Gleich aus mehreren Gründen ist das kommende Heimspiel der Schwäbisch Hall Unicorns gegen die Stuttgart Scorpions ein viel beachtetes. Da ist zunächst der Derby-Charakter, der die Begegnungen zwischen Hall und Stuttgart seit nunmehr fast 30 Jahren zu ganz besonderen Spielen macht. Kommt in diesem Jahr dazu, dass es die Scorpions waren, die zum diesjährigen Saisonauftakt mit einem 10:6-Erfolg die über 18 Spiele andauernde Siegesserie der Unicorns beendet haben. Aus Sicht der Haller ist da also noch eine ganz besondere Rechnung offen.
Weitere Brisanz erhält das Spiel durch die aktuellen Ereignisse. Während die Unicorns bereits als Meister der GFL-Süd feststehen, geht es für die Scorpions noch darum, den dritten Platz in der Süd-Staffel zu sichern. Bei einer Niederlage am Samstag könnte ihnen der noch von den Marburg Mercenaries weggeschnappt werden und man müsste im Viertelfinale nicht in Berlin sondern beim deutschen Vizemeister in Kiel antreten.
Die Unicorns beschäftigt im Vorfeld mehr das Verletzungspech im eigenen Kader. Seit Beginn der Rückrunde haben sie vermehrt Ausfälle zu kompensieren. Am vergangenen Samstag mussten sie nun bei den Rhein-Neckar Bandits nicht nur ihre zweite Saisonniederlage sondern weitere Verletzungen einstecken, die mit Blick auf die Playoffs noch sehr schmerzliche Auswirkungen haben können. Mit David Seiffer, Daniel Emmanuel und Oliver Radke traf es drei wichtige Verteidiger und in der Offense musste ausgerechnet dem bislang höchst erfolgreichen Traumduo Jake Spitzlberger und Fritz Waldvogel vorzeitig vom Platz geholfen werden.
„Die Ausfälle sind natürlich ein herber Schlag für uns“, sagt Head Coach Siegfried Gehrke. „Nach den ersten Untersuchungen in dieser Woche sind wir aber zuversichtlich, dass zum Viertelfinale die meisten Betroffenen wieder einsatzfähig sind.“ Am Samstag werden Spitzlberger, Waldvogel, Seiffer sowie der schon länger verletzte Offense-Liner Jan Flachs aber auf jeden Fall fehlen. Fraglich sind die Einsätze von Daniel Emmanuel und Oliver Radke.
Auf der Quarterback-Position wird gegen Stuttgart der Name Brenner zu finden sein: „Ob es Johannes oder Felix sein wird, das legen wir in dieser Woche im Training fest“, sagt Gehrke. „Auf jeden Fall müssen wir das Spiel gegen Stuttgart als Probelauf für das Viertelfinale gegen Düsseldorf betrachten. Wir hoffen zwar darauf, dass Jake und Fritz bis dahin wieder fit sind. Sicher ist das aber nicht.“
Und so werden die TSG-Footballer am Samstag, auch wenn es für sie in der Tabelle um nichts mehr geht, keinesfalls auf Schadensbegrenzung spielen: „Das ist die Probe für den Ernstfall und wir wollen das Spiel natürlich gewinnen“, sagt der Haller Cheftrainer. „Außerdem ist es das Derby gegen Stuttgart, das wir in diesem Jahr schon einmal verloren haben. Das war sehr frustrierend und das wollen wir kein zweites Mal erleben.“
