„Das war sicherlich noch nicht optimal“, gab Panther-Cheftrainer James Jenkins nachher zu, „aber wir haben die Lions fast durchgehend dominiert und am Ende völlig verdient so deutlich gewonnen.“ Was der us-amerikanische Raubkatzen-Bändiger meinte: Individuelle Fehler seiner Schützlinge gaben den Gästen immer wieder die Chance, ins Spiel zurück zu kommen, aber letztlich keinen Erfolg. So setzten sich die Hausherren vor 1.539 Zuschauern im Benrather Stadion erst im Endspurt deutlich ab, nachdem die Niedersachsen zwischenzeitlich sogar den 20:20-Ausgleich geschafft hatten. „Es ist frustrierend, dass wir nicht mehr aus unseren Möglichkeiten gemacht haben. So haben wir unter Wert verloren“, ärgerte sich Braunschweigs Headcoach, Offense Cooardinator und Managing Director Phil Hickey nachher über „das unerklärlicherweise fehlende Selbstvertrauen“ seiner Spieler.
Wobei sich die knappe Hundertschaft mitgereister Löwen-Fans wohl noch mehr darüber wunderte, dass die Gäste nie in der Lage waren, das Düsseldorfer Laufspiel zu stoppen. Obwohl die Panther nur fünf Offenseline-Spieler zur Verfügung hatten, riss die ‚O-Line‘ immer wieder große Löcher, die vor allem David McCants und Soichiro Tsukuda zu spektakulären Läufen nutzten. „Das machen die beiden Kleinen ganz großartig“, lobte der gegnerische Coach Hickey, „sie verstecken sich regelrecht hinter ihren Linienspielern und sind dann ungeheuer schnell auf und davon.“ Ergebnis waren gut erlaufene 300 Yards und sechs Lauf-Touchdowns der Gastgeber, von denen David McCants neben mehr als 170 Yards Raumgewinn alleine vier erzielte. ‚D.J.‘ Anderson, für die Runningbacks zuständiger Positionscoach, konnte sich nicht erinnern, eine so dominierende Vorstellung seiner Schützlinge erlebt zu haben. „Ich bin stolz darauf, was die Jungs geleistet haben. Wir haben mit ihnen gemacht, was wir wollten.“
Dass es trotzdem im dritten Viertel noch einmal eng wurde, lag an Fehlern der Panther und an der starken Angriffsleistung der Lions. „Das war das beste Spiel ihrer Offensive“, lobte Panther-Headcoach Jenkins, „wenn sie so fast fehlerfrei spielen wie heute, können sie jedem Gegner gefährlich werden.“ So schafften es die Braunschweiger in der letzten Minute vor der Pause binnen 55 Sekunden mit drei schönen Pässen (und einer Panther-Strafe) noch einmal in Fieldgoal-Reichweite und zum 13:20-Anschluss zu kommen. Und nach der Pause krallte sich erst Löwe Manuel Wiesmann einen Pass des ansonsten meist unauffällig, aber effektiv agierenden Panther-Spielmachers Robert Demers, ehe dem Gäste-Angriff durch Jabari Johnson der etwas überraschende Ausgleich gelang.
Doch der Braunschweiger Traum vom Auswärtserfolg währte nur kurz: Vier Spielzüge und eine Lions-Strafe später brachte McCants die Rheinländer erneut in Führung. Der Rest wirkte fast schon erschreckend locker und routiniert: Die Panther-Abwehr stoppte – nicht nur, aber auch wegen eines Sacks von Pascal Hohenberg – die nächste Lions-Serie. David McCants sprintete den müde wirkenden ‚Königen der Savanne‘ zweimal spielerisch leicht davon und erreichte nach 76 Yards fast unberührt zum vierten Mal an diesem Tag die Endzone. „Ich hatte befürchtet, dass sie im letzten Viertel mehr zuzusetzen haben“, gestand Löwen-Dompteur Hickey.
Die Schlusspunkte setzten Niklas Hornen mit dem sechsten Lauf-Touchdown für die Offense und Jens Hoffmann, der Braunschweigs Spielmacher Michael Herrick sackte und einen Fumble erzwang, sowie Pascal Hohenberg mit der Balleroberung für die Defense. Erfreulich übrigens, dass die Düsseldorfer Deckung sich trotz einiger Probleme einmal mehr im richtigen Moment, zur Crunch-Time, entscheidend steigerte, und die beiden endlich spielberechtigten Newcomer Denis Kühn und Simon Gavanda mehrfach zeigten, dass sie wichtige Verstärkungen werden können.
