in 2010 – und errangen 2011 und 2012 als Krönung den German Bowl (2014 und 2015 stand man ebenfalls im Finale, unterlag jedoch den New Yorker Lions aus Braunschweig). Kurzum: Die Unicorns haben sich in den letzten Jahren zum Maß aller Dinge im Süden gemausert und sich – ungeachtet aller Rivalität – diesen Status redlich verdient.
Entsprechend groß ist natürlich die Motivation bei den Gegnern, Schwäbisch Hall zu bezwingen und drei Teams wäre in dieser Spielzeit fast die Überraschung gelungen: Frankfurt Universe, die Allgäu Comets und die Saarland Hurricanes unterlagen jeweils nur denkbar knapp mit einem, bzw. fünf Punkten Differenz. Die Ergebnisse der anderen Spiele lesen sich hingegen so, wie man es aus den letzten Jahren kennt: 56:25, 69:00, 37:14, 49:20 und 70:05. Für Aufsehen bis außerhalb der Football-Gemeinde sorgten die Unicorns durch ihre Spieler Moritz Böhringer und Patrick Donahue: Böhringer schaffte das Kunststück, direkt aus der GFL in die NFL (zu den Minnesota Vikings) zu wechseln, während Donahue eine Einladung in ein Rookie-Minicamp der Green Bay Packers erhielt (er ist inzwischen allerdings wieder zurück in der GFL). Hätte der Abgang eines Spielers wie Böhringer bei so manchem GFL-Team sicher für eine nicht zu schließende Lücke gesorgt, so kann das Team von Siegfried Gehrke solch einen Verlust scheinbar mühelos kompensieren. Zum einen verfügt man über eine der besten Juniorenabteilungen des Landes, aus der immer wieder Talente nachrücken, zum anderen trifft man seit Jahren auch bei den externen Neuzugängen zumeist ins Schwarze, somit verfügt Gehrke über einen erstklassig besetzten Kader.
Es würden also gewiss nicht viele darauf setzen, dass die Skorpione als Sieger aus dieser Partie gehen werden, und vielleicht liegt genau darin ihre Chance. Denn nachdem sie bisher lediglich eines von vier Heimspielen gewinnen konnten – 48:06 zum Auftakt gegen die Rhein-Neckar Bandits – können sie gegen Hall relativ befreit aufspielen, schließlich ist die Erwartungshaltung ohnehin schon relativ niedrig. Zugleich könnte ein überzeugendes Auftreten der Mannen des neuen Head Coachs Timo Klinkmüller wieder für ein wenig Ruhe unterm Fernsehturm sorgen, häufte sich nach dem bisherigen Saisonverlauf doch besonders in den sozialen Netzwerken die Kritik aus dem Umfeld.
Und vielleicht lohnt sich vorher nochmals der Blick in die Geschichtsbücher: Denn damals, im bereits erwähnten Jahr 1984, die Scorpions waren gerade mal zwei, die Uniocrns ein Jahr alt, lauteten die Ergebnisse bei den ersten Duellen in der 2. Bundesliga Mitte 24:06 und 28:00. Jeweils zu Gunsten der Skorpione.
Kick-off im GAZi-Stadion auf der Waldau wird sein um 18 Uhr, die Zeremonie zur Gründung der Hall of Fame beginnt um 17.30 Uhr. Auf Grund des zu erwartenden Zuschaueraufkommens wird ein zeitiges Erscheinen empfohlen. Abschließend ein Hinweis für die Gästefans: Da die Stadt Stuttgart die Gegentribüne bis auf Weiteres gesperrt hat, werden neben der Haupttribüne die Blöcke hinter den Toren (jeweils unüberdacht) zur Verfügung stehen.
