Starke Cowboys in Wiesbaden zu Gast

Gegen keinen anderen Liga-Konkurrenten weisen die Phantoms eine bessere Bilanz auf. In vier bisher gespielten GFL-Duellen ging die Mannschaft von Sven Gloss dreimal als Sieger vom Platz. Gewann auch das letztjährige Saisonfinale vor mehr als 1.500 Zuschauern im Helmut-Schön-Sportpark klar mit 22:7 und schickte die Cowboys in die Abstiegsrelegation. Mit zwei deutlichen Siegen über Zweitliga-Meister Allgäu Comets vermieden die Münchner aber den Gang in die GFL 2 und schicken sich in diesem Jahr an, bei der Vergabe der Playoff-Plätze ein gehöriges Wörtchen mitzureden.

Während die Phantoms weiter im Tabellenkeller feststecken, reisen die Cowboys als Favorit zum Duell der beiden Landeshauptstädte. Fünf Siege stehen bisher auf Seiten der Gäste zu Buche. Gegenüber lediglich drei Niederlagen und einem eher unglücklichen Unentschieden gegen die Stuttgart Scorpions. Letzte Zweifel über ihre diesjährige Playoff-Tauglichkeit beseitigte das Team von US-Cheftrainer James Craig am vergangenen Wochenende, als der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer Marburg Mercenaries mit einer 28:31 die Heimreise aus Bayern antreten musste.

"Das wird ein ganz harter Brocken", weiß auch Sven Gloss, der in den vergangenen Tagen vor allem mentale Aufbauarbeit bei seinen Phantoms leisten musste. Der unerklärliche Einbruch beim Spiel in Mannheim, als man nach einer guten ersten Halbzeit und der verdienten 20:14 Führung komplett den Faden verlor und sich mit 26:41 geschlagen geben musste, zeigte einmal mehr die Schwäche der Phantoms in diesem Jahr auf. Es fehlt der Mannschaft an Konstanz. In nahezu jedem Spiel der bisher so enttäuschend verlaufenden Saison reichte es bestenfalls für eine gute Halbzeit. Mal lief man in den ersten 24 Spieminuten seinem Leistungsvermögen hinterher. Mal, wie zuletzt bei den Rhein-Neckar Bandits, verlor man eine bis zur Pause gut gespielte Partie durch einen rapiden Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit.

Das Resultat: Nach einem viel umjubelten ersten Saisonsieg über die Franken Knights verloren die Phantoms nicht nur die darauffolgende Partie, sondern auch das wichtige Momentum im Kampf gegen die Abstiegsrelegation. Unerklärlich, unbegreiflich und unnötig.

Ob nun ausgerechnet die Munich Cowboys den angeschlagenen Phantoms als Aufbau-Gegner dienen wollen und dienen werden, darf bezweifelt werden. Zumal diese nach der Verletzung ihres Stamm-Quarterbacks Patrick Carey mit Blake Barnes auf der Spielmacher-Position einen nochmaligen Leistungsschub erfuhren. Der eigentliche Offense Coordinator sprang als geschulter Quarterback in die Bresche und erwies sich als Glücksfall für die Cowboys, die sich zudem auf die Leistung von Passempfänger Garret Andrews verlassen können. Die Neuverpflichtung avancierte zum Topscorer der Münchner und wird auch die Phantoms-Verteidigung vor eine große Aufgabe stellen. Zudem wartet mit Fabien Gärtner der beste deutsche Ballträger der GFL auf das Wiesbadener Defense-Kollektiv.

Vom Papier her sind die Rollen für Samstag, um 17:00 Uhr klar verteilt. Wenn sich die Mannschaft von Sven Gloss nicht endlich über die komplette Spieldauer ihrer Stärken besinnt, wird nicht nur die drei Spiele andauernde Siegesseerie gegen die Munich Cowboys ihr Ende finden, sondern auch die Luft am Tabellenende immer dünner werden. Dann wären es vielleicht in diesem Jahr die Munich Cowboys, die schon am 10. August zum direkten Rückspiel ins Dante-Stadion laden, welche gehörigen Anteil daran haben könnten, dass sich die Wiesbaden Phantoms mit den Allgäu Comets duellieren müssen. Denn diese haben derzeit mit komfortablem Vorsprung die Tabellenführung der GFL 2 inne.