Unicorns bleiben auch in Berlin ungeschlagen

Die Schwäbisch Hall Unicorns gewinnen ihr erstes Interconference-Spiel der Saison in der effect® ENERGY GFL bei den Berlin Rebels mit 33:38 (Halbzeit 21:17) und feiern damit ihren vierten Erfolg im vierten Saisonspiel.

Unicorns @ Rebels (Foto: Manfred Löffler)

Im Mommsenstadion in Berlin mussten die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag ihre bislang wohl größte Bewährungsprobe der laufenden Saison bestehen. In einer physischen und teilweise hitzigen Begegnung mit mehreren Strafen auf beiden Seiten setzte sich die Mannschaft von Head Coach Felix Brenner letztlich mit 33:38 gegen die Berlin Rebels durch. Dabei entwickelte sich über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe, in dem auch zwei Touchdowns der Haller Defense den Ausschlag zugunsten der Gäste gaben.
 
Die Partie begann aus Sicht der Unicorns nahezu optimal. Nachdem die Haller Defensive die Rebels direkt zu einem schnellen Punt gezwungen hatten, schlug die Offense erneut früh zu. Bereits im dritten Spielzug fand Lars Heidrich seinen Receiver Rayjuon Pringle mit einem 82-Yard-Pass zum frühen 0:7 (alle PAT Jimmy Sawang). Auch die Defensive erwischte einen starken Start. Julian Jakob fing wenig später einen Pass von Tyquell Fields ab und brachte die Unicorns erneut in Ballbesitz. Zwar sprang zunächst nur ein 20-Yard-Fieldgoal von Jimmy Sawang zum 0:10 heraus, dennoch schienen die Haller das Spielgeschehen zu Beginn zu kontrollieren.
 
Der Vorsprung wirkte jedoch eher hemmend als befreiend. Die Rebels fanden zunehmend besser in die Partie und verkürzten zunächst durch einen 95-Yard-Kickoff-Return-Touchdown von Nate Stewart auf 7:10. Kurz darauf unterlief Lars Heidrich zudem eine Interception durch Alex Spillum, der 2022 noch das Trikot der Unicorns getragen hatte.
 
Mit Beginn des zweiten Viertels wechselte das Momentum dann offenbar endgültig auf die Seite der Gastgeber. Nach einem missglückten Snap der Unicorns konnte Marvin Fuchs den Ball zwar noch aus der Endzone herauskicken, der Punt geriet jedoch deutlich zu kurz. Die Berliner nutzten die hervorragende Feldposition anschließend sofort und gingen durch einen kurzen Pass von Tyquell Fields auf Jermaine Enyiagu erstmals in Führung (14:10), die sie in der Folge noch weiter ausbauen konnten: Nachdem ein ausgespielter vierter Versuch der Einhörner an der Mittellinie scheiterte, erhöhten die Rebels wenig später durch einen weiteren Touchdownpass von Fields auf Ben Teuber auf 21:10.
 
Die Gastgeber hatten damit drei Touchdowns in Serie erzielt, ohne weitere Punkte der Haller zuzulassen. Umso wichtiger waren deshalb aus Sicht der Kocherstädter die letzten Minuten vor der Halbzeitpause: Dank starker Vorarbeit von Magnus Bumiller und Kelley Joiner marschierten die Unicorns kurz vor Ende der ersten Halbzeit in weniger als einer Minute über das Spielfeld. Den Abschluss des Drives setzte dann Cem Kaheveci, der einen 24-Yard-Pass Heidrichs zum Halbzeitstand von 21:17 in die Endzone tragen konnte.
 
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Unicorns nachfolgend deutlich wacher als ihre Gegner. Bereits nach drei Minuten im dritten Viertel fand Kelley Joiner eine Lücke in der Berliner Defensive und lief, auch Dank starken Blocks seiner O-Line, nahezu unberührt zum 21:24 in die Endzone. Die Haller Defense setzte daraufhin ebenfalls spielentscheidende Akzente. Nachdem die Unicorns den Druck auf Tyquell Fields erhöht hatten, fing Jonell Pelie einen Pass des Berliner Quarterbacks ab und trug ihn über 69 Yards in die Endzone zurück (21:31).
 
Zu Beginn des Schlussviertels standen die Berliner in der Folge wieder tief in der Hälfte der Unicorns. Tyquell Fields führte sein Team dabei nah an die Endzone der Haller, ehe sein nächster Pass zur Vorentscheidung führen sollte: Monteze Latimore fing den Ball unmittelbar vor der eigenen Endzone ab und hatte anschließend ein freies Feld vor sich. Über 99 Yards returnierte der Cornerback seine bereits vierte Interception der Saison zum zweiten Pick Six des Tages und erhöhte für sein Team auf 21:38.
 
Die Rebels gaben sich jedoch auch nach dem zweiten Pick Six der Unicorns nicht geschlagen. Nachdem beide Mannschaften ihre Angriffsserien zunächst per Punt beenden mussten, verkürzte Nate Stewart auf 27:38. Die anschließende Conversion verhinderte Luca Braun, der aufgrund der angespannten Personalsituation erneut selbst die Rolle als Safety übernahm, obwohl er eigentlich zum Trainerstab der Unicorns gehört. Nach einem weiteren Punt der Haller fing dann Jermaine Enyiagu einen Pass seines Quarterbacks völlig freistehend in der Endzone zum 33:38-Anschluss.
 
Hoffnung auf eine weitere Aufholjagd der Gastgeber keimte jedoch nur kurz auf, da der anschließende Onside-Kick ins Aus rollte und die Unicorns in Ballbesitz kamen. Diese bewahrten in der entscheidenden Phase die Ruhe. Vor allem Mathis Harang übernahm Verantwortung und sorgte mit mehreren Läufen für ein wichtiges First Down, das es den Hallern ermöglichte, abschließend in der Victory Formation den vierten Sieg im vierten Saisonspiel perfekt zu machen.
 
Doch auch dieses Spiel blieb leider nicht ganz ohne Wermutstropfen für die Haller. Nachdem bereits in der Vorwoche Toni Trefzer verletzt ausgefallen war, musste diesmal Tackle Luca Scharf nach längerer Behandlung im letzten Viertel auf einer Trage vom Feld gebracht werden. Wie schwer seine Verletzung wiegt, konnte jedoch so kurz nach dem Spiel noch nicht abschließend bewertet werden.
 
„Das war heute ein großartiger Teamerfolg“, resümierte Head Coach Felix Brenner nach der Partie. Besonders zufrieden zeigte sich der Haller Cheftrainer mit der körperlichen Präsenz seiner Mannschaft: „Es ging von Anfang an darum, das physische Spiel der Rebels aufzunehmen. Am Ende des Tages haben wir das in allen Teilen der Mannschaft sehr ordentlich gemacht.“ Vor allem das Zusammenspiel der Mannschaftsteile überzeugte Brenner: „Wir haben uns heute perfekt ergänzt und hatten auch sehr starke Phasen. Auch wenn die Offense mal einen Durchhänger hatte, dann tat ein Pick Six der Defense natürlich gut.“
 
Mit Blick auf den Saisonstart ergänzte der Head Coach: „Wir stehen jetzt nach vier Spielen 4-0, darüber sind wir sehr glücklich und freuen uns jetzt nach einem sehr kräftezehrenden Beginn auf die Bye Week.“
 
Die Punkte für Schwäbisch Hall erzielten: Jimmy Sawang (8), Rayjuon Pringle (6), Cem Kaheveci (6), Kelley Joiner (6), Jonell Pelie (6), Monteze Latimore (6)
 
Viertelergebnisse: 7:10 / 14:7 / 0:14 / 12:7    Final 33:38
 
Alle Punkte:
0:7 – Rayjuon Pringle – 82-Yard-Pass von Lars Heidrich (PAT Jimmy Sawang)
0:10 – Jimmy Sawang – 20-Yard-Fieldgoal
7:10 – Nate Stewart – 95-Yard-Kickoff-Return-Touchdown (PAT Kris Cain)
14:10 – Jermaine Enyiagu – 6-Yard-Pass von Tyquell Fields (PAT Kris Cain)
21:10 – Ben Teuber – 7-Yard-Pass von Tyquell Fields (PAT Kris Cain)
21:17 – Cem Kaheveci – 24-Yard-Pass von Lars Heidrich (PAT Jimmy Sawang)
21:24 – Kelley Joiner – 23-Yard-Lauf (PAT Jimmy Sawang)
21:31 – Jonell Pelie – 69-Yard-Interception-Return-Touchdown (PAT Jimmy Sawang)
21:38 – Monteze Latimore – 99-Yard-Interception-Return-Touchdown (PAT Jimmy Sawang)
27:38 – Nate Stewart – 11-Yard-Pass von Tyquell Fields (CON failed)
33:38 – Jermaine Enyiagu – 19-Yard-Pass von Tyquell Fields (CON failed)