Spannend, Spannender, Ostwestfalenderby!

Die Paderborn Dolphins unterliegen mit 33:34 im Ostwestfalenderby gegen die Bielefeld Bulldogs.

Zum Saisonabschluss sollte es für die Paderborner erneut nicht reichen. Auch im letzten Auswärtsspiel mussten die Paderborn Dolphins in einer dramatischen Schlussphase sich den Bielefeld Bulldogs geschlagen geben. War man nach einem ersten schwachen Quarter gut in die Partie gestartet und dominierte zeitweise auf dem Feld, so war es das erwartete vierte Quarter in dem die Bulldogs noch einmal zu neuer Stärke fanden.

Spannender hätte es in einem Derby nicht sein können, fünf Minuten vor dem Schlusspfiff führten die Paderborn Dolphins noch mit 33:19 gegen die Bielefeld Bulldogs. Im Endspurt schafften es die Bulldogs aber immer wieder die Paderborner Angriffsreihe zu stoppen und im Gegenzug ihre Punkte solide einzufahren. Dabei war es wie erwartet auch an diesem Abend die überragende Leistung von Widereceiver Drewery der den Paderborn Dolphins den Sieg streitig machte. Immer wieder fanden die Bulldogs ihren Zweimetermann der sich durch die Paderborner Abwehrreihen kämpfte und das lederne Ei zu den neuen First Downs trug.

Die Paderborner Defense hatte dabei schon über das gesamte Spiel Probleme den großgewachsenen US-Boy zu kontrollieren und seine Laufwege möglichst einzuschränken. Gerade bei langen Pässen war Drewery immer an der richtigen Stelle und konnte mit den Big Plays glänzen. Noch eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit lagen die Dolphins mit sieben Punkten in Führung. Ein Lauf nach einem gefangenen Pass in die Paderborner Endzone brachte die Bulldogs wieder an die Dolphins heran. Die anschließend gespielte Two-Point Conversion wurde durch die Bielefelder verwandelt, so dass aus dem Rückstand eine Führung gemacht wurde. Bitter für die Paderborn Dolphins, denn sie hatten auf das Lokalderby und den damit verbundenen Saisonabschluss intensiv hingearbeitet.

Doch es waren sicherlich nicht die letzten fünf Minuten des Spiels, die die Niederlage gegen die Bulldogs besiegelten. Schon über die gesamte Spielzeit waren es immer wieder kleine Unachtsamkeit und Ungenauigkeiten mit denen sich die Dolphins selber das Leben schwer machten. Bei der verwandelten Zusatzpunkten nach den Touchdowns oder bei den gefangenen Pässen war die Ausbeute am Spieltag nicht überragend. Im Vergleich des Hin- und Rückspiels waren es dann auch genau diese Ungenauigkeiten die den Unterschied ausmachten. Dass in Ostwestfalen zwei starke Footballteams beheimatet sind, das hatte schon Head-Coach Gehrke vor der Partie festgehalten. Der direkte Vergleich über Hin- und Rückspiel spricht dann am Ende für die Paderborner, die sich deutlich im Hinspiel durchgesetzt hatten.

Eine großartige Werbung für den American Football in Ostwestfalen war das Derby allemal. Nicht nur die mitgereisten Fans und Dolphins-Freunde bestätigten diesen Eindruck, ein großes Lob gab es auch von offizieller Seite. Die Schiedsrichter hielten nach dem Derby fest, dass sie ein so sportlich interessantes und faires American Football Spiel schon lange nicht mehr gesehen hatten.

Natürlich hatten sich die Paderborn Dolphins den sportlichen Saisonabschluss anders vorgestellt. Die Nachdenklichkeit nach einer Niederlage war auch bei den Spielern noch einige Stunden nach dem verpatzten Derbyauftritt zu spüren. Doch können die Paderborn Dolphins eine durchweg positive Bilanz der ersten GFL2 Saison ziehen: Als dritter der GFL2 Nord Tabellen schließen sie die Spielzeit 2015 ab und präsentieren sich somit als bester Aufsteiger in der GFL2 Nord. Lange spielten die Paderborn Dolphins ebenfalls eine wichtige Rolle im Meisterschaftsrennen. Erst die letzten Spieltage brachten die Gewissheit, dass die Hildesheim Invaders und Lübeck Cougars vor den Paderbornern landen werden. Der solide erreichte Klassenerhalt machte es den Paderborn Dolphins Offiziellen anschließend etwas einfacher die Niederlage im Derby zu verdauen.

Zuhause hielten die Dolphins über die gesamte Saison ihr Feld sauber und konnten alle Heimspiele für sich entscheiden. Die eher unschön aussehende Auswärtsbilanz fällt bei den Paderborn Dolphins hingegen fast genauso eindeutig aus. Nur ein Spiel konnten die Dolphins auswärts für sich entscheiden. Für den Teammanager David Schmidtmann geht die Planung schon in Richtung der neuen Saison. „Wir haben einige Schwachstellen und Aufgaben in der Zweitligasaison identifiziert, die wir im kommenden Jahr besser handhaben wollen. Nicht nur sportlich sondern auch organisatorisch werden wir uns deshalb auf breitere Beine stellen“, so Schmidtmann.

Einen großen Dank sprachen Head-Coach Matthias Gehrke und Teammanager David Schmidtmann auch noch einmal in Richtung der Fans der Paderborn Dolphins aus. „Die vielen mitgereisten Fans haben uns hier in Bielefeld den Rücken gestärkt, leider haben wir es am Ende nicht geschafft sie dafür sportlich mit einem Sieg zu entlohnen“, so Gehrke. Für die Paderborn Dolphins geht es nun erst einmal in die spielfreie Zeit bis es dann in den Wintermonaten schon wieder mit der Saisonvorbereitung 2016 losgeht.

Ein erster Schritt in Richtung der Saisonvorbereitung 2016 beginnt bereits am 16. September 2015. Dann startet für die neugegründete zweite Herrenmannschaft das erste gemeinsame Training. Head-Coach des zweiten Herren-Teams wird Dolphins Runningback Daniel Greitens werden. Sportler die Spaß am American Football haben, oder es einfach einmal ausprobieren wollen, sollten sich den Termin im Kalender eintragen!

Spielverlauf
1. Quarter (BB 13:6 PD)
07-00    Lauf zum Touchdown, PAT gut.
07-06    Lauf zum Touchdown QB Zachary Cavanaugh (#7), PAT nicht verwandelt.
13-06    Lauf zum Touchdown, PAT nicht verwandelt.
2. Quarter (BB 13:12 PD)
13-13    Pass zum Touchdown Klaus Driller #21, PAT gut.
3. Quarter (BB 16:18 PD)
16-13    Fieldgoal verwandelt.
16-19    Lauf zum Touchdown Phillip Gamble (#2), PAT nicht verwandelt.
4. Quarter (BB 34:33 PD)
16-26    Pass zum Touchdown Bert Smith #23, PAT gut.
19-26    Fieldgoal verwandelt.
19-33    Lauf zum Touchdown Kai Börger (#87), PAT gut.
26-33    Pass zum Touchdown, PAT gut.
34-33    Lauf zum Touchdown, Two-Point Conversion verwandelt.