Vor allem Strafen zum falschen Zeitpunkt und in aussichtsreicher Position, sowie individuelle Fehler und Verletzungen einzelner Spieler, sorgten schließlich für die bittere Niederlage gegen die Goldhelme aus Dresden. Aber es gab auch Lichtblicke am gestrigen Tag zu vermelden. Den beiden neuen Wide Receivern Willie Milhouse und Alexander Tounkara-Kone merkte man die nur zwei Trainingseinheiten mit dem Team und QB M. Herrick kaum an, besonders W. Milhouse brachte die Verteidigung der Monarchs immer wieder zur Verzweifelung. Safety Pete Adams ist im Team angekommen und war in der Defense der Lions ständig auf dem Feld präsent und an vielen Tackles beteiligt. Der vierte im Bunde, Defense End David Coleman kam nur zu Kurzeinsätzen, da er noch keine Möglichkeit hatte mit der Mannschaft zu trainieren. Aber bereits nächste Woche im Rückspiel in Dresden, sollte auch er einen wichtigen Faktor im Spiel der Löwenstädter darstellen.
Die New Yorker Lions gewannen den Coin toss und entschieden sich dafür, zuerst mit ihrer Offense das Feld zu betreten. Bereits im ersten Drive war zu erkennen, dass mit den neuen Anspielstationen im Angriff der Löwenstädter, man mit einem Passfeuerwerk der Löwen zu rechnen hatte. Dazu kam noch, dass mit Jabari Johnson, der aus familiären Gründen nicht dabei sein konnte, auch eine wichtige Angriffswaffe im Backfield der Löwen für den Laufangriff fehlte.
Bedingt durch zwei unvollständige Pässe von M. Herrick, war der erste Angriffsversuch der Lions aber nach nur vier Versuchen bereits beendet. Besser machten es die Monarchs aus Dresden in ihrer ersten Angriffswelle. Die noch vorhandenen Abstimmungsschwierigkeiten in der Verteidigung der Löwen ausnutzend, überbrückte Dresdens QB Warren Smith ziemlich zügig nahezu das gesamte Spielfeld. Vor allem das Passspiel auf seine Ballfänger J. Hilgenfeldt und S. Krech funktionierte gut und so war es Hilgenfeldt, der schließlich mit einem 11 Yard Passfang und dem anschließenden Zusatzpunkt, die Monarchs mit 0:7 in Führung brachte.
Doch bereits im nächsten Drive schlugen die Lions ihrerseits zurück und besonders C. Bollmann und Neuzugang W. Milhouse zeigten ihr Können. Yard um Yard näherten sich die Löwen unaufhaltsam der Endzone der Monarchs, wobei M. Herrick sechs von sechs Pässen in Folge vervollständigte und mit dem letzten Pass W. Milhouse über 9 Yards in der Endzone der Goldhelme zum 7:7
(PAT T. Goebel) Ausgleich fand.
Im folgenden Verlauf des Spiels bestimmten, bis weit in das zweite Spielviertel, die beiden Verteidigungsreihen der Mannschaften das Spielgeschehen. Erst kurz vor der Halbzeitpause kam wieder Bewegung in den Spielverlauf, leider zu Ungunsten der Lions. Nachdem sich die Löwen bis weit in die Hälfte der Monarchs vorgearbeitet hatten und ein Pass von M. Herrick auf C. Bollmann in die Endzone der Monarchs unvollständig, trotz deutlicher Behinderung gegen den Braunschweiger Receiver, gegeben wurde, trat Löwen Kicker T. Goebel zum 41 Yard Fieldgoalversuch an. Irgendetwas passte im Ablauf des Fieldgoalversuchs nicht und die Dresden Monarchs konnten diesen, in Person von L. Jensik blocken und über 69 Yards zum 7:14 (PAT J. Hilgenfeldt) zurücktragen. Zu allem Überfluss verletzte sich C. Bollmann bei diesem Spielzug so schwer, dass er für den Rest des Spiels nicht mehr in das Geschehen eingreifen konnte.
Mit nur noch wenigen Minuten Zeit bis zur Halbzeitpause, versuchten die Löwenstädter noch einmal Anschluss zu gewinnen. Zwar mussten man sich im ersten Drive nach der erneuten Führung der Monarchs noch per Punt vom Ball trennen, aber nachdem die Defense der Lions ihrerseits die Dresdener nach nur vier Spielzügen wieder vom Feld schickten, war es Kicker. T. Goebel, der mit einem 32 Yard Fieldgoal zum 10:14, für den Halbzeitstand sorgte.
Nach der Pause erhielten die Dresden Monarchs zuerst das Angriffsrecht, konnten aber gegen die stark agierende Defense der Lions nichts ausrichten und mussten sich per Punt vom Angriffsrecht trennen. Gleiches auf Seiten der Offense der Löwen, die sich u.a. durch Strafen gute Feldpositionen zunichte machten und ebenfalls punten mussten. Es folgte das Highlight der Braunschweiger Defense des Spiels. Nach einigen guten Läufen von Monarchs RB L. Croom und zwei neuen First Downs für die Goldhelme, wirft Dresdens QB. W. Smith einen kurzen Pass auf seinen Receiver J. Hilgenfeldt. Dieser scheint sich seiner Sache ziemlich sicher und achtet nicht wirklich auf die Ballsicherung.
Lions Safety P. Adams nutzt dieses gnadenlos aus, entreißt ihm das Spielgerät und läuft unter dem Jubel aller Fans und des Teams der New Yorker Lions über 57 Yards zum Touchdown und zur 17:14 Führung (PAT T. Goebel) in die Endzone der Dresden Monarchs. Das Momentum auf ihrer Seite, versuchen die Lions postwendend mit einem Onside-Kick Versuch, erneut das Angriffsrecht direkt wieder zu erhalten. Leider scheitert das Vorhaben und die Monarchs bekommen in der Hälfte der Löwen an deren 42 Yard Line den Ball.
Zählbares springt nicht für die Elbstädter heraus, denn die Defense der Lions hat u.a. in Person von Nelson Mokwena, der unsanft W. Smith zu Boden bringt, etwas dagegen.
Nach dem folgenden Punt der Dresden Monarchs, braucht der Angriff der Löwen unter Regie von M. Herrick, nur wenige Spielzüge, bis man 7 Yards von der Endzone der Dresdener entfernt steht.
Ein Pass auf Alexander Tounkara-Kone in die Endzone der Goldhelme und es scheint, dass sich die Löwen absetzen können. Doch zur Überraschung aller wird auf Passbehinderung des Angriffs entschieden und der Touchdown aberkannt. Zuzüglich der Strafe, springt im Weiteren Verlauf des Angriffs “nur“ ein 39 Yard Fieldgoal von T. Goebel zum 20:14 Zwischenstand heraus.
Den folgenden Kick-Off trägt Monarchs Returner L. Croom bis tief in die Spielfeldhälfte der Löwen, wo er gerade noch so gestoppt werden kann. Nach einem weiteren Lauf des starken Ballträgers der Goldhelme bis zur 4 Yard Linie der Lions, ist es Dresdens QB W. Smith, der eine Lücke im Backfield der Löwen erkennt und mit einem kurzen TD-Pass auf R. Zoller, die Monarchs wieder mit 20:21 (PAT J. Hilgenfeldt) in Führung bringt. Mit dieser knappen Führung für die Monarchs geht es in den vierten und letzten Spielabschnitt. Nach kurzen Auftritt und einem ausgespielten vierten Versuch, muss sich die Offense der Lions an der Mittelinie wieder vom Angriffsrecht trennen. Nach erneuten zwei kurzen Läufen von L. Croom ist es Dresdens QB W. Smith, der eine Unaufmerksamkeit auf der rechten Seite der Verteidigung der Braunschweiger ausnutzt und am völlig untätig zuschauenden Verteidiger über 40 Yards zur 20:28 Führung (PAT J. Hilgenfeldt) in die Endzone der Löwen einläuft.
Scheinbar geschockt durch diese schnellen zwei Punkterfolge der Gäste, lief im Angriff der New Yorker Lions kurzfristig nicht viel zusammen. Neben unvollständigen Pässen, bremsen auch noch zum Teil unnötige Strafen, den Vorwärtsdrang der Offense von Phil Hickey. So kommt es wie es kommen muss und die Dresden Monarchs können erneut Punkte auf das Scoreboard bringen.
Nach einem Punt von T. Goebel aus der eigenen Endzone, ist es erneut L. Croom der im ersten Down durch die Abwehrreihen der Löwenstädter bricht und gerade eben 4 Yards vor der Endzone von R. Worthington gestoppt werden kann. Ein Spielzug später vollendet Dresdens C. Evering mit einem kurzen Lauf zum 20:35 (PAT J. Hilgenfeldt). Bei noch sechs Minuten Spielzeit auf der Uhr, setzen die Lions alles auf eine Karte. Leider dauert es nur zwei Spielzüge und Dresden übernimmt wieder das Angriffsrecht, nachdem Allrounder C. Evering einen etwas zu hoch geratenen Pass von M. Herrick auf J. Knopf abfangen kann. Doch auch die Defense der Löwen ist nicht gewillt kampflos aufzugeben und zwingt ihrerseits den Angriff der Dresdener schnell dazu sich per Punt vom Angriffsrecht trennen zu müssen. M. Herrick setzt bei der Kürze der verbleibenden Zeit nun vollständig auf Passspiel. Milhouse, Knopf, Tounkara und Schridde heißen in schneller Reihenfolge die Anspielstationen und die New Yorker Lions stehen nur noch 1 Yard von der Endzone der Monarchs entfernt. Das fehlende Yard wird locker von S. Rosemann überbrückt und auch die notwendige Two Point Conversion verwandelt M. Herrick sicher auf N. Steinhagen zum 28:35, bei verbleibenden 53 Sekunden Spielzeit.
Die nun einzige Möglichkeit doch noch einmal das Angriffsrecht zu erhalten und evtl. den Ausgleich zu erzielen, ist ein Onside-Kick. Leider gerät dieser ein klein wenig zu lang und landet direkt in die Arme eines Dresdener Spielers. Auf Grund fehlender Auszeiten auf Seiten der New Yorker Lions, braucht Dresden Monarchs QB W. Smith nur noch abknien und damit die Uhr auslaufen zu lassen, um das Spiel für seine Farben zu gewinnen.
