Die Scorpions werden auf jeden Fall stärker sein als im Hinspiel, werden sich anders präsentieren, war sich Offensive Coordinator Jordan Neuman am Mittwoch Abend beim Training des GFL-Teams der Schwäbisch Hall Unicorns sicher. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass der Stuttgarter Quarterback Pat Julmiste zu Wochenbeginn mit dem Wunsch an seine Vereinsführung herangetreten war, das Team mit sofortiger Wirkung zu verlassen.
Als Gründe nannte der US-amerikanische Spielmacher ein Angebot aus der Arena Football League (AFL) und dass es ihm schwer falle, sich in Deutschland einzuleben, ohne seine Familie in der Nähe zu haben. Für die Trainer und die Vereinsführung kam diese Entscheidung sehr überraschend. Doch man wollte ihm offensichtlich von Vereinsseite aus keine Steine in den Weg legen im Roster taucht der Spieler mit der Nummer 2 auf dem roten Trikot inzwischen nicht mehr auf.
Ein herber Rückschlag also für den Bundesligisten aus der Landeshauptstadt vor dem Württemberg-Derby am Samstag, 5. Juni, ab 18 Uhr im Stadion auf der Waldau gegen die Schwäbisch Hall Unicorns. Zumal die Scorpions ohnehin bereits einige Verletzte zu beklagen haben. Unter anderem sind Patrick Scott, einer der besten Runningbacks in der German Football League (GFL), und Linebacker Jasson Scott angeschlagen.
Wird Stuttgart, das erst einen Sieg verbuchen konnte und am vergangenen Wochenende in München knapp verloren hat, nun auf Günther Michel als Starting-Quarterback zurückgreifen? Er bringt es auf mehr als 20 Jahre Football-Erfahrung ist aber auch bereits 52 Jahre alt. Im Hinspiel, als Stuttgart mit 6:45 unterlag, hatte er während einer Verletzungspause von Pat Julmiste einen Kurzeinsatz im Hagenbachstadion. Es gibt immer einen Plan B, wird in Football-Kreisen bereits gemutmaßt, dass die Scorpions eventuell auch eine Überraschung aus dem Ärmel ziehen könnten. Was Unicorns-Headcoach Siegfried Gehrke hingegen für unwahrscheinlich hält, zumindest für dieses Spiel. Zu kurzfristig habe Pat Julmiste seine Entscheidung mitgeteilt.
Dennoch nimmt man bei den Unicorns die anstehende Begegnung unterm Fernsehturm keineswegs auf die leichte Schulter. Denn auch das Footballteam der TSG Schwäbisch Hall ist gehandicapt: So ist Wide Receiver und Backup-Quarterback Felix Brenner noch immer verletzt, und auch in der Offense Line sind Lücken, vor allem durch den Ausfall von Gabriel Erler. Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten beim Tabellenführer der GFL Süd: Wide Receiver Eren Savasli, der sich bereits im ersten Vorbereitungsspiel verletzt hatte, wird erstmals in der GFL ins Geschehen eingreifen können.
Nach einer turbulenten Woche fordert Matthias Mecherlein, Headcoach der Scorpions, dass alle Augen wieder geradeaus blicken: Für uns gibt es dieses Wochenende nur einen Weg und der geht nach vorne. Wir können in diesem Spiel nichts verlieren. Derweil werden die Unicorns alles daran setzen, die Punktspiel-Bilanz gegen Stuttgart zu verbessern: Denn 10 Haller Siegen und 2 Unentschieden stehen 20 Niederlagen gegenüber.
