"Eurobowlsiegerbesieger" - damit wurden die Dresden Monarchs von Stadionsprecher und Fans im heimischen Heinz-Field begrüsst. Und klar: der Plan war mit der Euphorie nach dem grandiosen Sieg letztes Wochende in Wien schwungvoll den nächsten Sieg in der GFL einfahren. Und das gegen einen bisher sieglosen Gegner. Kein Problem. War es dann aber doch! Dresden tat sich vor allem in Durchgang eins überraschend schwer. Der erste Drive geriet auch deshalb so zäh und lang, weil sich die Sachsen das Leben mit vielen Fouls und daraus resultierenden Strafen unnötig schwer machten. Der Höhepunkt: Runningback Trevar Deed ließ sich wenige Schritte vor der Berliner Endzone von den Rebels-Verteidigern provozieren und verlor die Nerven. Ergebnis: Strafe und nur noch drei Punkte durch ein 40 Yard Fieldgoal von Jan Hilgenfeldt.
Der Konter von Berlin endete in einem Safety nach einem misslungenen Snap (5:0). Im zweiten Viertel lief es dann besser für die Gäste. Larry McCoy lief zur zwischenzeitlichen Führung (PAT Ferenc Baksa 5:7). Dresden konnte antworten, allerdings erneut "nur" via Fieldgoal. Diesmal verwandelte Hilgenfeldt aus 44 Yard Entfernung zum 8:7 Pausenstand.
Auch in Halbzeit zwei sahen die gut anderthalbtausend Fans mehr Krampf und Kampf als ein schönes und flüssiges Spiel. Aber Dresden rollte besser. Zunächst war wieder Hilgenfeldt per Kick erfolgreich (25 Yard 11:7). Dann gab es endlich den ersten Monarchs Touchdown. Jeff Welsh hatte Guillaume Rioux über knapp 40 Yard bedient (PAT Hilgenfeldt 18:7). Auch im letzten Viertel blieb Dresden am Drücker. Auch wenn immer wieder Fouls und Strafen den Spielfluss bremsten, die Monarchs legten mehrfach nach. Zunächst Trevar Deed mit seinem ersten Touchdown (PAT Hilgenfeldt 25:7).
Hilgenfeldt war dann erneut mit einem Fieldgoal zum 28:7 erfolgreich. Erst jetzt, gut 5 Minuten vor dem Ende des Spiels, konnte Berlin wieder zählbar antworten. QB Conner Lynch, in seinem ersten Spiel für Berlin, glänzte mit einem 75 Yard Pass auf Matthias Wolf (PAT Baksa 28:14).
Was folgte war der unnötige und unrühmliche Abschluss dieser zerfahrenen Partie. Trevar Deed war zunächst zum letzten Touchdown gelaufen. Doch die Berliner Verteidigung wollte nicht aufgeben und versuchte Deed, der schon mehrere Schritte in die Endzone gemacht hatte, wieder zurückzudrängen und erneut zu provozieren. Dataufhin kam es zu einem gerangel zwischen einigen Spielern. Ergebnis: vier Platzverweise! Am Endstand von 35:14 änderte das nichts.
Dresden fährt nun am kommenden Samstag zum nächsten Spiel bei den New Yorker Lions nach Braunschweig.
