Überraschende Niederlage im ersten Heimspiel

Mit einer, doch für alle überraschenden 24:26 (0:3 / 14:0 / 7:15 / 3:8) Heimniederlage gegen das Team der Triangle Razorbacks im Rahmen des EFAF-Cup, beendeten die New Yorker Lions ihr erstes Heimspiel vor 4.092 Zuschauer in der Saison 2012.

#85 WR Christian Bollmann beim TD. Foto: (c) Reißner

Bei fast hochsommerlichen Temperaturen im Braunschweiger Eintracht Stadion hatten die Fans der Lions viele Höhen und Tiefen zu durchlaufen und sahen neben tollen Spielzügen auch teilweise unverständliche und katastrophale Fehler.

 

Das Spiel begann mit dem Kick-Off des dänischen Meisters und dem ersten Return des Abends durch Lions Neuzugang Ronald Sears, aber auch der ersten Strafe gegen das Team der Löwenstädter. Viele unnötige Strafen und damit das zunichte machen von zum Teil guten Ausgangspositionen, sollten sich von nun an, das ganze Spiel über fortsetzen. Zum Ende der Begegnung standen auf Seiten der New Yorker Lions alleine 192 Yards Raumverlust durch Strafen in der Statistik.

 

Auch die zweite Schwachstelle des Abends wurde bereits im ersten Spielabschnitt schnell aufgedeckt.

 

Lions Neuzugang auf der Quarterbackposition Michael Herrick zeigte neben zum Teil butterweichen Pässen auf seine Wide Receiver, einem guten Auge und gutem Scrambling, auch unverständliche Anspielversuche, die zu insgesamt vier Interceptions und letztendlich spielentscheidenden Ballverlusten führten.
Das erste Spielviertel bestimmten vor allem die beiden Defensereihen, die jeweils keinen großen Raumgewinn der anderen Offense gönnten. Einzig ein 32 Yard Fieldgoal durch den Kicker der Razorbacks Dian Hansen und der damit verbundenen 0:3 Führung aus Sicht der Dänen, sprang kurz vor dem ersten Seitenwechsel als einzig zählbares heraus.

 

Das zweite Quarter war dann eindeutig für die Hausherren aus Braunschweig reserviert.

 

Nachdem ein erster Touchdown von Christian Bollmann, nach 30 Yard Pass von Michael Herrick, noch wegen einer Strafe (Illegal Receiver Downfield) aberkannt wurde, war das Duo Herrick / Bollmann nur kurze Zeit später aus 25 Yards erfolgreich. Nach PAT durch Kicker T. Göbel, führten die Lions damit erstmalig mit 7:3. Auch die Verteidigung der Lions lief nun zur Höchstform auf und stoppte die Razorbacks umgehend. Der folgende Punt der Dänen wurde von Reid Worthington geblockt und somit betrat die Offense der Löwen um Michael Herrick an der 44 Yards Linie der Razorbacks wieder das Feld. Nur vier Passspielzüge später fand Michael Herrick erneut seine Lieblingsanspielstation Christian Bollmann, dieses Mal aus 30 Yards, in der Endzone des dänischen Meisters zum Touchdown und der zwischenzeitlichen 14:3 Führung (PAT T. Göbel).

 

Mit diesem Spielstand ging es auch in die Halbzeitpause.

 

Das Momentum nach der Pause lag eindeutig auf Seiten der Triangle Razorbacks. Yard um Yard marschierten diese unter Führung ihres Spielmachers Zachary Frazer über das Feld. Immer wieder fand der US-amerikanische Quarterback der Dänen seine Receiver, allen voran die # 80 Alex Molina oder er übergab den Ball an seine Runningbacks, bei denen vor allen die # 32 Geoffrey John Lewis hervorstach. Über 28 Yards bediente Frazer dann schließlich im vierten Versuch Alex Molina, der völlig unberührt in die Endzone der Lions zum Anschlußtouchdown einlaufen konnte und auch noch die anschließende Two Point Conversion zum 14:11 verwandelte.

 

Nach diesem schnellen Punkterfolg durch die Razorbacks schienen die Lions noch geschockt, denn gleich im nächsten Angriffsdrive unterlief Michael Herrick mit seiner zweiten Interception, der zweite Ballverlust an diesem Abend. Noch schwerwiegender als der Ballverlust, war dabei die Ausgangssituation, in der die Dänen wieder das Angriffsrecht übernahmen. Nach dem Interceptionreturn durch Triangles Spieler Jákup Gardar Joensen, übernahmen sie den Ball nur
2 Yards vor der Braunschweiger Endzone. Nur einen Spielzug später übernahmen die Razorbacks nach einem Lauf von Geoffrey John Lewis mit 14:18 (PAT D. Hansen) die Führung.

 

Endlich schienen auch die Lions wieder zurück im Spiel zu sein, denn nun fand auch die Offense der Löwenstädter wieder ihren Rhythmus. Michael Herrick verteilte sicher die Bälle auf seine Receiver und Sven Rosemann sorgte für die nötigen Meter Raumgewinn auf dem Boden. Letztendlich war es Ballempfänger Jacob Schridde, nach einem 25 Yard Pass von Michael Herrick, vorbehalten, die Lions wieder mit 21:18 (PAT T. Göbel) in Führung zu bringen. Nachdem die Defense der Lions, den Angriff der Razorbacks erneut stoppen konnte, übernahm zu Beginn des vierten und letzten Spielviertels wieder M. Herrick und der Angriff der Löwen die Regie. Doch dabei handelte es sich nur um ein kurzes Gastspiel, den M. Herrick warf unbedrängt seine dritte Interception und brachte die Dänen damit erneut in aussichtsreicher Feldposition, an Braunschweigs 34 Yard Linie, in Ballbesitz.

 

Zwei Spielzüge später eroberten die Triangle Razorbacks nach einem 29 Yard Pass von Z. Frazer auf Nicolai Brødsgaard wieder die Führung zurück. Der folgende Extrapunktversuch der Dänen entwickelte sich zu einem Fake, auf den die gesamte Braunschweiger Mannschaft hereinfiel. Razorbacks Holder Thomas Linnemann nahm den Snap auf und lief ungehindert zum 21:26 in die Endzone der Lions.

 

Die Löwen bäumten sich noch einmal auf und kämpften gegen die drohende Niederlage an. Die nächste Angriffserie schloss Kicker Tobias Göbel sicher mit einem 33 Yard Fieldgoal ab und brachte die Lions wieder auf 24:26 heran. Auch die Defense der New Yorker Lions tat ihr bestens und stoppte die Angriffsbemühungen der Razorbacks. Mit 2:13 Minuten Restspielzeit und an der eigenen 31 Yard Line betrat die Offense der Löwen zum spielentscheidenden Drive das Feld. Was dann geschah, muss man wohl mit eigenen Augen gesehen haben, um es glauben zu können. Anstatt nach vorne, bewegten sich die Lions rückwärts Richtung eigener Endzone. 

 

         
Nach einer Holding Strafe folgten zwei Sacks gegen Quarterback Michael Herrick, welche die Löwen im vierten und alles entscheidenden Versuch bis zur eigenen 3 Yard Linie zurückwarfen.

 

Im vierten und letzten Versuch warf dann M. Herrick seine vierte Interception des Abends direkt in die Hände des Triangle Razorbacks Verteidigers Allan Andersen. Der folgende Returntouchdown des Dänen wurde zwar auf Grund einer Strafe annulliert, für die New Yorker Lions änderte das aber nichts. Ohne verbleibende Auszeit mussten sie tatenlos mit ansehen, wie die Razorbacks die Spieluhr auf Null runterlaufen ließen.

 

Nachdem Spiel war der Hoffnungsträger der Lions, Quarterback Michael Herrick untröstlich: „Ich weiß auch nicht, was los war. Im Football haben immer alle Schuld, wenn blöde Sachen passieren. Wir gewinnen als Team, und wir verlieren als Team. Aber diese vier Fehlpässe nehme ich auf meine Kappe. Ich hätte erkennen müssen, dass irgendwas nicht passt und die Würfe seinlassen müssen“, sagte der US-Amerikaner.

 

Auch Headcoach Phil Hickey war deutlich sauer, über das, was die Lions an diesem Abend zum, Teil abgeliefert haben: „Unsere letzte Angriffsserie, als alles noch möglich war, war sehr peinlich. So etwas habe ich noch nie gesehen. Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von meiner Mannschaft. Sie hat nicht gezeigt, was sie kann“, sagte er.

 

Die New Yorker Lions haben nun zwei Wochen Zeit, an Verbesserungen zu arbeiten. Dann steht das erste Punktspiel in der GFL auf dem Programm, ausgerechnet beim wieder ins Football-Oberhaus zurückgekehrten Erzrivalen Hamburg Blue Devils. Fehlen wird den Braunschweiger dann zusätzlich noch Niklas Hentschel, der mit einem Spiralbruch im Mittelhandknochen des Mittelfingers verletzt ausschied und nun operiert werden muss. Wie lange er dem Team fehlen wird, steht noch nicht fest.