Statt Revanche eine weitere Lehrstunde

Wie hoch die Trauben derzeit in der GFL hängen, erfuhr die Mannschaft von Sven Gloss einmal mehr beim Gastspiel in Düsseldorf. Nachdem man im Hinspiel gegen die Panther noch phasenweise auf Augenhöhe mitspielte, war man gegen souveräne Gastgeber diesmal ohne Chance. Lediglich Robin Bräuers Ausgleich zum 7:7 nach Zuspiel von Kevin Brüngel über 15 Yards im ersten Spielviertel bot Grund zur Hoffnung. Doch die Panther legten nach und erspielten sich bis zur Pause eine 20:7 Führung.

Schon kurz nach Beginn des Spiels stand Düsseldorfs japanischer Ballträger Junya Suzuki in der Wiesbadener Endzone, erzielte per kurzem Lauf die Führung. Nach Bräuers unmittelbarer Antwort war dann Estrus Crayton der erste Abnehmer von Spielmacher Demers insgesamt vier Touchdown-Pässen.

"Bis kurz vor der Halbzeit sahen wir so schlecht nicht aus. Das Big Play der Panther in den letzten Sekunden vor der Pause war dann aber symptomatisch für unsere derzeitige Situation. Das hätten wir verhindern müssen", so Sven Gloss zum Nackenschlag durch einen 52 Yard Pass von Robert Demers auf Niklas Römer.

Dieser Nackenschlag zeigte offensichtlich Wirkung. Denn die Panther drehten im dritten Spielviertel in Person von Niklas Römer mächtig auf, Robert Demers bediente seine Lieblingsanspielstation über 75 Yards und 1 Yard, und zogen uneinholbar auf 34:7 davon. Die Entscheidung war längst gefallen. "Wir hatten nach der Halbzeit nicht mehr viel entgegenzusetzen", so Gloss, dessen Mannschaft verletzungsbedingt auf Marcel Duft und damit auf eine wichtige Anspielstation verzichten musste.

Der Rest des Spiels war Schaulaufen, bei dem die Gastgeber auch weiterhin die Nase vorne hatten, zunächst durch Yannik Baumgärtner auf 41:7 davonzogen, bevor Dominik Voigtländer mit einem schönen Lauf über das halbe Feld der zweite Phantoms-Touchdown gelang. Davis Matz erzielte mit der anschließenden Conversion seine ersten beiden Punkte der Saison zum 15:41.

Abschließend durften zufriedene Panther-Fans noch das letzte Erfolgserlebnis ihres Teams feiern. Marcus Jäger sorgte für sechs, Alexej Mittendorf für zwei Punkte per Conversion.

Düsseldorf erwies sich als in allen Mannschaftsteilen zu stark an diesem Tag. Der Fokus der Phantoms liegt nun auf dem wichtigen Auswärtsspiel am kommenden Sonntag bei den ebenfalls noch sieglosen Plattling Black Hawks (19:38 in München). "Da brauchen wir gar nicht lang um den heißen Brei reden. Dieses Spiel gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf müssen wir gewinnen", gibt Sven Gloss sich kämpferisch.

Eine weitere Woche der Analyse und intensiven Fehlerbearbeitung, die dann hoffentlich zum ersten doppelten Punktgewinn in der GFL führen wird. Der Knoten wartet weiterhin aufs Platzen.