Vom Winde verweht - Adler unterliegen Hurricanes knapp

Es hat nicht sollen sein für die Berlin Adler. Gegen die Kiel Baltic Hurricanes unterlagen der amtierende Deutsche Meister und Eurobowl-Champion am Samstagabend im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark denkbar knapp mit 7:14.

Adler Defense stoppt Jermaine Allen (Fotocopyright: Stephan Dannhaus - www.from-real-to-pix.de)

WR Lars Samjeske hatte am Ende des dritten Viertels noch die früher Führung durch Kiels Ballträger Jermaine Allen ausgleichen können. Doch gegen die dezimierte angetretenen Berliner hatten die Kieler das Glück – und auch ein wenig die Schiedsrichter – auf ihrer Seite. Denn praktisch mit dem Gegenzug konnten die Norddeutschen durch WR Damien Linson erneut in Führung gehen. Ein letzter verzweifelter Pass von QB Daniel Kiffner wurde dann bei auslaufender Spielzeit von DB Falk Horn in der Endzone der Kieler abgefangen.

 

Kein Trainer verliert gerne, auch Shuan Fatah nicht. Und es wäre auch billig, die Schuld für die Niederlage allein den Schwarz-Weiß-Gestreiften in die Schuhe zu schieben. Doch einige Entscheidungen gegen die Adler waren denkbar ungünstig. So versäumte es die Schiedsrichter-Crew drei Mal, die Kieler für das Ablaufen der 25-Sekunden-Uhr zu bestrafen. Zudem wurden zwei Touchdowns der Adler aberkannt, weil der Schiedsrichter zwar durchaus regelkonform eine illegale Formation der Berliner ahndete, es aber zuvor an der nötigen Kommunikation und dem gewünschten Fingerspitzengefühl fehlen lies.

 

Ansonsten bot die Partie –  zumindest von den beiden Footballteams her gesehen – ansehnliches. Vor dem Spiel war klar, würden die Adler mit mehr als vier Punkten Vorsprung gewinnen, würden sie im direkten Vergleich vorne liegen und hätten im Rennen um die Nordmeisterschaft die besseren Karten. Doch die Grün-Orangenen von der Förde hatten den besseren Start für sich. Ein mehr als unglücklich geworfener Pass von QB Tobias Brüning landete in den Armen von Kiels LB Dave Philistin, der den Ball bis an die Vier-Yard-Linie der Adler tragen konnte. Im Anschluss danach brachte RB Jermaine Allen seine Farben mit einem Hechtsprung in die Endzone in Front.

 

Im Verlauf des Spiels versuchten die Adler immer wieder das Heft an sich zu reißen. Brüning kam etwas besser ins Spiel, sorgte vor allem mit seinen Läufen für Gefahr. Mit einem langen Drive hatten sich die Adler im zweiten Viertel bis an die 15-Yard-Linie der Gäste gekämpft. Kurz vor der Endzone fing WR Danilo Naranjo einen Pass und kam kurz vor der Goalline mit dem Knie am Boden auf. Eigentlich wäre der Spielzug an dieser Stelle zu Ende gewesen. Nachdem er den Boden berührt hatte, verlor Naranjo den Ball und die Schiedsrichter entschieden regelwidrig auf Ballverlust und gaben den Kielern das Angriffsrecht. Es war eine von zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen gegen die Adler an diesem Tag.

 

„Das war heute das Spitzenspiel der GFL und da müssen auch die besten Schiedsrichter pfeifen. Denn hier kommt es auf jede Kleinigkeit an, die in einem so engen Spiel den Ausschlag geben. Doch trotz der Niederlage kann ich auf mein Team stolz sein. Immerhin haben uns sechs Stammspieler auf Grund von Verletzungen gefehlt“, erklärte Fatah nach dem Spiel.

 

Immer wieder stemmten sich die Adler gegen die drohende Niederlage. Doch die lange Saison war nicht spurlos an den Schwarz-Gelben vorüber gegangen. Auf insgesamt sechs Leistungsträger musste Shuan Fatah verzichten, die Kieler dagegen waren mit ihren acht Import-Spielern nahezu in Bestbesetzung angetreten. So war der Kampf der Adler eine Art Kampf gegen Windmühlen. Am Ende hatten die Kieler die Nase vorne, weil sie die Fehler der Berliner konsequenter ausnutzten und einfach das frischere Personal hatten.

 

„Es war ein Spiel zwischen zwei gleichstarken Teams, in dem am Ende wir einen Touchdown mehr als Adler schafften“, war für Kiels Head Coach Patrick Esume lapidar der wichtigste Grund, warum sein Team gewann. „Ich muss den Adlern ein großes Kompliment machen. Sie haben schon 14 Spiele in den Knochen, wir dagegen erst sieben. Was sie abliefern, ist schon an der Grenze des Machbaren. Wir hatten am Ende das Glück des Tüchtigen auf unserer Seite. Nun können wir aus eigener Kraft Nordmeister werden. Aber es gibt noch eine Menge zutun für uns. Noch sind wir noch nicht da, wo ich gerne mit dem Team hin möchte.“