Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

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skao_privat
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Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von skao_privat » Di Sep 01, 2020 14:44

Coaches sind in vielerlei HInsicht Vorbild. Aushängeschild. "Role model". Sie vertreten in ihrer Funktion auch den Verein, repräsentieren ihre Mitglieder. Weniger sich selbst. Es wäre allerdings naiv, davon auszgehen, da ss sie selbst keine "Persönlichkeit" mit sie bestimmenden Ansichten haben. Die Frage ist, wie weit das gehen darf.
Nach den Vorfällen in Berlin am letzten Wochenende, bei den kleine Gruppen von Esoterikern, aber vor allem Rechtsradikale und Reichsbürger sich aufgeplustert haben und versucht haben mit ihren begrenzten Mitteln Unruhe zu stiften um ihre kruden Ideen zu verbreiten, stellt sichmir die Frage, wie weit die Football-Community so etwas mitträgt?
Football ist ein Sammelbecken von Bekloppten, Normalen, Arabern, Deutschen, Bayern, Sachsen, Amerikanern, Russen, Spandauern. Menschen mit unterschiedlichen Hautvariationen und Wurzeln. Auch wenn dieser Sport aggressiv und auf Vollkontakt ausgelegt ist. Aber für Hass ist kein Platz. Dieser Sport funktioniert so nicht.
Wie reagieren Vereine, Trainer und Spieler auf Coaches, die sich auf ihren sozialen Kanälen offen zu solchen oben genannten Gruppen zuordnen? Nicht nur durch einfaches klicken, retweeten oder liken. Sondern durch eigene eindeutige Statements. Grenzwertige Aussagen. Reicht es die jeweiligen Seiten aufhübschen und Inhalte nur durch Filter sichtbar machen zu lassen. Nach dem Motto: was er für scih macht ist uns egal. Solange er bei uns ordentliche Arbeit macht?

Ich halte so etwas für nicht tragbar.
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KarlH
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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von KarlH » Di Sep 01, 2020 16:23

...ich bin nachweislich weder ein freund der coronaleugner noch der esoteriker und schon gar nicht der rechtsaußen-truppe. kann man auch recht ausgeprägt hier im forum nachlesen. aber ich bin ein sehr großer freund der meinungsfreiheit und starker gegner von hexenjagden. jeder darf seine meinung haben und auch äußern. solange coaches nichts politisch extremes/demokratiefeindliches äußern - und ich unterscheide da mit absicht nicht zwischen links- und rechtsextrem - sondern sich "nur" als covidioten oder verschwörungshanseln outen, ist es ok. es ist sogar ihr verfassungsmäßig garantiertes recht, sich so zum horst zu machen. das sollte dann auch keine folgen für ihr traineramt haben, solange die spieler sie danach noch ernst nehmen.

was außer politisch extremen aussagen sollte sonst noch folgen haben? gut, rassismus, aber rassisten werden in unserem sport ja wohl kaum coach werden, da würde es schon etliche ligen unterhalb der gfl knallen...
idealerweise trennen coaches aber sport und politik. wer was im hirn hat, und das ist eigentlich grundbedingung für einen coach der höheren ligen, wird wissen, was er öffenlich äußert und welche wellen das gegebenenfalls schlagen wird.

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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von skao_privat » Di Sep 01, 2020 16:54

Nein es waren keine harmlosen Schwurbelein. Es ist auch nicht so, dass es sich einfach um eine zu ignorierende Meinungsäußerung handelt. Der ist wesentliche Repräsentant der sportlichen Seite des Vereins hat sich auf eine Ebene wie Xavier Naidoo und Kochbuch-Attila begeben. Die Konsequenzen dafür sind nicht umsonst so ausgefallen. Gerade im Zusammenhang mit den Entwicklungen der jüngsten Zeit ist das nicht akzeptabel.

Hexenjagden gibt es seit Jahrhunderten nicht. Das Ist der Versuch eine Verbindung zur Historie herzustellen der in keiner Form passt. Trumps Mittel wenn er auf die Finger bekommt.

Vor allem ist es kein Kavaliersdelikt. Ganz nebenbei repräsentiert die Reaktion auf so etwas auch den Charakter dieser Sportart, des betreffenden Verbandes und Vereins. Es ist auch eine Zeit in der man nicht einfach da stehen kann und hoffen, das andere schon etwas machen werden. Es ist ja alles nicht so dramatisch. Doch ist es.
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KarlH
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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von KarlH » Di Sep 01, 2020 17:10

ich kenne den fall nicht. was genau hat er gesagt?

Booya
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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von Booya » Mi Sep 02, 2020 09:25

Ich kenne den Fall auch nicht aber es wundert mich auch nicht.

Einige Personen aus dem Sport mit ein wenig Macht, gerade in nen Vollkontaktsport, sind sehr ICH bezogen und sehen sich selber und ihre Meinung, als das beste was der Welt passieren kann.

Jo... das können auch Macher sein und kommen deswegen in höhere Positionen, weil sie eben einen eingelegten Kurs, zielstrebig verfolgen und auch gegen Wiederstände durchsetzen.
Leider ist die treibende Kraft dahinter eine eigentlich negative... Sie ist weniger durch das Gemeinwohl motiviert und mehr... "Ich will das, weil ich das für richtig halte."

Viele der Coronaleugner und Verschwörungstheoretikern, zeigen das gleiche Verhalten:
Meine Meinung ist so gut und wichtig, die müsst ihr einfach hören und glauben auch wenn es zig Gründe dagegeben gibt.
Und je mehr Kontra sojemand bekommt, desto verbissener und gefährlicher wird er in seinen Aussagen und Taten um doch noch zu gewinnen.
Ab nen gewissen Zeitpunkt gehts dann nicht mehr um die Sache bzw den besten Weg, sondern nur noch darum das er seinen persönlichen Sieg davonträgt.

Wundert mich also nicht, das es hier zu Überschneidungen kommt.
Ein Forumspost der mehr als 5 Zeilen enthält, wird mit zunehmender Zeilenzahl immer weniger gelesen bzw verstanden.
---------------------------------------

Was ich schreibe ist, nur meine persönliche Meinung.
Beschwerden darüber bitte per PN an mich.

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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von AndreasGiese » Fr Sep 04, 2020 14:39

Ich habe eine sehr einfache Regel! Politik hat im Sport nichts verloren.
Was ich für mich privat denke und tu, ist meine Sache!
Leider verstehen diese simple Aussage sehr viele Menschen gar nicht oder nutzen sie
um Andere zu diskreditieren.
Niemand hinterfragt mehr, man urteilt. Und das über Menschen die man weder kennt noch deren
Beweggründe. Nur wer auch außerhalb der Sportart neutral und respektvoll denkt, wird sich
so den Spielern präsentieren!
Das war jetzt auch esoterisch... :wink:
Diskussionen über meine Meinung zu Berlin wird es hier nicht geben, wie schon gesagt:
Unter vier Augen in Ruhe! Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, ich weiß das wir Sklaven
einer extraterrestrischen Lebensformen sind... :D
Respekt ist eine Tugend die mit dem Alter wächst, während der Zipfel schrumpft!!!

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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von da_Strizzi » Fr Sep 04, 2020 15:26

das Wohl aller steht über dem Wohl des einzelnen.

Meinungsäußerung verbal ja, aber ein Einhalten der Regeln die die jeweiligen Regelerlasser (Behörden, und sonstige Institutionen vorgeben).
Denke z.B. an die Vorgaben der Gesundheitsminister im Falle von Corona...

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aquamen
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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von aquamen » Sa Sep 05, 2020 04:14

Sport, egal welcher Sportart, ist politisch neutral!

Also keine Parteizugehörigkeit! Keine politischen Äußerungen! Keine politische Werbung!

Aber: Jeder Sportler (natürlich enthalten Trainer und Verantwortliche) darf bzw. soll auch eine eigene Meinung zu unpolitischen Punkten äußern können. Sportler sollen auch als Vorbild dienen können. Diese Meinungen sollten dann aber auch nachweisbar bewiesen sein. Verschwörungstheorien und Unwahrheiten haben hier und im Sport keinen Platz!

Trainer sind hier im besonderen Fokus. Sie sind wie ein Fels in der Brandung. Wenn hier schon der Weg falsch läuft, dann schlägt sich dies auf das ganze Team nieder. Wenn Trainer als Vorbilder und Leitfiguren für das Team (jünger und evtl. noch weniger gefestigt) versagen, dann versagt das gesamte Team im Kollektiv! Stellvertretend! Oder wie Asiaten sagen würden: "Sie bringen Schande für die Familie!"

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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von _pinky » Sa Sep 05, 2020 08:42

Das hört sich ja sehr schön an. Funktioniert aber nicht.

Nimm die Black-lives-matter-Bewegung. Wenn man verlangt, dass die Sportler keine Stellung beziehen, dass sie ihre grosse Bühne nicht benutzen, um ihre Überzeugung ins richtige Licht rücken.
Da findet man es gut, dass sie eine Meinung haben. Wenn die Aussage nicht passt, ist es nicht mehr in Ordnung.
Wer zieht wo die Grenze?

In einer schönen idealen Welt brauchen wir das nicht. In der Realität musst du damit klarkommen, daß manche ihre Popularität nicht in deinem Sinne benutzen. Dazu zähle ich auch Trainer, die ihr Team beeinflussen.
Das funktioniert. Das ist ihr Job.

Wenn das politisch nicht korrekt ist, muss der Verein eingreifen.


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Hatte heute morgen keine Milch mehr für mein Müsli. Hab stattdessen Orangensaft genommen. Und Wodka statt Müsli.

Methadron
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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von Methadron » Sa Sep 05, 2020 12:14

Ich bin zwar „nur“ Postioncoach einer Jugendmannschaft, aber ich sehe es wie folgt:
Es gibt Themen, da muss ich als Coach klar Stellung nehmen, Rassismus, BLM, Gleichberechtigung. Da gibt es auch auf dem Feld keine abweichende Meinung, alles was darüber hinaus geht, bleibt außerhalb des Feldes. Klar spricht man mit den anderen Coaches auch über Corona, etc, aber das ist eben etwas, dass weder aufs Feld noch in die Kabine gehört.
Fakt ist aber als Coach habe ich immer eine Vorbildfunktion, egal ob auf dem Feld oder daneben. Gerade im Jugendbereich. Wenn ich auf eine Demo gehe, dann bleibt meine Teamwear im Schrank, dann gehe ich dorthin als private Person und zeichne keine Verbindung zum Verein.
Auch wenn ich diese ganzen Corona Schwurbler für dumm und gefährlich halte, jeder hat solange er sich an Recht und Ordnung hält, erstmal das Recht seine Meinung kund zu tun, was daraus resultiert ist eine andere Sache, ich würde nie mit jemandem auf dem Feld stehen wollen, der auf eine NPD Demo geht, oder in Berlin zum Sturm auf den Reichstag aufruft, oder daran teilnimmt.

KarlH
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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von KarlH » Sa Sep 05, 2020 13:36

Methadron hat geschrieben:
Sa Sep 05, 2020 12:14
...
jeder hat solange er sich an Recht und Ordnung hält, erstmal das Recht seine Meinung kund zu tun
...
genau das ist das verfassungsmäßig garantierte recht und der kernsatz der aussage. danke dafür. ich stimme aber auch dem rest des postings uneingeschränkt zu.

sport und politik können nun mal nicht komplett getrennt werden, siehe rassismusdiskussion quer durch alle sportarten. das ist in dem fall auch gar nicht gewollt. erst recht nicht bei coaches im football. der in einem anderen posting weiter oben geforderte verzicht auf parteizugehörigkeit würde im gegensatz dazu allerdings grundrechte verletzen, das kann und darf man niemandem verbieten. auch wenn es ab und zu wünschenswert wäre. auch arbeitsrechtlich ist das kein punkt, bei dem der arbeitgeber etwas vorschreiben oder deswegen abmahnen kann. wenn sich allerdings jemand in seiner funktion als coach politisch äußert, z.b. in einer spiel-pk oder im interview am spielfeld, dann sieht's möglicherweise schon wieder anders aus, je nach "härte" der aussage...

der öffentlich geäußerte glaube an verschwörungstheorien ist durch die meinungsfreiheit verfassungsmäßig gedeckt, ebenso wie das recht, sich dadurch zum vollhorst machen zu dürfen. man sollte allerdings als halbwegs intelligenter coach wissen, was da an berechtigtem gegenwind kommen kann und dass man auch vom arbeitgeber vielleicht nicht mehr ernst genommen wird. der schmeißt einen deswegen zwar üblicherweise nicht gleich raus, weil das dann mit gewisser wahrscheinlichkeit vor gericht landet und dort auch gern nach hinten losgehen kann. aber man kann vereinsseitig verträge ja auch einfach mal auslaufen lassen, wobei man einem erfolgscoach wahrscheinlich trotzdem mehr durchgehen lässt als einem erfolglosen, solange die öffentliche tragweite der äußerung begrenzt bleibt...

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Caretaker
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Re: Coaches als Vorbild - politische Äußerungen?

Beitrag von Caretaker » Mi Sep 09, 2020 11:16

Der Trainer- Ehrenkodex definiert das eigentlich sehr genau:
Ich respektiere die Würde jedes Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und
verspreche, alle jungen Menschen, unabhängig ihrer sozialen, ethnischen und kulturellen
Herkunft, Weltanschauung, Religion, politischen Überzeugung, sexueller Orientierung, ihres
Alters oder Geschlechts, gleich und fair zu behandeln sowie Diskriminierung jeglicher Art sowie
antidemokratischem Gedankengut entschieden entgegenzuwirken
.
Meiner Meinung nach endet die Verantwortung und Vorbildfunktion eines Trainers nicht mit Ende des Trainings, sondern immer wenn man mit seinen Spielern in Kontakt kommen könnte. Dazu zählen auch Äußerungen in sozialen Medien, das Teilen von Links und Videos im Status, sogar Likes, wenn die Spieler das sehen könnten.
Dass die Trainerrolle auch außerhalb vom Platz wahrgenommen werden muss, muss sich jeder bewusst sein, der so ein Amt annimmt, auch wenn es ein Ehrenamt ist.

Trainer die Verschwörungstheorien oder Rassismus verbreiten wollen handeln damit gegen den Ehrenkodex und das sollte und kann dann auch sanktioniert werden. Ich wöllte nicht mit jemandem zusammenarbeiten, selbst wenn er/sie nur privat diese Werte missachtet.

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